Livestream aus dem Festsaal des Rathauses St. Johann, Saarbrücken (29.Oktober 2025)
Schirmherrschaft
Das Symposium steht unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Saarbrücken, Herrn Uwe Conradt, der die Veranstaltung zudem mit einem Grußwort beehren wird.
Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS
Foto: © Landeshauptstadt Saarbrücken / www.saarbruecken.de
Im Kontext der 7. Internationalen Saarbrücker Fremdsprachentagung (SFT) organisiert der Sprachenrat Saar in Kooperation mit der htw saar ein internationales Symposium zur Vermittlung des Deutschen in internationaler Perspektive. Diese akademische Veranstaltung findet am 29. Oktober 2025 in Saarbrücken zu folgendem Thema statt:
Deutsch lehren und lernen international – dynamische Perspektiven & aktuelle Entwicklungen
Die weltweite Vermittlung der deutschen Sprache ist geprägt von einer bemerkenswerten Vielfalt: Unterschiedliche Bildungssysteme, kulturelle Kontexte, politische Rahmenbedingungen und institutionelle Träger erzeugen ein breites Spektrum an Herangehensweisen, didaktischen Konzepten und Lehrformaten. Das geplante Symposium „Deutsch lehren – international“ möchte genau hier ansetzen: Es schafft Raum für den internationalen Austausch über die Praxis und Theorie des Deutschunterrichts in den verschiedensten Regionen der Welt.
Ziel ist es, Perspektiven aus verschiedenen Ländern und Kontinenten zusammenzuführen, um Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Querschnittsthemen sichtbar zu machen. Dabei steht nicht nur die Darstellung lokaler Erfahrungen im Vordergrund, sondern vor allem die Möglichkeit zur vergleichenden Betrachtung, zur Reflexion und zur Entwicklung übertragbarer Impulse für die Sprachvermittlung.
Foto: SFT
Foto: Canva
Deutsch lehren und lernen international
Ein Forum für internationale Impulse zur Analyse aktueller Trends und zukünftiger Potentiale
Wir laden Beiträger und Beiträgerinnen ein, die sich mit der Vermittlung des Deutschen als Fremd- oder Zweitsprache im internationalen Kontext befassen – auf empirischer, didaktischer, bildungspolitischer oder praxisorientierter Ebene.
Willkommen sind sowohl wissenschaftliche Studien als auch Erfahrungsberichte, innovative Unterrichtsansätze oder kritische Reflexionen.
Mögliche Themenbereiche umfassen unter anderem:
Globale Perspektiven für Deutsch als Fremdsprache
(z.B. gesellschaftliche und bildungspolitische Rahmenbedingungen in unterschiedlichen Ländern)
Didaktische Modelle und Methoden im internationalen Vergleich
(z.B. Kontrastive Linguistik, handlungsorientierter Unterricht, Curricula)
Lehrkräftebildung und Professionalisierung weltweit
(z.B. Ausbildungspfade, Qualifikationsstandards, Fortbildungspraxis)
Sprachunterricht in mehrsprachigen und interkulturellen Kontexten
(z.B. interkulturelle Kompetenz, Identität und Sprache)
Digitale Formate und Medienintegration
(z.B. Online-Unterricht, hybride Modelle, KI-gestützte Sprachvermittlung)
Deutsch für spezifische Zielgruppen
(z.B. Deutsch in der beruflichen Bildung, in der Migrationsgesellschaft oder im schulischen Kontext)
Forschung zum Deutschunterricht in internationalen Kontexten
(z.B. empirische Studien zu Lernerfolgen, Motivation, Sprachbiographien)
Kooperation und Netzwerke im internationalen DaF/DaZ-Bereich
(z. B. DAAD, Goethe-Institut, ZfA und weitere Institutionen und Programme)
Professur für Angewandte Germanistik und Zweitsprachenforschung
Massachusetts Institute of Technology, USA
Future Imperfect – Unreife Technologien im Sprachunterricht
Abstract
Abstract
An der Schwelle zum zweiten Viertel des einundzwanzigsten Jahrhunderts wurde der Fremdsprachenunterricht an Schulen und Universitäten weltweit durch zwei Entwicklungen herausgefordert. Zunächst zwang die Corona-Pandemie zu einer urplötzlichen und ungeplanten Umstellung von Präsenz- auf Fernunterricht – ein Vorgang, der trotz immenser Schwierigkeiten vielerorts dank didaktischer Kompetenz und Improvisationstalent zahlreicher Sprachlehrkräfte durch den Einsatz digitaler Technologien erfolgreich gemeistert wurde. Als die Pandemie allmählich abklang, trat eine neue Herausforderung auf scheinbar ähnlich plötzliche Weise in unsere Welt und unsere Klassenzimmer: die Künstliche Intelligenz.
