Jede Legende hat ihren Anfang...
Beginn des Buches
Der Anfang ist zugegebenermaßen ein ziemlicher Standard, was Anfänge von Buchreihen angeht. Der Protagonist, Simon Thorn, weiß zunächst noch nichts von der geheimen Animox-Welt und denkt, er wäre ein ganz normaler Jugendlicher, der in der Schule gemobbt wird. Er hat nur eine besondere Gabe, auf die man neidisch sein könnte: Er kann Tiere verstehen und mit ihnen kommunizieren. Diese Gabe ist der Hauptgrund, weshalb er von Anderen für einen Spinner gehalten wird. Das ändert sich jedoch auf einen Schlag.
Einstieg in die Geschichte
Die erste spannende Szene ist sehr gut gelungen. Man denkt sich nicht "Das sind doch nur Ratten, die Simons Mutter da entführen". Die Ernsthaftigkeit der Szene ist deutlich zu erkennen und schon ab dieser Stelle möchte man als Leser unbedingt weiterlesen.
Bei den meisten guten Geschichten ist es so, dass die "geheime Welt", in der sie spielt, den Leser möglichst bald vorgestellt wird, damit dieser schnell darauf gehypet wird. Zum Beispiel bei Harry Potter. Nachdem Harry von der magischen Welt erfahren hat, ist das erste, was er und Hagrid dann tun, in die Winkelgasse zu gehen, wo der Leser schon einen großen Eindruck bekommt.
Ähnlich ist es auch bei Animox. Dem Leser wird kurz nach der Ratten-Szene ein Großteil der Animox-Welt vorgestellt: Der Sky-Tower, Orion und die Aufteilung in die fünf Königreiche. Man fühlt sich als Leser sehr schnell in die Welt hinein und mag sie. Das eigentliche Hauptthema, der Greifstab, wird jedoch erst später angerissen.
Schreibstil
Wie die meiste Fantasy-Bücher ist auch dieses Buch gut zu lesen. Einige Beschreibungen kommen etwas zu kurz und könnten weiter ausformuliert werden. Die spannende Endszene hätte ohne Probleme auf die 1,25-Fache Anzahl an Seiten ausgeschmückt werden können. Mein Bruder meinte, das Buch wäre viel besser, wenn es aus der Ich-Perspektive Simons geschrieben wäre. Eine interessante Idee, wie ich finde, denn einige Szenen könnten so eventuell tatsächlich besser ausgeschmückt werden. Ich fürchte allerdings, wenn es in der Ich-Perspektive geschrieben wäre, würde es Woodwalkers zu sehr ähneln. Also finde ich den Schreibstiel so, wie er ist, ganz gut.
Charaktere
Im ersten Band kennt man die Charaktere noch kaum, auf die ganze Reihe betrachtet kann ich aber definitiv behaupten, dass die Charaktere sich verändern und stark durch Emotionen und Erlebnisse beeinflusst werden. Im ersten Band merkt man dies vor allem an Simon. Auch hier kann ich die eben erwähnte "Rattenszene" als Beispiel anführen. Simon ist von der Entführung seiner Mutter so aufgebracht, dass er ab dieser Stelle fast gar nicht mehr auf seinen Onkel Darryl hört. Und das gilt nicht nur für für diese Szene, sondern zieht sich durch bis zum ende des Buches. Die anderen Charaktere kennt man im ersten Teil leider noch kaum. Das führt auch dazu, dass bis zum Ende des Buches "Gut und Böse" sehr schwer voneinander zu unterscheiden ist. Ein Thema, das auch in späteren Bänden ständig wieder zum Problem wird.
Finale und Abschluss der Geschichte
Wie jedes Buch, das gut anfängt, endet dieses Buch auch spannend. Vor allem beim sehr gelungenen Finale des Buches, in dem sich die ganze Geschichte völlig in eine Richtung wendet, mit der man nicht gerechnet hat. Es sind Power, Emotionen, und Dramatik zusammengeworfen worden, um ein besonders episches Finale zu schaffen, das so in der ganzen Animox-Reihe meiner Meinung nach nur ein weiteres Mal vorkommt.
Storyline
Beim Punkt "Einstieg in die Geschichte" habe ich ja schon etwas beschrieben. Im ersten Band von Animox passiert jedoch insgesamt sehr viel. Es wurde immer an genau den richtigen Stellen Spannung eingebaut - sodass man, wenn man sich gerade gesagt hat, dass man nach diesem Kapitel das Buch weglegt, immer doch noch weiterlesen möchte. Außerdem hält das Buch ständig Überraschungen bereit. Um es mathematisch auszudrücken: Als Leser fragt man sich "Was wird wohl passieren, Möglichkeit a oder b?" Und dann tritt im Buch plötzlich Möglichkeit c ein, die niemand in Betracht gezogen hat! Der gute Schreibstil unterstützt diese ganze Thematik noch, was zu einer insgesamt sehr gelungenen Spannungslinie führt.
Abschließende Bewertung
Hinweis: Da dies meine erste Rezension auf dieser Website ist, ist die folgende Tabelle vorerst nur ein Entwurf. Wenn mir beim Schreiben weiterer Rezensionen auffällt, dass Kriterien fehlen, werden diese ergänzt und natürlich auch hier aktualisiert.
Edit: Dies ist heute (25.04.2021) das erste Mal passiert.
Somit bekommt der erste Band von Animox von mir insgesamt 82 /100 Punkten und eine dringende Kaufempfehlung für jeden Fantasy-Fan, der sich mal nach einer neuen Reihe umschauen wollte.