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Die Gedanken sind frei




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      Unsere Arbeitszeiten: Wir sind um 9 oder 10 Uhr da.

               Manchmal um 8 Uhr, aber auch  um 11 Uhr.

                  Wir gehen ung. 15 Uhr-16 Uhr. Manchmal 14 Uhr.

                An manchen Tagen oder Nachmittagen sind wir nicht hier.

              Aber in letzter Zeit sind wir fast immer da.






                                  Leibliches Wohl: Autor:

                              Karl Heinz Böhm: Buchstabensuppenkoch 


                                               

                              Literatur: Autorin Heidrun Böhm






    

                                                          

                                             Über uns:

Eigentlich gehören wir noch nicht zu den Alten.

Wir gehören auch nicht zu den „neuen Alten“ doch da die Haare grau werden und die

Falten tiefer, sind wir nicht mehr  taufrisch.

Wir schweben zwischen Jugendwahn und Altersteilzeit.

Wir können heiraten, werden aber von manchen Zeitgenossen milde belächelt, und müssen Kommentare wie: „Ich kenne ein Paar, das fünfzehn Jahre zusammengelebt und dann geheiratet hat. Ein halbes Jahr später waren sie geschieden. Es war alles zu eng für sie, “ über uns ergehen lassen. Sollten wir solche Kommentare ignorieren und heiraten, sind wir selbst schuld. Wir sind seit langer Zeit erwachsen und können unsere eigenen Entscheidungen treffen. Wir haben trotzdem geheiratet. Das ist der Sieg der Hoffnung über die Erfahrung.

                                                                                         

         








Und nun zur Literatur:



Unsere Hochzeit wird hier nicht beschrieben. Wir waren Gäste.








Meine Geschichte in dieser Anthologie: Die zwei Kugelhälften 


Papierfresserchen- Verlag

 

    Als das Leben am Anfang stand, fielen unzählige Kugeln auf die Erde. Bei ihrem Aufprall zersprangen sie in zwei Hälften,“ zitierte ich laut. „Ich nehme ein Bier und ein Schnitzel,“ sagte Karl. „Das nehme ich auch, aber mit Pommes,“ ergänzte Thomas.

Männer haben keinen Sinn für solche Dinge. Ihr Verlangen nach einem Glas Bier einer Schweinshaxe und einem dicken Schnitzel scheint wichtiger zu sein als die Dichtkunst.

Die Kellnerin bemerkte meine Unruhe, ich hatte kein Bier bestellt. Interessiert erkundigte sie sich nach dem Blatt. Als ich ihr erklärte, was es damit auf sich hat, sah sie mich mitleidig an, und sagte: „Herzliches Beileid.“

„Nach einiger Zeit, wenn sich beide Hälften abgeschliffen haben, lassen sie sich fast mühelos zu einer Kugel formen. Genau passen darf es nie, sonst verliert man seine Persönlichkeit, und das, was den Menschen an eurer Seite ausmacht. Vergesst nie: Ihr sollt nicht an der anderen, sondern an der eigenen Hälfte feilen. “



   



         

Über Heidrun Böhm:


                                                                                         

Coming-out: Ich habe SCHREIBEN

              Ein Praktikant von Lord Autoris führt dich ins Wartezimmer.

              Auf dem einzigen freien Stuhl liegt ein Patientenbogen. Besser, du füllst ihn aus.

               Webseite:  http://heidrun-diegedankensindfrei.blogspot.de

               Lieblingsgenre: Satire, aber das glaubt mir keiner …


     Endlich, du wirst aufgerufen! Lord Autoris bittet dich in sein Behandlungszimmer.

    Er deutet auf seinen Schreibtisch, auf dem viele Karteikärtchen liegen, und fordert     dich auf, eine auszuwählen:





                            Lies den Satz nun bitte laut vor: Ich habe Schreiben ...

                                                                                                                                              


Nun ist es raus, wie fühlst du dich?

Fühle mich gut, lehne mich zurück und warte auf meinen nächsten Traum. Der Stuhl, in dem ich sitze, knarrt. Sollte  einen Neuen kaufen. Doch die Tantiemen reichen dafür nicht aus. 

Wann und wie hast du dich mit SCHREIBEN infiziert?

Es geschah vor vielen Jahren, mein Bruder und meine Mutter waren bereits von einem Virus infiziert.

