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Kolumne
Wenn ich in 10-Jahresschritten auf Prag 68 zurückblicke, stelle ich Änderungen in der Betrachtung fest: die Zeit treibt mit mir ein Spiel, Verdunklungen und Erhellungen machen sich breit, neue Fakten kommen ans Tageslicht, Perspek-tivverschiebungen durch unterschied-lichste Interessen-gruppen und so weiter und so fort.
Noch vor 10 Jahren habe ich nicht geglaubt, welch langer Atem dieser zur Realität gewor-denen konkreten Utopie innewohnt. Kurz, es ist wieder spruchreif zu sagen: " In der Welt war eine Hoffnung." Und weiter mit Kant: Habe Mut dich dieser Hoffnung zu bedienen, oder Schorlemmer schon 2008 bezogen auf Prag 68 :"Es war ein Gedanke in der Welt, der nicht mehr herauszu-bringen war."
(Aber konkret ist das alles nur sehr mühsam und mit großem Aufwand zu benennen.
Wir sollten im Oktober dazu noch einen Stammtisch organisieren.)







 

 
  • Der Prager Frühling  war für politisch Interessierte in Ostdeutschland ein einschneidendes und in seiner Wirkung weitreichendes Ereignis der 60- und 70-er Jahre. Die einzige Möglichkeit sich außerhalb der totalitären Staatsstrukturen mit Gleichgesinnten auszutauschen, waren kleine private Diskussionsrunden, später auch Arbeitskreise, dann aber meist unter dem Dach der Kirche. 
  • Der Diskussionskreis in Gotha wurde im Frühjahr 1966 gegründet und existierte bis Sommer 1974. Der Zusammenhalt entstand hauptsächlich über die - vom herrschenden Regime nur recht und schlecht geduldete - Beatmusik. Die Themen, die besprochen wurden, betrafen Herrschafts- und Machtstrukturen in Ost und West.
  • Den kritischen Blick auf gesellschaftliche Prozesse und den Versuch: trotz des krummen Holzes, einen aufrechten Gang zu wahren, haben wir bis heute beibehalten.
  • Die Erinnerung an das Frühjahr und den Sommer 1968 in Prag, das Leben in einer offenen und angstfreien Gesellschaft blieb bis heute in uns wach.
  • Der im Sommer 2008 wieder gegründete Arbeitskreis diskutiert weiterhin Verwerfungen gesellschaftlicher Entwicklung. Er hat vorerst - im Dschungel der Informationen und interessengeleiteten Meinungen - Selbstverständigungscharakter.
  • Defizite, Mängel im Alltag, demokratiefeindliche 
  • Veränderungen in der Gesellschaft werden aufgespürt, transparent gemacht und kritisch im möglichst breiten öffentlichen Diskurs erörtert.
  • Ziel ist es: praxisorientiert, Erfahrungen vor Ort zu sammeln, diese Prozesse fassbar zu machen sowie gesellschaftlich einzuordnen.
  • Theorieorientiert wird versucht, eine Sondierung von Schrift- und Bildmaterial (hist. wie aktuell) vorzunehmen, zu recherchieren und die Extrakte praktikabel als Unterstützung und Orientierung anzubieten.
  • Anliegen ist also parteiunabhängiges, bürgerschaftliches Engagement, um demokratische Strukturen zu festigen und zu erweitern.
  • Hierzu finden regelmäßig Treffen des Arbeitskreises - jeweils eine  Frühjahrs- und Herbsttagung - statt, zudem ein aktueller Informationsaustausch über e-mail; mit dieser Webseite jetzt auch über das Internetportal. Langfristig könnte so ein Netzwerk "unabhängiger" Informationen geschaffen werden. In einem  noch zu installierenden Forum sollen in einem nächsten Schritt ein größerer Kreis von Interessierten angesprochen werden.
  • Die Tagungen werden im Archiv (siehe link) dokumentiert.
Nächste Tagung 


In Vorbereitung!!!

Stammtisch zu
50 Jahre Prager Frühling (Nachlese)
Anfang Oktober in Gotha

Kurzkommentar zu:
50 Jahre Prager Frühling 
Wolfgang Leonhard: „Ich würde nicht zögern, das tschechoslowakische Reformprogramm von 1968 neben dem Kommunistischen Manifest von 1848 und dem Erfurter Programm von 1891 zu den bedeutendsten programmatischen Dokumenten des Sozialismus zu zählen.“ 
Vor 50 Jahren haben wir uns mühsam das Handwerkszeug erarbeitet, um aktuelles wie historisches Geschehen zu beurteilen. Den kritischen Blick auf gesellschaftliche Prozesse haben wir bis heute beibehalten.
 
 
 
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