Als die Musiker den Beatles-Song All my loving anstimmen, reißen die Männer auf dem Frachter Mito Strait die Arme hoch. Sie erkennen das Lied sofort. Sie johlen, klatschen und wippen im Takt. Es ist Ende Mai, der Wind fegt durch den Hamburger Hafen, doch ein Fahrgastschiff trotzt dem Wetter und tuckert von Schiff zu Schiff. An Deck spielen zwei Musiker gegen Regenschauer an, getrieben von einem Wunsch: Sie wollen gestrandeten Seefahren Mut machen. Wegen der Corona Pandemie sitzen zu diesem Zeitpunkt mehr als 250.000 Seeleute weltweit auf Handels- und Kreuzfahrtschiffen fest, ohne Chance auf eine baldige Heimreise. Es sind viele Philippiner, Indonesier und Osteuropäer. Manche bekommen nur noch Kost und Logis, bezahlt werden sie nicht mehr.
Auch im Hamburger Hafen harren 4000 Seeleute auf Schiffen aus, die zu Gefängnissen aus Stahl mutieren. Die Männer auf der Mito Strait hängen seit Ende März vor den Elbbrücken fest, die Stadt im Blick, doch unerreichbar, sie dürfen nicht an Land. Für sie hat Jan Herzog dieses Life-Konzert organisiert. Zwei Stunden tuckert er auf der Hafenperle umher und wird begeistert empfangen. „Man hat gesehen, wie die Funke überspringt“, sagt er. „Das ist and Herz gegangen.“ Herzog ist Nautiker und früher selbst zur See gefahren, jetzt studiert er Medizin. Das Konzert soll von Trübsal und Frust an Bord ablenken. Vom zähen Warten auf die Rückreise. Von der Sehnsucht nach Freunden und Familie - oder nach Essen, das wie Zuhause schmeckt. Das Ganze sei eine kleine Geste, sagt Herzog, aber auch ein wichtiges Signal: „Wir haben euch nicht vergessen.“
Musik – Ein Zeichen der Hoffnung, das verbindet
In der beiliegenden Geschichte zur Station 3 konnte man erkennen, wie viel Hoffnung Musik bringen kann und wie sie einander verbindet.
Ob im HomeOffice, beim weihnachtlichen Dekorieren oder beim Heimfahren – Musik begleitet.
Also probiert es einfach mal aus – let it be – singt drauf los & spürt auch bei euch die entstehende Verbindung.