Wir gründeten eine Autorengruppe und veröffentlichten Anthologien.

Später bemerkte ich, dass mich der Virus ebenfalls befallen hat. Er nennt sich Schriftstellervirus. Das Schreiben mit den Fingern in den Staub auf der Tischplatte gehört zu meinen Gewohnheiten. Nur manchmal bin ich ansprechbar. Auf meinem Speiseplan stehen Buchstabensuppe und russisch Brot. Beim Fegen im Keller formen sich Buchstaben aus Kohlenstaub. Mein Haushalt wird vernachlässigt. Füll und Unwörter bestimmen meinen Alltag.

Der Arzt sagt, diese Krankheit sei unheilbar, Hypnose nütze nichts.

Wie geht dein persönliches Umfeld mit deiner Krankheit um und wer muss am meisten unter ihr leiden?

Mit meinem Mann rede ich in Methapern, er hat sich daran gewöhnt. Wenn Besuch kommt, gibt es keine Buchstabensuppe … er kocht dann selbst.

Stehst du in Kontakt mit anderen Infizierten und nutzt Selbsthilfegruppen im Internet?

Ja, ich nutze diese Selbsthilfegruppen, mal mehr mal weniger. Nicht immer mit Erfolg. Ich weigere mich, einen Text mit 800 Seiten gegenzulesen.

Warst du schon auf den als Buchmessen getarnten Infiziertentreffen in Frankfurt und Leipzig und wie hat es dir dort gefallen?

War vor einigen Jahren in Frankfurt. Bis auf die Tatsache, dass eine Autorin dabei war, die einen Verleger suchte, und den ganzen Tag schlechte Laune hatte, weil sie keinen fand, gefiel es mir gut. Interessant und informativ. In Leipzig war ich mit einer Autorin, die von einem Radiosender zum anderen lief, um ihr Buch anzupreisen. In den weitläufigen geschmackvollen Gebäuden gab es viele Treppen, was ihrer Freundin, die ebenfalls dabei war, zu schaffen machte. Ihre Knie waren ein wenig fehlerhaft. Mein Angebot, ihr den Rucksack mit unserer Verpflegung abzunehmen, lehnte sie ab. Die darin enthaltene Hausschlachtewurst verzehrten wir an diesem Tag nicht. Ich brachte sie meinem Mann als Reisepräsent. Er freute sich sehr und kochte eine Buchstabensuppe.

Lord Autoris unterbricht die Sitzung und wirft einen Blick in seine Kristallkugel. Bei der Betrachtung deiner Zukunft kann er sich ein Lächeln nicht verkneifen...

In deinem nächsten Leben wirst du in einem Roman wiedergeboren. Irgendwelche Wünsche?

Doctor Sleep v. Stephen King

Wir schreiben das Jahr 2163, die Welt liegt in Schutt und Asche. Die Menschheit wird nach dem Arche-Noah-Prinzip evakuiert. Welche zwei Autoren sollten gerettet werden?

Stephen King und Günther Wallraff

Unglaublich, aber wahr, auch DU wirst evakuiert. Du hast in der Bevölkerungs-Tombola zwei Tickets für die Reise zum Mars gewonnen. Wen nimmst du mit und vor allem wer darf am Fenster sitzen?

Ich möchte am Fenster sitzen, das will ich nicht verpassen. Nehme den Buchstabensuppenkoch mit .

Aber das ist Zukunftsmusik. Lord Autoris verdeckt die Kristallkugel und blickt dich ernst an.

Wie müsste - Stand heute - der Titel deiner Biografie lauten und welcher Schauspieler wäre die Idealbesetzung für die Verfilmung des Buchs?

Titel: Narrenpossen. Schauspieler(in): Evelyn Hamann


                           Die Welt weiß nun, dass du SCHREIBEN hast.

                          Was sollte sie sonst noch über dich wissen?


                   Liebe deinen Nächsten, aber kratze nicht an seiner Oberfläche....
                          Beiß die Zähne zusammen, aber knirsche nicht mit ihnen.                                   Bleibe immer auf dem Boden der Tatsachen.
                                         Aber ziehe festes Schuhwerk an.
                               Lustig sollst du sein und deine schönste Mine aufsetzen.                                    Unterlass die ironischen Bemerkungen.

