Bitte hier einen kreativen Einleitungssatz denken...
Beginn des Buches
Dieses Buch beginnt mit einer kleinen Unvorsichtigkeit von Simon und Nolan. Eine Unvorsichtigkeit, die fast dazu geführt hat, dass beide von Orions Schwarm ergriffen wurden. Ist ja auch komplett normal, wenn man einen Todfeind hat, einen Ausflug direkt vor dessen Haustür zu machen. Ich kann ja verstehen, dass Simon genug davon hat, sich im L.A.G.E.R verstecken zu müssen, aber zumindest ein bisschen Vernunft sollte er doch haben.
Einstieg in die Geschichte
Ein Brief. Offizielle Vorladung für Benjamin Fluke nach Avalon. Vorstellung bei General Fluke am 21. Dezember, 17:00 Uhr. Aufenthalt bis zum 4. Januar, 11:00 Uhr. Diese wenigen Zeilen sind der Auslöser für die Geschichte. Simon, Jam, Ariana und Winter reisen in die Unterwasserstadt der Animox, die ein Wassertier als zweite Gestalt haben. Dort müssen sie sowieso hin, denn hier befindet sich ein Teil des mächtigen Greifstabs, der über die ganze Buchreihe hinweg zusammengesetzt und zerstört werden muss, um den Machtmissbrauch zu verhindern. Aber ich sag mal so: Einen Brief zu bekommen ist nicht gerade der einfallsreichste Einstieg, auf dem man kommen kann. Das haben bereits zahlreiche Bücher so gemacht. Ich weiß aber ehrlich gesagt auch nicht, wie man es hätte besser machen können. Außerdem passt dieser monotone Brief ohne auch nur eine einzige persönliche Nachricht vom Vater an seinem Sohn sehr gut zu dem, was einem im Laufe der Geschichte noch erwartet.
Schreibstil
Ich muss leider sagen, dass ich den Schreibstil in diesem Buch viel zu normal finde. Es gibt überhaupt keine besonderen Formulierungen oder ähnliches. Das lässt die eigentlich gut durchdachte Geschichte viel langweiliger erscheinen, als sie hätte sein müssen.
Charaktere
Hier kommen wir wieder zu einen positiven Aspekt. Eine Person, bei der ich sehr überrascht war. dass sie wieder aufgegriffen wurde, ist Zia. Ich hatte sie im zweiten Band eigentlich für eine einmalige Nebenfigur gehalten. Umso besser finde ich es, dass sie wieder vorkommt und sich zu einer maßgeblich für die Story wichtige Person entpuppt. Wenn es dem Autor gelingt, den Leser zu täuschen und für einen Überraschungsmoment zu sorgen, ist alles erreicht. Das gilt nicht nur für Charaktere, sondern für jede Disziplin, nach der man Geschichten bewerten kann.
Zu Leo, der in diesem Band neu eingeführt wurde, muss ich wahrscheinlich nicht viel sagen, außer: Er ist mein Lieblingscharakter. Und in den folgenden Bänden wird er bei mir noch beliebter.
Was außerdem erwähnt werden muss, ist der äußerst gewöhnungsbedürftige Umgangston von der Unterwasserbevölkerung. Sie bezeichnen sich selbst als Militärstaat, und diese Bezeichnung ist keinesfalls übertrieben. Der General, der seinen eigenen Sohn komplett emotionslos empfängt, ihn nur mit "Soldat" und nie mit Vornamen anspricht, ist nur der Anfang. Graue, quadratische, alle gleich aussehende Häuserblöcke und Straßen ziehen die Erscheinung der Stadt weiter fort. Unter einer Unterwasserlandschaft hätte ich mir etwas anderes vorgestellt.
Finale und Abschluss
Der Finalkampf, den Simon in diesem Band abliefert, hätte unspektakulärer kaum sein können. Ich habe extra noch einmal nachgelesen, ob ich etwas vergessen habe. Aber ich würde es tatsächlich als ganz normalen Kampf bezeichnen. Gut, so normal ein Kampf unter Wasser eben sein kann. Da fand ich das Ende der anderen Bände deutlich cooler.
Der Abschluss ist dann eine Art Party am Strand. Das war schon ein schöner und passender Ausklang des Buches.
Storyline
Wie bereits angedeutet, finde ich dieses Buch von allen Animox-Büchern deutlich das schwächste. Außer der Szene kurz vor dem Kampf, wo Simon Zia und Leo noch für Böse gehalten hat, war es eigentlich durchgehend recht eintönig, wie die Unterwasserwelt.
Was ich sehr ironisch fand: In der Mitte des Buches setzt Ariana Orion kurz mit einem Giftbiss außer Gefecht. Das hätte das Ende der Animox-Reihe sein können! Simons Mutter reanimiert in jedoch mit der Erklärung, nur durch Orion könnten sie an das Greifstab-Teil des Vorgelreichs kommen. Naja, was ich von dieser Szene halten soll, weiß ich immer noch nicht.
Abschließende Bewertung
Mit insgesamt 64 / 100 Punkten schneidet dieses Buch im Vergleich zu den anderen Animox-Bänden schlecht ab. Aber wie Orion sagt: "Manchmal sind schreckliche Dinge im Dienst de ganzen notwendig" (oder so ähnlich). Ich würde es jetzt nicht als schrecklich bezeichnen, dieses Buch zu lesen, dennoch passt dieses Zitat hier gut. Denn wenn man die ganze (sehr gute!) Reihe lesen möchte, muss man dieses Buch natürlich auch lesen.