Organisationsformen und Verfasstheit des neuen Arbeitskreises (ab Frühjahr 2008):
Regeln zur Verständigung und Diskussion nach Karl Popper:
Jeder Mensch hat das Recht auf die wohlwollende Auslegung seiner Worte.
Wer andere zu verstehen sucht, dem soll niemand unterstellen, er billige schon deshalb ihr Verhalten.
Zum Recht ausreden zu dürfen, gehört die Pflicht, sich kurz zu fassen.
Jeder soll im Voraus sagen, unter welchen Umständen er bereit wäre, sich überzeugen zu lassen.
Wie immer man die Worte wählt, ist nicht sehr wichtig. Es kommt darauf an, verstanden zu werden.
Man soll niemanden beim Wort nehmen, wohl aber das ernst nehmen, was er gemeint hat.
Es soll nie um Worte gestritten werden, sondern um die Probleme, die dahinterstehen.
Kritik muss immer konkret sein.
Niemand ist ernst zu nehmen, der sich gegen Kritik immunisiert hat.
Man soll einen Unterschied machen zwischen Polemik, die das Gesagte umdeutet, und Kritik, die den anderen zu verstehen sucht.
Kritik soll man nicht ablehnen, auch nicht nur ertragen, sondern man soll sie suchen.
Jede Kritik ist ernst zu nehmen, selbst die in böser Absicht vorgebrachte: Denn die Entdeckung eines Fehlers kann uns nur nützlich sein.
Poppers Kommunikationsregeln. Veröffentlicht wurden sie 1994 von Hans-Joachim Niemann in der Zeitschrift „Aufklärung und Kritik“.
Die Mitglieder des Arbeitskreises versuchen, die auf den Tagungen gemeinsam als bedeutsam erachteten Themenschwerpunkte sowie aktuell auftretende Probleme inhaltlich in das Blickfeld ihrer Bemühungen zu nehmen und diese infolge aufgabenverteilt zu bearbeiten
Die konkrete Utopie einer Gesellschaft jenseits von staatlicher Bevormundung,
(Vgl. Hegel, Marx, Adorno, Horkheimer: Dialektik der Aufklärung, Marcuse, Fromm, E.Bloch; 2000 Worte)
ungerechtfertigter Kapital- und Machtkonzentration und ungerechter Verteilung
( Wir können das Gegenwärtige auf seine innere Widersprüchlichkeit hin untersuchen. Vgl. UN- Charta etc.)
sowie die Befreiung aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit sind daher Ziel und Inhalt unserer Bemühungen.
(E. Kant; permanente Aufklärung)
Es verbirgt oder versteckt sich auch in unserem etwas schütterem Geist noch ein gerüttelt Maß Hoffnung:
"Hoffnung hat als einen Boden, der sie besonders gut gedeihen lässt: Unzufriedenheit!
Und aktiv werdende Unzufriedenheit kann rebellisch sein, mit einer Hoffnung auf etwas und gegen etwas, in dem man sich jetzt durch eigene Schuld, eigene Unmündigkeit, oder durch Unterdrückung befindet." (E.Bloch)
Von Marx haben wir da einen immer noch aktuellen Hinweis: In seiner »Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie« von 1844, wo er von dem »kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen« spricht, nennt er als Voraussetzung die »Kritik aller Verhältnisse, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist«.
Wer wirksame politische Strategien formulieren will, braucht eine Einsicht in das, was der politische Theoretiker Machiavelli einst als „verità effetuale della cosa“ bezeichnete: Wissen über die „Sache selbst“, insbesondere die Verfasstheit die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der handelnden Akteure. Der Schluß daraus, wäre eine Philosophie der Praxis.
Verschiedene Formen und Methoden sind angedacht: Arbeitstreffen im Herbst und im Frühjahr, Tagungen, E-mail-Informations-Austausch, "elektronische Zeitung auf der Webseite", Kontakte zu anderen Arbeitskreisen, Hinweise auf Bücher und Veranstaltungen etc.
Ein Austausch zwischen verschiedenen Positionen, ein Ringen um das bessere Argument, ein durch Diskussionen zu erzielender Fortschritt sollte angestrebt werden.
Gemeinsame Bearbeitung von Schwerpunktthemen bei den Tagungen, somit Objektivierung von Meinungen und Interessen sowie größeres Blickfeld durch Arbeitsteilung.
Diskussion aktueller politischer Themen, sich durch eigene Recherchearbeit von den Mainstreammedien unabhängiger machen! Hier immer nach Grundgesetz Artikel 5:
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
Ein anzuvisierender Teilbereich der Aktivitäten könnte eine Art elektronische Ersatzzeitung (Scholl-Latour: "Von der Mehrheit der herrschenden Medien werden wir nur belogen und betrogen!) sein.
Kontakte zu anderen Arbeitskreisen: Austausch von Informationen, Unterstützung von Aktivitäten etc.