   Lord Autoris bedankt sich für das Gespräch und bittet dich zur weiteren Behandlung in einen Nebenraum. Im Hinausgehen siehst du, wie er deine Akte zuklappt und einen Stempel auf den Einband donnert.



Infiziert Heilung ausgeschlossen!






                                                    

                                       



                                                                                                 

                                                                                                                             



                                          




                                                    

                                           






                                        Karl Heinz Böhm           



              

                                           

                                                           


                 Im Kochbuch stand: "Man reibe 3 Tage alte Semmeln."    

               Nach einem halben Tag hatte ich die Badewanne und die
                                                 Schnauze voll.

                      




 




       

 











                                                                                                                      

         Na, das wird sich zeigen......

       

      Mein Beitrag in diesem Buch vom Schweizterhaus Verlag:

 


                        Ein Tag in Mallorca                                      


Die graue Jahreszeit machte ihrem Namen alle Ehre.Der Tag war neblig und trüb.

Ein heftiger Ostwind trieb bleierne Wolkenfetzen über den Himmel.

Dicke Regentropfen klatschten auf das Straßenpflaster.

Gabi saß in der Stadtbahn und musterte die Regenschleier am Fenster.

Ihre Kehle war zugeschnürt und ihr Magen fühlte sich wie ein Stein an.

Sie war übel gelaunt.

„Hauptbahnhof“ quietschte die monotone Stimme der Lautsprecherdurchsage.

Viele Fahrgäste stiegen ein und aus. Ein halbwüchsiges Bürschchen, das einen

gewaltigen Rucksack auf dem Rücken trug, wollte sich Gabi gegenübersetzen.

Die Bahn fuhr ruckartig an. Er verlor den Halt und landete mit einem Aufschrei auf

Gabis Schoß. „Entschuldigung, tut mir Leid,“ stammelte er mit hochrotem Kopf

und hangelte sich umständlich auf seinen Sitz zurück.

Dort blieb er mit gesenkten Augen sitzen und zwirbelte verlegen an seinem Schnurrbart.

Gabi würdigte ihn keines Blickes. Alle Männer behandeln die Frauen gleich, dachte sie.

Zuerst anmachen, dann aufreißen, und anschließend wegwerfen. Dieses Exemplar hier

wird keine Ausnahme sein.









          Über uns beim Schweitzerhaus Verlag :



                                   

          


Die Spaß Gesellschaft




In wenigen Minuten hatte ich den Inhalt der kleinen Schachtel ans Tageslicht

befördert. Staunend breitete ich eine Sonnenbrille mit roten Gläsern, ein

Namensschild und einen „Ablauvplan“ auf dem Tisch aus. Das V im Ablauf war kein

orthografischer Fehler, wie ich später feststellen konnte. Alles hatte einen Sinn.

Ein Einladungsschreiben von der großen englisch-holländischen Bell Gesellschaft

war uns ins Haus geflattert. Wir wurden von ihr nach Berlin eingeladen.

„Erwarten Sie das Unerwartete! Seien sie dabei, wenn sich der Vorhang öffnet!

Alles, was Sie mitbringen sollten, ist Neugierde, die Brille und Ihr Namensschild.

 Garderobenempfehlung: Für die Konferenz geschäftsmäßig, für die Gala elegant“.

 „Ich bin neugierig, was sie uns bieten werden.“ Karls Lippen verzogen sich zu einem

 skeptischen Lächeln.

Im Moment arbeitete er als Tankstellenpächter im Dienste einer

 anderen großen Gesellschaft. Nun stand der Zusammenschluss

der beiden Unternehmen bevor.

In Zukunft sollte er im Dienst der Bell Gesellschaft arbeiten.

Ich muss da durch“, hatte Karl als typischer Vertreter seines Tierkreiszeichens

Steinbock erklärt. Die Falten unter seinen Augen waren tiefer geworden und die Haare

grauer. Würde sich durch den Zusammenschluss die Lage der Tankstellenpächter

verbessern? Wir waren uns nicht sicher.  Aber etwas wollten wir aus dieser Berlin-Reise

machen. Auch für uns beide.








Über Karl Heinz Böhm: 


Ich habe Angeln:

Wir alle sitzen in einem Boot. Die einen zum Rudern, die andern zum Angeln


Was am Angler witzig sein soll, erschließt sich nicht sofort.

