Die Geschichte geht weiter...
Beginn des Buches
Da man als Leser nun schon von der Animox-Welt weiß, ist der Einstieg in dieses Buch deutlich flüssiger als in Animox 1. Es wird nicht direkt an das Ende des ersten Bandes angeknüpft, sondern der zweite Band spielt etwa 3 Monate nach dem ersten. Ich habe Animox 2 noch am selben Tag begonnen, an dem ich Animox 1 beendet habe (glaube ich zumindest, könnte auch ein Tag danach sein) und war deshalb gedanklich schon sehr in der Welt drinnen. Ich glaube jedoch, dass man, auch wenn man mehrere Monte auf den zweiten teil warten musste, relativ schnell wieder ins Geschehen geholt wird.
Einstieg in die Geschichte
Für meinen Geschmack etwas zu lange überlegt, wie man jetzt aus dem L.A.G.E.R. einfach ins Reptilienreich abhauen kann. Alles zieht sich ziemlich in die Länge. Doch mit einem Mal, als hätte jemand einen Schalter umgelegt, kommt die Geschichte mit einer spektakulären Verfolgungsjagd richtig ins Rollen. Der Hype, den man am Anfang bekommt, zieht sich ziemlich lange in einer sehr spannenden Atmosphäre hin. Doch so gut geht es nicht weiter (siehe "Storyline").
Schreibstil
Hier hat sich im Vergleich zum ersten Buch eigentlich nicht viel verändert. Die Autorin ist allen ihren Ausdrücken treu geblieben und hat sich nicht besonders verbessert und auch nicht besonders verschlechtert. Nur das Ende finde ich im Vergleich zum ersten Band ein bisschen zu wenig, aber da gehe ich im Punkt Storyline nochmal drauf ein.
Charaktere
Wie bereits schon im ersten Teil ein sehr starker Punkt. Wirklich alle Personen bleiben zumindest meiner Meinung nach so, wie man es als Leser bereits gewohnt ist. Vor allem Winter finde ich unglaublich passend umgesetzt. Auch das trägt dazu bei, dass man, wie oben erwähnt, die Animox-Welt schnell wiedererkennt und sich denkt: "Ja, das ist ein Animox-Buch. Das weiß ich einfach." Ein Gefühl, das ich so bisher nur bei Harry Potter erlebt habe, und wo Animox definitiv nah ran kommt. Außerdem lernen wir viele neue Charaktere aus dem Reptilienreich kennen, die ebenfalls einen starken wiedererkennungswert haben. Das sind natürlich der Ratsherr persönlich (dessen Name genauer Auftritt in einer Spoilerfreien Rezension zu weit führen würde) Ratsmitglied Crocker, und natürlich Zia, die mir beim ersten Auftreten direkt sympathisch waren.
Finale und Abschluss
An das legendäre Ende vom ersten Teil kommt Animox 2 zwar bei weitem nicht heran, jedoch hat auch hier so gut wie alles seine ganz eigenen Merkmale. Damit meine ich vor allem die sehr gute und etwas witzige Idee, wie Simon am Ende versucht, an das Teil des Greifstabs zu kommen. Im Gegensatz zum ersten Teil passiert nach den Finale nicht mehr so viel. Die Geschichte klingt am Ende ziemlich ruhig aus, sodass man die letzten par Seiten gut hätte weglassen können. Das hätte dem Buch nicht geschadet.
Storyline
Der einzige Punkt, in dem Animox 2 - Das Auge der Schlange, sich im Vergleich zum ersten Band erkennbar verschlechtert hat. Dabei ist der Anfang noch gelungen. Nachdem man in die Geschichte eingestiegen ist (siehe "Einstieg in die Geschichte"), kommt alles sehr schnell ins Rollen. Leider ein bisschen zu schnell, denn danach passiert sehr lang nichts, außer, man möchte eine Hobbywaschbärendiebesbande als erwähnenswert bezeichnen. Ca. von der Hälfte bis 3/4 passieren nämlich genau solche Dinge, die man direkt man direkt nach dem lesen wieder vergisst. Und das ständig Panik gemacht wird, dass das goldene Trio (das aus 4 Personen besteht und somit eigentlich kein Trio ist) jederzeit von Malcom gefunden und zurück ins L.A.G.E.R. gebracht erden kann, kümmert den Leser auch irgendwann nicht mehr. Der Twist am Ende, mit dem Simon es doch noch schafft, von den Schlangen akzeptiert zu werden, ist aber wiederum durchaus eine witzige Idee. Allerdings hätte man auch hierzu auf jeden Fall mehr schreiben können. Somit ist dieses Buch eines der berühmten "Der-Gedanke-dahinter-ist-gut,-die-Umsetzung-eher-weniger"-Klassiker, von denen, denke ich, jeder welche kennt.
Abschließende Bewertung
Abschließend muss ich sagen, dass der zweite Teil mit insgesamt 70/100 zwar schwächer als der erste Teil, aber definitiv lesenswert ist. Unter anderem, weil sich die Reihe bald wieder steigert und auch dieses Buch wichtige Informationen für den Gesamtzusammenhang enthält. Aber ich gehe sowieso davon aus, dass kein Mensch ein Buch einer 5-Teiligen Fantasy-Reihe einfach auslassen würde.