Es war kalt. Sehr kalt. Luchsjunges wachte auf. Neben ihr war nicht mehr der warme Körper ihrer Mutter Wasserstrudel, noch der ihrer Schwester Sternenjunges. Jeden Tag verreisten die Zweige der Kinderstube. Dann musste sie heraus und herumhüpfen, während die Krieger es wieder reparierten. Seit neustem war aber auch die Lichtung gefroren. Da war sie ausgerutscht. Jetzt wusste sie wieder, warum Luchsjunges allein war. Sie musste im Heilerbau rumliegen und frieren! Dunkelpelz, Luchsjunges' Vater war vor kurzem erfroren. Deshalb trauerte Wasserstrudel immer noch und Sternenjunges kam sie auch immer seltener besuchen. Wenigstens war ihre Freundin Lichtpfote hier! Draußen heulte der Schneesturm. Sie fror sehr und grub sich noch tiefer in das vom Frost nassem Moos. Der Clan war einfach schlecht organisiert! Gestern hatte Nebelstern sich grünen Husten eingefangen uns keuchte in der Nähe von ihr andauernd. Mohnfrost, ihr Zweiter Anfüherer hatte solange die Führung übernommen, und Kristallfeder teilte die Patrouillen ein. Luchsjunges fühlte sich sehr einsam. Allem Anschein nach hatte sie sich das Bein gebrochen. Gerade wollte sie damit beginnen, sich selbst du bemitleiden, da viel ihr etwas ein...
Sie stand auf einer Wiese in der Blattgrüne. Ihrem Bein ging es gut. Ein dunkelgrauer Kater ging auf sie zu. ,,Dunkelpelz!!!!! Ich vermisse dich so! Und Wasserstrudel und Sternenjunges und alle anderen auch! Warum musstest du sterben?!?" ,,Ach Luchsjunges, meine Tochter! Sei nicht traurig! Niemand kann daran etwas ändern! Aber die Zukunft kannst du ändern! Du liegst die ganze Zeit nur herum und bemitleidest dich selbst. Damit machst du dich krank! Dein Bein hätte längst schon verheilt sein sollen! Schau dir doch die anderen an! Sie freuen sich über den Schnee, der bald kommt. Sie tun viel für den Clan und bewegen sich, um nicht zu frieren. Sie haben hunger, wie alle, aber sie tun etwas daran! Sie werden es schaffen! Und das wissen sie!" Ratlos blickte Luchsjunges ihren Vater an. ,,Willst du damit sagen, ich soll jagen gehen und mich noch mehr verletzten?" ,,Nein. Du sollst nicht immer so negativ sein. Sternenjunges kümmert sich um ihre Mutter, versucht sie zu trösten, aber alleine schafft sie das nicht! Alle Krieger jagen und Patrouillieren, damit wir weder verhungern, noch die anderen Clans wie der DämmerClan-auch wenn ich das nicht glaube-, Der FlammenClan-er ist geschwächt durch Flammenstern, aber er hat es warm-, der FelsenClan-Birkenstern ist sehr diplomatisch, aber sie frieren ebenfalls und natürlich die Bones! Die Schüler bessern alle Baue aus und arbeiten an den Nestpolstern, damit niemand mehr frieren muss! Die anderen Jungen muntern ebenfalls auf oder helfen mit! Sie tun sich auch weh, aber sie machen es nicht noch schlimmer! Ich weiß, Luchsjunges, die Zeiten sind hart, aber genau jetzt brauchen wir alle! Sei stark, und tue das was du für richtig hältst!
Mit diesen Worten war Luchsjunges aufgewacht.
Also fing sie an, Lichtpfote nach Dehnübungen für ihr Bein auszufragen, und nahm alles über sich, damit es ihr besser ging. Sie fraß ordentlich und humpelte selbstständig zur hinteren Ecke des Heilerbaus, um sich mehr Moos zu holen. Immer wenn es ging half sie ihrer Freundin beim Kräutersortieren. Schon nach einem Viertelmond konnte sie wieder laufen. Schnell eilte sie durch den Schnee zur Kinderstube, wo Schwester und Mama kuschelten. Als Wasserstrudel Luchsjunges gesund und munter sah, leuchteten ihre Augen auf.