Viele Menschen sehen den Angelfreund als langweilig an.

Er sitzt stundenlang am Fluss oder der Meereskante und wirft den Haken aus.

Ein Urlaubsort ist nur dann gut, wenn man die Angel mitnehmen kann.

Möglicherweise würde ein Angler zuerst das Angelzeug retten, wenn das Haus brennt. 




Heinz Erhardt  meinte::

Das Meer reicht bis zum Strande
und dann verläuft's im Sande,
ganz plötzlich und abrupt


In ihm gibt's viele Fische,
die essen wir bei Tische
gekocht und abgeschuppt.


Doch wozu gibt's die Gräten?
Sie wären nicht vonnöten,
sie schmälern den Genuß.


Denn bleibt mal eine stecken,
so kann man leicht verrecken -
viel eher als man muss!




Ernest Hemingway schrieb: “Das interessanteste Geschöpf der Zoologie ist der Fisch.

Er wächst noch, wenn er längst verspeist ist. Wenigstens in den Augen des Anglers.”


Aber:

“Angeln ist die einzige Art von Philosophie, von der man satt werden kann.”

Und:

  • " Das Wichtigste beim Angeln sind lange Arme, damit man zeigen kann, wie groß der Fisch war.


Angler sind leidenschaftlich:


Sagt der Fischer im Boot: “Es ist mir egal, wer Dein Vater ist – solange ich hier angle, läufst Du nicht übers Wasser."


Ein leidenschaftlicher Angler will Eisfischen. Er hackt ein Loch in die Eisfläche, da ertönt plötzlich eine Stimme: "Hier gibt es keine Fische!" Der Mann geht ein Stück weiter, schlägt erneut ein Loch ins Eis, prompt ist wieder die Stimme zu hören: "Hier gibt's keine Fische !" Beim dritten Mal hebt der Mann die Arme gen Himmel und ruft: "Bist du es, oh Herr ?" - "Nein, hier ist der Platzwart vom Eisstadion !"




Angler erzählen gerne aus ihrem Leben:


"Ich verstehe jetzt, dass die Fische nicht anbeißen: Ich hab mal so einen Wurm probiert."


Wir brauchen zum Angeln keine Angelkarte! Wir finden den Fisch auch so!"




Angler schwimmen gern





Petri Heil!










Auch übers Angeln habe ich eine Geschichte geschrieben.

Man findet sie in der Anthologie: 







Ein trolliger Urlaub in Norwegen


Die Männer sind hier in der Überzahl. Karl hat gesagt, er gehe jeden Abend in die

Sauna. Es gibt hier unter den Gästen nur zwei Frauen. Wie ich aussehe, weiss er....

Die andere ist älteren Semesters. Sein Interesse an einem Saunabesuch ist verblasst.

Sein Bestreben geht nun allein dahin, zu Angeln, wobei er sich in guter Gesellschaft von

zehn weiteren Männern befindet. Zur Zeit lässt das Wetter zu wünschen übrig.

Die Fische lassen sich nicht blicken. Allerdings haben die Männer in den ersten Tagen

gute Beute gemacht.

Wer den größten Fisch angelt muss Abends an der Bar eine Runde ausgeben.

Natürlich bleibt da keine Zeit fürs schwimmen. Denn um 18 Uhr gibt es Abendessen,

und die Fische sollten zuvor filetiert und ausgenommen werden.

Da sie heute keinen Fisch gefangen haben gehen sie ins Watt, um ihm die Würmer zum

Angeln zu entreissen. Aus der Ferne sehen sie aus wie kleine Jungs, die in

Gummistiefeln im Sandkasten buddeln.  










Auch ein Angler weiss:





 



Meine Geschichte: Frau zu sein ist schwer




Mein Freund, ein Busfahrer, der, als ich ihn kennenlernte 56 Jahre alt war, wurde

immer wenn er mir sein wahres Alter gestand, ein Jahr älter.

  Er war 65 Jahre alt, als ich mich nach sechs Monaten von ihm trennte.



An der Tür meines Schlafzimmers befestigte ich danach einen Spruch:

"Frau zu sein ist schwer. Man muss denken wie ein Mann, aussehen wie ein junges

Mädchen, sich geben wie eine Dame, und arbeiten wie ein Pferd..." Ich versuchte, mich

daran zu halten. Das mit der jungen Dame und dem Mädchen gelang mir nicht.



