Und so zog ich weiter, erfüllt von der Begeisterung und Freude, die ich nach so kurzer Zeit des Suchens bereits erfahren hatte. Während meiner Reise wurde ich jedoch irgendwann nachdenklich, was hatte ich dazu beigetragen, dass andere sich in dieser Zeit nicht alleine fühlten? Wieso fiel mir eigentlich keine kreative Idee ein, anderen zu helfen und mich selbst abzulenken? Was war eigentlich das Schönste, das mir in den letzten Monaten widerfahren war und mich unerwartet glücklich gemacht hatte? Während ich so darüber nachdachte wurde ich immer unglücklicher, wie sollte ich es schaffen positive Botschaften zu verbreiten, wenn ich doch selbst keine hatte? Dann klingelte mein Handy, ein alter Freund rief mich an. Wir hatten schon lange nicht mehr gesprochen, aber jetzt, Zuhause, hatten wir endlich die Zeit dazu. Aus einem langen Telefonat wurden mehrere und bald waren wir schon nicht mehr nur zu zweit. Egal ob Videochats mit der alten Freundesclique oder plötzliche, ellenlange WhatsApp-Gespräche mit den Kollegen und Kolleginnen, auf einmal hatte ich wieder Zeit das zu tun, was ich mir schon so lange vorgenommen hatte. Schnell erfuhr ich auch, dass ich damit nicht alleine war. Viele hatten die Zeit genutzt und waren mit alten Freunden und Bekannten wieder in Kontakt getreten. Auch wenn wir im Großen also nichts bewegt hatten, waren wir nicht untätig gewesen und hatten unsere Zeit genutzt, um wieder zueinander zu finden. Trotz Abstand und Lockdown waren wir also näher aneinander getreten. Und plötzlich erkannte ich, um andere glücklich zu machen braucht es eigentlich nicht viel. Es braucht keine große Geste, nicht mal viel Kreativität, Mühe oder Geld. Manchmal reicht ein Anruf, eine SMS, ein Brief oder eine einfache Nachricht auf WhatsApp aus, um sich und anderen eine Freude zu machen. Denn worauf es wirklich ankommt sind die Menschen und Kontakte in unserem Leben, sie sind das Wichtigste. Denn unsere ehrlichsten und engsten Beziehungen kann uns selbst ein noch so großer Abstand und die längste Isolation nicht nehmen und nur darauf kommt es an.
Mit der oben geschilderten Situation können sich während dieser schweren Zeit bestimmt einige identifizieren. Doch oft reicht nur eine einfach Postkarte, um jemandem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern oder den zu kurz gekommenen Kontakt wieder aufzurichten.
Fangt doch gleich an zu schreiben.