Inzwischen hatten Sternenjunges, ihr Freund Nachtjunges und sie eine Art gefunden, wie sie den Anderen helfen konnten: Sie leckten das Eis von den Zweigen und bekamen so sogar genug zum Trinken. Jeden Tag musste Luchsjunges ihrer Mutter erneut von Dämmerpelz erzählen. Sie befolgte in allem seinen Tipp und erlebte einen glücklichen Halbmond. Doch dann passierte es:
Nachtjunges schlich sich mit der vierten im Bunde, Lianenjunges weg. Luchsjunges wollte hinterher, doch sie traute sich nicht. Am nächsten Morgen hatte sie sich die ganze Nacht Angstmaus geschimpft und war noch vor Sonnenaufgang heimlich aus dem Lager geschlüpft. Doch wie sie mit Entäuschung feststellen musste, hatte der Schnee alles weggewaschen. Als Nachtjunges am Tag darauf immer noch nicht wieder da war, bekam sie ein sehr, sehr schlechtes Gewissen. Nachtglanz, Nachtjunges Mutter war außer sich vor Sorge. Doch es war unmöglich, nach den beiden zu suchen, bei so wenig Kriegern und einem so überfülltem Heilerbau. Früh am Morgen, als es Nebelstern wieder besser ging, bekam Sternenpfote eine Idee: Auf der letzten großen Versammlung hatten die Schüler vom DämmerClan eine Lösung erwähnt, die jeder vergessen hatte: Den Schülerrat! Deshalb wurde Sternenpforte auch Anführerin und ernannte Mondpfote zu ihrer Stellvertreterin. Luchsjunges aber musste unbedingt herausfinden, was mit Nachtjunges geschehen war, er war 5 Monde alt und nicht dumm, was die Orientierung anging. Also ging sie noch einmal vom Schmutzplatztunnel aus in das verschneite Territorium. Schon bald hatte sie alles aus den Augen verloren. Sie konnte nicht mehr! Nach einer Weile musste sie aufgeben. Keine Chance...Wo seid ihr! Egal wohin. Aber weiter, sie musste weiter. Sich weiter durch den Schnee kämpfen, dann eben zurück nach Hause. Der Schnee zerrte an ihren Knöcheln und Luchsjunges war kalt bis auf die Knochen. Ihr schien als würde der Wind sie in seinem eisigen Griff halten und mit aller Macht versuchen sie von ihrem Ziel abzubringen. Doch sie musste es einfach schaffen. Luchsjunges konnte sich nicht erinnern wann sie begonnen hatte zu zittern und Wärme schien für sie wie ein weit entfernter Traum. Sie fiel, wollte sich wieder aufrichten, doch ihre Beine gaben der Kälte nach und so kämpfte sie sich nun am Boden voran. Es fühlte sich als würde ihn jeder Schritt von ihrem Ziel entfernen und das Gefühl der beißenden Kälte stieg in Luchsjunges auf doch, mittlerweile war ihr ganzer Körper so taub war, das sie es nur noch als dumpfen Schlag auf ihrem geschundenen Körper spürte. Nun gaben auch Luchsjunges' Vorderbeine nach und sie fiel in den weißen Schnee, der ihren sanften aber eisigen Tod bedeuten würde. Sie wollte weiter doch ihr Körper gehorchte nicht und blieb starr am Boden liegen. Immer wieder fielen ihr die brennenden Augen zu, sie kämpfte gegen den Schlaf, doch schließlich wurde sie übermannt und alles wurde schwarz. SternenClan! Bitte lass mich nicht jetzt schon zu Dunkelpelz kommen!
Sie konnte sich nicht mehr an irgendetwas erinnern. Nur, dass sie im Heilerbau lag. Ich habe es also überlebt. Und jetzt? Ist Nachtjunges wieder da? Und was wenn nicht? War es dann um sonst gewesen? Wasserstrudel kam hinein. ,,Wie geht es dir, Schätzchen? Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht! Ich... Nachtjunges... Also- ... Er ist tot", verkündete Wasserstrudel. ,,Nachtglanz ist auch im Heilerbau." ,,Nein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" Er ist tot?!?" ,,Ja. Es tut mir so leid! Die Bones haben ihn zu Tode gequält. Lianenjunges ist alleine zurückgekommen..."
,,Luchsjunges? Bist du da?" ,,Sternenjunges...?", fragte Luchsjunges verschlafen. ,,Na ja, Lianenjunges liegt seit Tagen in ihrem Nest und heult", hörte Luchsjunges überrascht über den abfälligen Ton in der Stimme ihrer Schwester. ,,Ich möchte den Clan verlassen." Sternenjunges' Antwort klang kalt. ,,Niemand soll es bemerken. Alle ignorieren mich. Nur du nicht. Wusstest du eigentlich, dass wir schon sechs Monde alt werden?" Luchsjunges wusste es nicht. Nach der langen Zeit im Heilerbau hatte sie total das Zeitgefühl verloren. ,,Geh nicht! Sternenjunges! Du bist meine Schwester! Gerade dadurch, dass Papa tot ist, musst du bleiben! Bitte!" Nach einigem hin und her entschied sich Sternenjunges zu bleiben. ,,Na gut... Aber nur, wenn du mir versprichst, niemals den Clan zu verlassen!" ,,Bist du verrückt?!? Warum sollte ich?!? Ich bin dem Clan treu!" ,,Ja und ich nicht, oder wie?"