Um nicht unangenehm aufzufallen, veröffentlichte ich einen Beitrag in dem Buch:








Und auch diese Titel passten: 


 



Garderobenwechsel 


Karl und Lisa waren seit zwei Tagen in einem Hotel an der schönen Mosel.

Zwei Abende hatten sie hinter sich gebracht, ohne intensiv über ihre Kleidung nachzudenken. Der dritte und letzte Abend sollte ein ganz besonderer werden. Ein Hauch von Romantik sollte dabei sein. Karl hatte sich ein Paar braune elegante Lederschuhe gekauft, die noch nie zum Einsatz gekommen waren. Der Anzug war schnell angelegt, auch die Krawatte saß perfekt. Lisa, die keine großartige Lust hatte, sich umzuziehen saß auf dem Bett und sagte Karl, ob seine Krawatte am Hosenbund endete. Karl betrachtete sich zufrieden im Spiegel. „Nun die Schuhe“, sagte er. Lisa nickte zustimmend, während sie sich überlegte, ob sie das neue T- Shirt mit den Perlen am Ausschnitt anziehen sollte. Nur, welche Hose passte dazu? „Verdammt, ich habe keinen Schuhanzieher mitgenommen“, sagte Karl. Sein vorwurfsvoller Blick traf Lisa. „Du hast ihn natürlich nicht eingepackt“, stellte er dann fest. „Nein, habe ich nicht, brauche ich nicht, daher vergessen,“ antwortete Lisa kurz. Karl versuchte, sich die braunen Schuhe anzuziehen. „Nun habe ich umsonst geduscht, und das nur weil du den Schuhlöffel zu Hause vergessen hast, “ sagte Karl, während  die Anstrengung Schweißperlen auf seine Stirn trieb. Lisa sah schweigend auf die Uhr. Noch eine halbe Stunde, dann war die Zeit um. Es würde kein Menü mehr geben weil  Karl unbedingt die neuen braunen Schuhe anziehen musste.















Die letzte Anthologie unserer Autorengruppe




Mein Zeichen ist ein Feuerscheit

  Glück gehabt


                            Elisabeth Zimmerer

 

Eines Tages ruft mich meine ebenfalls literarisch tätige Tochter an. „Mama“, sagte sie, “ich habe da wenn ich es richtig verstehe, eine Preisverleihung in Aussicht. Jedenfalls steht es so in dem Brief den ich bekommen habe. Ich bin natürlich ein wenig durcheinander. Der Termin? Ja, der steht auch drin. Würdest und könntest du dabei sein?“ Ich denke an meine eigenen Erfahrungen mit Preisen und sage zu.

Pünktlich bin ich zum festgesetzten Termin in jener Stadt. Warum beim Aussteigen aus dem Zug die Waggontüre klemmte und warum ich beinahe den Anschlusszug verpasst habe, weiß ich nicht....


























Meine Geschichte:

Die Gedanken sind frei

 


Als dein Brief ankam, saß ich im Garten. Ein Hauch von Frühling lag in der Luft. Der

Himmel war samtblau, Krokusse und Schneeglöckchen blühten.

Mein Sohn hatte mir den Brief zusammen mit einem Zweig Palmkätzchen auf den Tisch

gelegt. Ich erinnerte mich daran, dass der Frühling die Jahreszeit war, in der wir beide

als junge Frauen unsere schönste Zeit erlebten.


Du hattest mir in all den Jahren nie einen Brief geschrieben.

Wir telefonierten miteinander, seit damals das Unglück geschehen war.

Und seit der Beerdigung deines Mannes hatte ich dich nicht gesehen.

Ich war neugierig auf deine Zeilen, machte mir eine Tasse Kaffee und öffnete den Brief.

Ein heftiger Windstoß, der unerwartet kam, riss in mir beinahe aus den Händen.

Vermutlich hätte ich das als Zeichen werten sollen,

ich hätte den Brief wegwerfen sollen. 

Ein dicht beschriebenes Blatt, das mit rosa Rosen verziert war, fiel mir entgegen.

