Varroa-Rahmen und Einschub für die Bienenkiste.
In der BK ist es relativ aufwendig eine Varroadiagnose über die Puderzuckermethode durchzuführen. Die BK muss dazu komplett geöffnet werden und es gestaltet sich oft schwierig 50g Bienen in den Messbecher zu bekommen.
Manche Selbstbau-Varroagitter waren mir in der Konstruktion nicht ausgereift oder zu hoch, so dass die Be- und Entlüftung für die Bienen durch den leeren Boden nicht gut zu leisten ist.
Dieser Gitterboden ist nur 14mm hoch und hat einen ausziehbaren Einschub über die gesamte Länge. Ich muss aber dazusagen, dass man zum Bauen schon etwas handwerkliches Geschick und Geduld mitbringen muss.
Durch die geringe Höhe ist die Luftzirkulation durch die Bienen effizienter. Mit der langen Windel lässt sich auch bei bebrütetem Honigraum ersehen, in wie weit Milbenbefall vorliegt.
Als Alarmschwelle hat sich für mich ein Milbenfall über 20/Tag herausgestellt. Ab hier muss öfter geprüft, und bei weiterem Anstieg möglichst bald behandelt werden. Diese Zahl mag manchem hoch erscheinen. Aber bei genug Futtervorrat und Groomingverhalten der Bienen, habe ich festgestellt, dass sich dieser Fall als noch akzeptabel herausgestellt hat. Nach der Honigernte sollte man bei dieser Menge auf jeden Fall behandeln. Ich spreche nicht von Totenfall, da einige der Milben noch recht munter sind. Um das Groomingverhalten zu prüfen, müssen Milben mit guter Lupe oder Mikroskop auf „Knabberstellen“ oder abgebissene Beine untersucht werden. Die Bienen wissen sich sehr gut gegen die Milbe zu wehren, wenn sie Zeit dazu haben und keinem Stress ausgesetzt sind. Da Milben kein Wundheilsystem haben, sterben sie bereits an kleinen Verletzungen durch die Bienen. Meiner Ansicht nach, ist nicht nachgewiesen, ob die Bienen gezielt die Milben verletzen oder ob dies dabei geschieht, wenn sie sich oder ihre Schwestern von den Parasiten befreien.
Bauanleitung:
Prinzip: Der Rahmen setzt sich aus 2 je 30mm breiten Längs- und Querleisten zusammen. Eine der Querleisten ist aus 8 mm Buchenholz (hier rechts vorn) alle anderen aus 14 mm Kiefer oder Fichte.
Die flache Leiste wird oben bündig zwischen die Längsleisten geschraubt, wodurch sich unten der Einschubschlitz ergibt. Als Einschub (Windel) habe ich mir Zuschnitte aus 3mm Polyethylen (PE) bestellt. Es geht aber auch mit anderen glatten Kunststoffplatten aus dem Bastelbedarf. Die Breite sollte ca. 2-3mm schmaler als die Einschubbreite (Breite der Buchenleiste) sein damit die Windel nicht verklemmt. Die Länge habe ich ca. 40mm länger als die Rahmenlänge gewählt, damit man genug Platz zum Greifen beim Herausziehen hat. Die Farbe sollte weiß oder sehr hell sein, damit man die Milben gut erkennen kann. Als Gitter hat sich am besten ein Edelstahl-Streckmetallgitter aus dem Imkerzubehörhandel mit 3-4 mm Maschenweite bewährt. Bisher habe ich nur Zuschnitte 500x500mm erhalten. Davon muss man 2 Stück entsprechend zuschneiden (Blechschere) und mit dünnem Edelstahl Draht verbinden. Dazu ca. 1cm überlappen lassen und mit dem Draht „zusammennähen“.
In der Mitte des Rahmens ist ein eloxiertes Alu-Rohr (8mm) als Abstandshalter für den Rahmen und Auflage für das Gitter montiert. Im inneren der Kiste für Schrauben, Nägel etc. immer Edelstahl verwenden.
