Paddern

Im westlichen Kurland gab es drei Güter mit dem gleichen Namen Paddern. Die Häufung des Namens führte und führt regelmäßig zur Verwirrung, zumal die drei Güter nicht weit auseinander lagen.

(1) Paddern, lettisch Padures ist ein Rittergut, 7 km nordnordwestlich der Kreisstadt Goldingen mit 2230 ha. Besitzer war von 1837 bis 1920 die Familie Balfour. Dieses Gut Paddern ist noch heute Teil der politischen Gemeinde Padures.

(2) Paddern, lettisch Padures ist ein Rittergut, 3,5 km nordnordwestlich der Kleinstadt Hasenpoth mit 3528 ha. Besitzer war von 1800 bis 1913 die Familie v. den Osten-Sacken, die mit der Familie v. Keyserling befreundet war. Zur Unterscheidung von (1) Paddern wurde es Paddern-Hasenpoth (lettisch Aizputes Padures) genannt. Früher eine eigene Gemeinde, gehört es seit 1938 zur Gemeinde Laschen (lettisch Lažas)

(3) Paddern, lettisch Padures ist ein Rittergut, 15 km sudöstlich der Kleinstadt Hasenpoth, mit 2182 ha Hofland. Es war bis 1837 im Besitz der Familie v. Korff und von 1837 bis 1920 im Besitz der Familie v. Keyserling. Zur Unterscheidung von den anderen Gütern namens Paddern wurde es Tels-Paddern genannt (lettisch Tāšu Padures). Auch Tels-Paddern war eine eigene Gemeinde, die 1925 nach dem Dorf Kalwen (lettisch Kalvenes) unweit des Gutes umbenannt wurde.

Die Familie v. Korff besaß in Kurland zwei Güter, neben Paddern noch das Gut Telsen. Wahrscheinlich ist der Name Tels-Paddern von dieser Konstellation abgeleitet. Telsen lag ca. 20 km westlich von Tels-Paddern im Kreis Grobin, nur 8 km Luftlinie von der Ostsee und 12 km von der Stadt Liebau entfernt.

Das Baujahr des klassizistischen Gutshauses ist nicht genau bekannt, vermutlich stammt es aus den 1830er-Jahren. Die Familie v. Korff wird bereits seit 1710 als Besitzer des Gutes genannt, vermutlich gab es also ein Vorgängerhaus. Das zweistöckige Gutshaus besitzt eine repräsentative Auffahrt und zur Gartenseite eine Terrasse und eine Freitreppe. Im Innern, an der Gartenseite, befand sich ein großer Saal, der über beide Stockwerke reicht. Zum Gutshaus gehört ein ca. 10ha großer Park mit einem großen Teich. Der Park wurde auf der Gartenseite südlich des Hauses angelegt. Als Gartenarchitekt wird V. Lankenfeld genannt.

1892 hatte Tels-Paddern eine größe von 2618 Dessjatinen, das sind 2860 ha. Die Mutter war zu dieser Zeit als Besitzerin eingetragen. Verwalter des Gutes war Mathys Meyer. Müller war Ludwig Zimmermann; das Gut verfügte über zwei Getreidemühlen, eine Sägemühle und eine Teerbrennerei.

Ob die Bezeichnung "Schloß" für das Gutshaus Tels-Paddern zu trifft, mag jeder anhand der unten stehenden Foto selber beurteilen. Tels-Paddern wurde 1920 enteignet und danach umgebaut. Seit 1922 beherbergt das ehemalige Gut die Schule von Kalwen. In den 1960er-Jahren wurde das Haus grundlegend für den Schulbetrieb umgebaut.




Tels-Paddern, Front mit Auffahrt




Tels-Paddern, Gartenseite mit Freitreppe