Dein Schriftbild war anders geworden. Früher hieltest du nichts von Schnörkeln und

Verzierungen. Deine nüchterne Art, das Leben zu betrachten hatte mir gefallen.

 „Meine liebe Freundin“, hattest du als Anrede geschrieben. Das Klang unpersönlich,

entsprach ebenfalls nicht dem Stil, den ich von dir kannte....







Dazu passen:







Szenen einer Ehe















  








Ausnahmsweise keine satirische Geschichte von mir:

 


Wie ein Rohr im Wind




Vor fast 30 Jahren Jahren so geschehen, wie es hier von mir geschildert wird.

Dieses Ereignis beschäfigte mich lange Zeit.

Das Manuskript lag viele Jahre in meiner Schublade. 

Ich wagte nicht, es zu veröffentlichen.





Lieber Bernd,

 

Seit deinem Tod sind viele Jahre vergangen. Heute denke ich an dich, wie an einen

guten Freund, den man irgendwann verloren hat.

Doch an den Abend, an dem wir das letzte Mal Hand in Hand durch deine Heimatstadt

gingen, erinnere ich mich deutlich.

Du hast dich von deiner Stadt verabschiedet, alte bekannte Plätze aufgesucht.

Nur du wusstest, es sind die letzten Stunden, die wir miteinander erleben.

Du hattest deinen Tod geplant. Die Worte, die du mir zum Abschied sagtest, werde ich

nicht vergessen:


„Ich mag dich sehr, aber ich kann nicht bei dir bleiben.

Du wirst einen Mann finden, der mit dir harmoniert, aber es wird nicht leicht sein,

denn du bist eine außergewöhnliche Frau.“







Leseprobe: Wie ein Rohr im Wind








Das Ofengespenst


Diese Geschichte habe ich vor vielen Jahren für meine Kinder geschrieben.

 


Wir hatten einen altersschwachen Ölofen in unserer Wohnung,

und froren den Winter über.

Im Frühjahr waren wir uns sicher, dass in diesem Ofen ein Gespenst

gewesen war.

Die Geschichte über ein nettes frierendes Gespenst mit dem Namen Augustin hat uns

 nicht erwärmt, aber doch erheitert....




Das kleine weisse Ding fror erbärmlich.

Es war Augustin, ein Gespenst, das aus dem Glockenturm der Kirche geflüchtet war,

um sich einen wärmeren Ort zum Überwintern zu suchen.

Sein ehemals weisses Gesicht war blau angelaufen und seine Flügelchen erstarrten

bereits zu Eis...Augustin war noch nicht lange unterwgs, als er einen rauchenden

Schornstein sah.

Die Menschen haben es warm, dachte er. Ich habe gehört, sie haben in ihren Häusern

 viereckige Klötze, in denen Feuer ist, und die sie "Ofen" nennen.

Vielleicht kann ich durch einen Kamin in ein Haus schlüpfen,
 
und den Winter über dort bleiben...












                                                                                     
  •                                                   Mein Beitrag:                                               


                                   

Bescheiden

 

Ein kleines Kind, das neugeboren

Hat noch nicht viel um die Ohren,

liegt in der Wiege, plärrt und lacht

und stört die Eltern gern bei Nacht.

Wenn Oma Opa, Tanten kommen,

dann wird es auf den Arm genommen.

Der kleine Trotzkopf plärrt nun nimmer

er möchte raus, und das für immer.

Die Oma gibt ihm eine Rassel

Der Opa eine Eisenbahn.

Die Tante einen Teddybär.

Ach, wenn das alle Tage wär!

Die Mama sagt, so geht das nicht,

was soll es mit ner Eisenbahn,

wenn es noch nicht laufen kann.

Der Papa freut sich unbenommen,

Nun hat er ein Geschenk bekommen.

Das Kind, noch klein und ahnungslos,

will bei der Oma auf den Schoß.

Die springt auf und gibt’s der Tante

Undurchschaubar sind Verwandte!

Oma holt den Kinderwagen,

sie hat nicht gewagt zu sagen,

dass sie einen hat gekauft

noch bevor das Kind getauft.

Tantes Brille rutscht nach unten

Ihre Augen werden groß.

Wo hast du den denn nur gefunden?

Das Kind lacht auf ihrem Schoß.

Tante gibt das Kind der Oma

Sagt nur, ich muss schnell mal weg.