Trotz der schwindelerregenden Geschwindigkeit der aktuellen Entwicklungen im KI-sektor lädt mein Vortrag dazu ein, innezuhalten und über zwei grundlegende Fragen nachzudenken, die ich für zentral halte, um im Rahmen des Fremdsprachunterrichts Schülerinnen, Schüler und Studierende bewusst auf eine zunehmend technologisierte Welt vorzubereiten: Warum sollten wir uns nicht scheuen, neue Technologien in den Sprachunterricht zu integrieren? Und wie genau kann diese Integration stattfinden, damit selbst unreife Technologien zur Verbesserung des Unterrichts beitragen können?
Ziel meines Vortrags sind keine Pauschalurteile über den Einsatz bestimmter Technologien und Tools im Fremdsprachunterricht, sondern das Angebot von Denkmodellen, die uns dabei helfen können, sowohl heutige KI-Technologien als auch zukünftige Innovationen kritisch-konstruktiv einzuordnen. Eine solche Einordung erlaubt uns dann – abhängig von unserem jeweiligen Lernkontext – neue Technologien trotz ihrer inhärenten Unreife entweder sinnvoll in den Sprachunterricht zu integrieren oder uns bewusst und begründet gegen ihren Einsatz auszusprechen.
Kurzbiographie
Per Urlaub ist Professor für Germanistik und Sprachlehrforschung sowie Direktor der Abteilung für Fremdsprachen am Massachusetts Institute of Technology. Dort beschäftigt er sich mit den Auswirkungen von Technologie auf Sprache, Kultur, Übersetzung und Bildung. Neben Germanistik lehrt er Europastudien und Übersetzungswissenschaft und ist Faculty Associate am Center for International Studies des MIT. Darüber hinaus wirkt er als Associate Head of House der Sidney-Pacific Graduate Community, einer Wohnanlage für rund 700 Promovierende und Post-Docs auf dem MIT-Campus.
Bevor er 2022 ans MIT wechselte, war er Professor am Middlebury College, wo er in den Bereichen Linguistik und Erziehungswissenschaft unterrichtete und fünf Jahre lang als Associate Dean für Sprachen wirkte. Zuvor war er acht Jahre an der University of Texas at Austin tätig, unter anderem als Associate Professor für Germanistik und Sprachlehrforschung. Überdies führen ihn Gastprofessuren, Forschungsaufenthalte und befristete Lehraufträge nach New Haven, Nashville, Würzburg, und Aix-en-Provence. Er hat ein abgeschlossenes Lehramtsstudium von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, einen M.A. von der University of Utah und einen Ph.D. von der Stanford University, die er Dank eines Vollstipendium besuchen konnte.
Er ist Herausgeber mehrerer Themenbände und Autor zahlreicher Fachartikel und Buchkapitel. Journalistische Beiträge erschienen unter anderem in Die Welt, The New Republic und der Washington Post. Seine Forschung präsentierte er auf Einladung zahlreicher Universitäten, darunter Yale, Columbia, Vanderbilt, Cornell, Princeton, Brown, Georgetown, Berkeley, Duke und Harvard sowie auf Konferenzen in Nordamerika, Lateinamerika, Asien und Europa.
Festsaal des Rathauses St. Johann
Saarbrücken
Address: Rathauspl. 1, 66111 Saarbrücken
Festsaal Rathaus, Saarbrücken
Foto: Thomas Tinnefeld / SFT
Festsaal Rathaus, Saarbrücken
Foto: Thomas Tinnefeld / Sprachenrat Saar