Die Außenmaße des Rahmens sollten den Außenmaßen der Bienenkiste (Frontbrett bis Rückwand) entsprechen. Da dies nicht immer gleich ist gebe ich hierfür kein Maß an. Die Längsleiste erhält das Außenmaß der Kiste, die Querleisten die Außenbreite abzüglich 2 x 30 mm – sie werden zwischen die Längsgleisten geschraubt. Beim Anzeichnen/Vorbohren der Löcher darauf achten, dass diese nicht zu knapp am Rand der Leisten sind, damit diese nicht beim Verschrauben aufreißt. Das Alurohr muss, wie die hintere Leiste oben bündig mit den Längsleisten befestigt werden. Dafür bohrt man 4mm vom oberen Rand etwa in der Mitte der langen Leisten ein 3mm Loch. Hier versenkt man zwei Schrauben so, dass sie das Rohr zwischen sich zentrieren. Durch die Spannung von Draht und Geflecht kann es nicht weg.
Das Außenmaß des Metallgitters habe ca. 4 mm kleiner als das des Rahmens gewählt. Dadurch wird das Gitter auf jeden Fall vom Holz abgedeckt und steht nicht offen an den Kanten heraus (Verletzungsgefahr).
Wenn die Verriegelung bereits eine Gewindestange hat, die auf die zusätzliche Höhe eingestellt werden kann, ist das prima. Meistens müssen die vorhandenen Klammern an den Riegeln jedoch verlängert werden. Das habe so gelöst:
Die Verlängerungen habe ich aus 2mm verzinktem Draht selbst gebogen und verdrallt. Zum Handling und Schutz vor scharfen Kanten am Draht habe ich ein Stück Gummischlauch darüber geschoben. Die Bügelverlängerung kann einfach über den vorhandenen Bügel geschoben werden und erspart zusätzliche Verschlüsse. Um das richtige Maß herauszufinden, habe ich den Draht im geöffneten Zustand des Riegels um den Haken und Bügel gebogen. Die neuen Riegel vom Bienen-Seb haben ein Gewinde an der Öse. So kann die Länge einfach eingestellt werden und diese Verlängerung entfällt.
Der Einschubboden sollte nicht zu weich sein, da es beim Reinigen sonst leicht verkratzt. Der Zuschnitt sollte ca. 3mm schmaler als des Einschubspalt sein damit er nicht verklemmtt. Die Länge habe ich etwas länger gelassen, damit man es von außen gut greifen kann. Dazu – und damit der Spalt verdeckt wird (hier gehen gerne andere Insekten rein) habe ich eine Holzleiste auf die überstehende Kunststoffkante geschraubt (im Bild rechts). Links sollen die Schrauben bzw. Löcher dargestellt sein, die das Ausrichten des Rahmens auf der Bienenkiste erleichtern soll. Der Boden hat ja bereits 2 Schrauben als Anschlag. Diese müssen nun in Bohrungen im Rahmen passen, um alles zusammen zu arretieren. D.h. Schauben im Rahmen passen in die Ecken im Korpus der Bienenkiste (wie sonst der Boden). Die Schrauben des Bodens sollen in Bohrungen des Rahmens passen.
Fazit: Der Aufwand lohnt sich. Man kann ohne Störung der Bienen täglich kontrollieren und erhält so ein genaues Bild über den Milbenbefall und während der Behandlung. Während der Ameisensäurebehandlung waren 300 bis 400 Milben/Tag nicht selten.
Als praktisches Hilfswerkzeug hat sich ein Auto-Eiskratzer mit angebautem Besen herausgestellt. Damit lässt sich das Gemüll nach der Auswertung gut abbürsten und evtl. Wachsteile abkratzen.
Zum Zählen der Milben empfiehlt es sich die Windel mit einem wasserfesten Filzstift (Edding) in Planquadrate einzuteilen, die dann einzeln ausgezählt werden können.
Bei Fragen gerne an: apis.labee@gmail.com
Bienenkistenstammtisch FFM - Udo V.