Kommt nach fünf Minuten wieder

Großer Kinderwagenschreck!

Auch Tante bringt nen Kinderwagen

Neu gekauft und blitze blank,

Mama lacht wie eine Wilde

Und ruft freudig Gott sei Dank!

Ich hab gekauft ne zweite Wiege

Damit das Kind bequemer liege.

Das Kind indessen, quietschvergnügt

Bei Oma auf dem Schoße liegt.

Ihm ist egal, wer was gekauft,

ihm ist egal ob es getauft.

Es will nur die Erwachsenen sehn

wie sie streiten, das ist schön!

                                           

Dieses Gedicht habe ich geschrieben, als ich erfuhr, dass ich Oma werde.

 













Einiges hat sich geändert:













                   







                                                


                                            













                                                      




                                        Manches ist gleich geblieben:








                                                      

Schriftstellers Leid

 

Es geschah zwei Tage nach dem mich die Hexe geschossen hatte.

Ich konnte mich nicht bücken und musste beim Arzt in die Knie gehen,

um meinen Schirm aus dem Schirmständer zu holen.

Als ich nach Hause kam, fand ich einen älteren, um nicht zu sagen, überholten Beitrag

in Form eines Gedichts von mir in unserer lokalen Monatszeitschrift.


Das Gedicht war versteckt platziert, weit unten auf der Seite 11, neben dem Rezept

für das erfrischende Getränk aus Holunder. Der Redakteur dieser Zeitschrift hatte vor

einem Jahr eine Kurzgeschichte von mir veröffentlicht.

Die restlichen Manuskripte, auch das Gedicht, schickte er mir zurück mit der

Begründung, sie seien zu direkt, oder aufrührerisch. Kurz , er dürfe es nicht

veröffentlichen.

Während ich am Küchentisch saß und mir den schmerzenden Rücken hielt,

überlegte ich, woher der Mann das Gedicht hatte.


Mein Blick fiel auf das Rezept für das Holundergetränk: „¼ l Weinessig, 10

Holunderdolden und eine Zitrone mit zehn Litern Wasser ansetzen...“

 Man hat es nicht leicht hier in der Provinz, wenn man seine Gedichte an die

Öffentlichkeit bringen will, dachte ich.

„Hernach siebt man die Flüssigkeit ab, füllt sie in Flaschen und stellt sie luftdicht

in den Keller.“

Ich war kein Mensch, der damit hausieren ging, dass er ein bisschen Schreiben

konnte nein, das war nicht meine Art.

„Nach vierzehn Tagen ist daraus eine stark sprudelnde Limonade geworden“, las ich

weiter.

Ich dachte bisweilen, keiner würde meine Geistesblitze veröffentlichen. 

Das stimmte nicht. Schon zwölf Monate nach der Rücksendung eines Manuskriptes

konnte ich eines meiner Gedichte in dieser Zeitschrift wieder finden.

Ich war froh, dass der Redakteur meinen Beitrag nicht unter das Rezept für den

Kartoffelsalat mir Sauerampfer gesetzt hatte. Er handelte vom Sinn des Lebens.

Der Redakteur hatte mein Gedicht kopiert und konserviert, um es nach einem Jahr als

Unterstreichung für eine stark sprudelnde Limonade zu veröffentlichen.

Langsam stand ich auf, dabei hielt ich mich krampfhaft am Küchentisch fest.

Ich hinkte zum Kühlschrank und holte mir ein Glas

Milch wegen des Kalziums für die Knochen.

Beim Schreiben hatte mich die Hexe nicht geschossen.

Das passierte bei der Arbeit, mit der ich mein Geld verdiente, um unter anderem

Beiträge in Anthologien bezahlen zu können. Wie ich sah, war das nicht mehr nötig.

Demnächst würde ich ein Rezept für eine Salbe gegen Hexenschuss schreiben.

Im nächsten Jahr würde ich es vermutlich neben der Stellenanzeige, in der ein

Dachdecker gesucht wird finden.









Und so präsentierte sich Heidrun Böhm im Wochenblatt

Bin immer gerne bereit über die "wichtigsten Dinge" unseres Lebens Auskunft zu geben....






 







Das Leben ist schön!

Du musst es nur aus der richtigen Perspektive betrachten!









        

 

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