Endlich ist es geschafft. Mit der Beendung des dritten und letzten Teil "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" ist dieses Leseprojekt nun abgeschlossen. Doch was natürlich noch fehlt - meine Bewertung dazu.
Beginn des Buches
Dieser Band wird genauso eingeführt wie der zweite: Mit einer Zusammenfassung aller bisherigen Geschehnisse. Hier kann ich eigentlich nur bei meiner Meinung bleiben. Ein besserer Einstieg wäre wohl kaum möglich gewesen. Ich finde diese Zusammenfassungen so genial, dass ich es schade finde, dass es so etwas zu diesem dritten Band nicht geben kann, da dies der letzte Teil ist.
Einstieg in die Geschichte
Auch den Einstieg in die Geschichte finde ich gut gelungen. Es gibt nicht direkt am Anfang einen "Boom", sondern man wird als Leser relativ langsam eingeführt, bis es schließlich zur Schlacht kommt. Und im Gegensatz zum ersten Band funktioniert dieses Konzept hier. Im ersten Band passierte einfach ewig lang nichts und man wusste auch nicht recht, worauf ich mich mit Spannung freuen kann. Da der dritte Band jedoch der letzte ist, war schon abzusehen, dass es so etwas wie einen großen Krieg geben wird, der auch immer wieder leicht angeteasert wurde.
Charaktere
Wie es bei "Herr der Ringe" schon immer der Fall war, sind die Charaktere auch hier ein sehr starker Faktor. Man hatte nie den Eindruck, dass sich eine Person grundlos verändert hat. Besonders Theoden, Aragon, Sam und Frodo haben in diesem Teil die besten Charakterentwicklungen gehabt. Wovon ich hier jedoch etwas enttäuscht bin, ist die "böse Seite". Nehmen wir Denethor als Beispiel. Er hat in diesem Band einen zwar sehr spannenden und epischen Auftritt, ist jedoch offensichtlich geistesgestört. Und genau das ist mein Problem. Eine gute Geschichte macht aus, dass auch die Antagonisten einen gut durchdachten Charakter haben und es eventuell sogar schaffen, ihre Ansichten dem Leser glaubhaft als richtig und verständlich zu versichern. Doch wie ist es in "Herr der Ringe"? Gekämpft wird hier nur gegen Orks, die sich wie Zombies verhalten und einfach grundlos Spaß am Töten haben. Oder, wie eben erwähnt, gegen zwar menschliche Wesen, die aber von irgendetwas (meistens von der Macht des Rings) besessen sind und nicht klar denken. Das finde ich sehr schade. Da die "gute Seite" aber sehr spannende Charaktere hat, deren Entwicklung man nur lobend erwähnen kann, wird die Punktzahl wahrscheinlich relativ hoch ausfallen.
Schreibstil
Es ist schwer zu beschreiben, wie glücklich es mich gemacht hat, dass der Schreibstil um einiges stärker geworden ist. Denn die extrem unterdurchschnittlichen Formulierungen der ersten beiden Bände machten es wirklich nicht einfach, die Geschichte auf Anhieb zu verstehen. Zwar wurde der Grundschreibstil auch in diesem Band beibehalten, jedoch ist er vor allem dadurch besser geworden, dass mehr Metaphern verwendet wurden. Damit meine ich nicht, dass man gleich poetisch werden muss. Schon ein Satz am Ende der Schlacht wie "Mir kommt es vor, als würde ich aus einem langen Traum erwachen" (Sam) mit der Antwort "Mir kommt es vor, als würde ich einschlafen" (Frodo), macht schon unglaublich viel aus.
Finale und Abschluss der Geschichte
"Ich bin froh, dass du mit mir bist, Sam. Hier, am Ende vom Ende". Und damit ist die Geschichte des Rings abgeschlossen. Einer der seltenen Fälle, wo das Buch es nur mit Worten und Beschreibungen schafft, epischer zu sein als ein Film mit Effekten, Filmmusik und allen drum und dran. Zumindest, wenn der Film ungefähr so aussieht, wie ich ihn mir vorstelle, ich habe ihn ja noch nicht gesehen. Ein sehr starker Showdown, doch dann geht es noch weiter. Im allerletzten Moment verschlechtert sich das Buch noch ein bisschen. Die Hobbits latschen den ganzen Weg zurück zurück zum Auenland, wieder vorbei an Butterblüm und Tom Bombadil. Doch dieses Mal werden sie auf dem Weg von keinem Baum gefressen. Die ganze Handlung, die im ersten Band die ganze erste Hälfte des Buches ausmachte, passierte hier in einem Kapitel. Das ist kein Kritikpunkt gegenüber dem dritten Band, sondern gegenüber den ersten. (Im Prinzip hat der dritte Band mich dazu gebracht, den ersten Band noch schlechter zu finden als sowieso schon).
Im Auenland wieder angekommen gibt es dann eine ganz nette Szene. Das Auenland ist während der Abwesenheit von Frodo, Sam, Merry, Pippin und Gandalf von sogenannten "Strolchen" eingenommen worden, die vertrieben werden müssen. Das Ganze ist ein recht spaßiger Abschluss, der zum Schluss sogar noch ein bisschen zu einem weiteren Showdown führt. Aber ganz ehrlich: So lang hätte das wirklich nicht sein müssen. Ich wäre völlig zufrieden damit gewesen, hätte man das deutlich kürzerer gehalten, zumal die eigentliche Geschichte zu dem Zeitpunkt ja schon zu Ende ist. Ganz lustig war es trotzdem, das kann ich nicht leugnen.
Storyline
Das erste Mal muss ich über ein "Herr der Ringe"-Buch sagen, dass ich mit der Storyline durchgehend sehr zufrieden war. Ähnlich wie im zweiten Band nutzt auch dieser Band die Aufteilung in zwei Geschichtsbücher, um die Geschichte teilweise aus verschiedenen Sichten zu erzählen. Da es auf beiden Seiten gleichzeitig spannend ist, vermisst man so keine Seite. Auch meine Unzufriedenheit darüber, dass in den ersten beiden Bänden die unwichtigsten Szenen deutlich länger und umfangreicher beschrieben sind als wesentliche Story-Elemente wiederholt sich im dritten Band nicht. Besonders den Ausbruch von Frodo und Sam aus der Gefangenschaft der Orks und wie Frodo dabei mehrmals fast der Macht des Rings verfallen wäre, hat mir wirklich in allen Punkten gefallen. In der Erzählweise, den Geschehnissen, den Dialogen und den Beschreibungen.
Abschließende Bewertung
Damit erhält der dritte und letzte Band von mir 80 / 100 Punkten und ist nicht nur mein Lieblingsband der Reihe, sondern auch das einzige der drei Bücher, dass ich wirklich mag und nicht nur im Vergleich zu anderen "Herr der Ringe"-Teilen gut finde. Ich bin sehr froh, dass, nachdem ich zuerst so enttäuscht war, so zufrieden mit den Abschluss bin. Jetzt freue ich mich auf die Filme, die ich hoffentlich demnächst mal schauen werde.