Eines Morgens, als sie aus der Kinderstube spazierte, erklang Nebelsterns Ruf:,,Ich fordere alle, Katzen, die alt genug sind um Beuete zu machen, dazu auf, sich hier unter dem Smaragdfelsen zu einem Clantreffen zu versammeln!!!!! Wir haben 7 Junge, die sechs Monde, und damit alt genug sind, um Schüler zu werden. Lianenjunges, Sternenjunges, Luchsjunges, Seidenjunges, Mondnachtjunges, Zapfenjunges und Ringeljunges. Ihr seid nun bereit euer Training aufzunehmen... tretet vor. Nebelnacht. Du bist ein tapferer und stolzer Krieger. Du wirst der Mentor von Sternenpfote sein!!! Luchsjunges, von diesem Augenblick an heißt du Luchspfote. Necktarblüte wird deine Mentorin sein. Tigerschatten, dir vertraue ich Mondnachtpfote an. Graunase, du bist noch nicht lange Krieger. Doch ich bin mir sicher, du wirst Zapfenpfote zum besten Krieger des Waldes machen. Ringeljunges, Seidenjunges, von diesem Augenblick an werdet ihr Ringelpfote und Seidenpfote sein. Eure Mentoren sind Elektroherz und Distelschatten!!!!" Alle jubelten, und Luchspfote war so glücklich wie man es nur sein konnte. Endlich war sie Schülerin! Necktarblüte trottete auf sie zu, und tauschte mit ihr den obligatorischen Nasengruß aus. Fröhlich sprang Sternenpfote zu ihr. ,,Endlich sind wir Schüler, Luchspfote!!!!!!!!" Nebelnacht gesellte sich neben sie. ,,Komm, wir erkunden das Territorium!!!"
Nach dem Lagereingang trennten sich ihre Wege. Necktarblüte ging mit Luchspfote Richtung FlammenClangrenze, Nebelnacht und Sternenpfote nach links zur FelsenClangrenze. Auf der Hochebne lag kühler, nein, eiskalter Nebel, der bläulich schimmerte. Die Luft selbst glitzerte voller lauter mini kleinen Eiskristallen. Es sah wunderschön aus. Als Luchspfote sich nach rechts zu Necktarblüte umsah, bemerkte sie deren neidischen Blick auf ihr dichtes Fell, das wie für SmaragdClankatzen geschaffen war. Sie selbst war früher Streunerin gewesen, hatte kein SmaragdClanblut und so auch nicht das ewig weiter vererbte dichte Fell. Am Horizont machte sich ein dunkler Fleck bemerkbar, der mit jedem Pfotenschritt größer und größer wurde. Necktarblüte bemerkte ihren fragenden Blick darauf und erklärte: ,,Wir nähern uns der FlammenClangrenze. Das ist der Flammenberg. Vor langer, langer Zeit, hat er Feuer gespuckt..." Diese Geschichte kenne ich aus dem Ältestenbau. Doch ihn in echt zu sehen, ist wirklich was ganz anderes... Necktarblütes Stimme drang wieder zu ihr durch und riss sie aus ihren Gedanken. ,,...Doch kaum einer der Ältesten kann sich daran noch erinnern. He! Luchspfote! Hörst du mir überhaupt zu?" Luchspote fuhr herum. ,,Doch! Natürlich!" ,,Gut. Wir sind jetzt nämlich da. Riechst du das? Atme rief ein, und vergiss nie diesen Geruch. Er gehört zum FlammenClan." Luchspfote tat wie geheißen. ,,Am Fuß des Flammenbergs, von dem der FlammenClan sein Namen hat, liegt sein Lager. Er hat zwar mal Feuer gespuckt, aber jetzt ist er ungefährlich und fast keiner der Ältesten..." Oh man! Die kriegt echt nie genug! Einmal ist okay, aber nicht in jedem zweiten Satz! ,,Luchspfote! Kommst du? Wir wollen weiter zur DämmerClangrenze. Dort treffen wir dann nämlich auch deine Schwester wieder." Luchspfote sah, dass Necktarblüte schon mehrere Pfotenschritte gegangen sein musste, während sie die Geschichte erzählte. ,,Ich komme!!!", rief sie und sprang in aufgeregten Sätzen hinter ihrer Mentorin her. Auf dem Weg zum DämmerClan wurde die Steinige Hochebne immer weicher, bis sie fast du einem Sumpf überging. ,,Hier ist das Lager im Nebelmoor! Wer hineingeht, kommt nie wieder heraus. ,,Sumpfig und weich ist der Boden, jeder Strauch ähnelt dem anderen. Wer im Moor unterwegs ist, muss sich gut auskennen ... und irgendwo hier liegt versteckt der Eingang zum Lager des DämmerClans."", zitierte ihre Schwester. Die Arme hat wohl schon warten müssen, und offensichtlich hat sich Nebelnacht als noch schlimmer als Necktarblüte entpuppt. Was für ein Zufall! Oder sind einfach alle so? Ich für meinen Teil will jedenfalls nicht so werden! Und meine Schwester? Will die? Ich muss beim Essen mich zu ihr und Rubinpfote setzen. Dieser Angeber! Na ja, falls mich meine Schwester mal ärgert, weiß ich ja, womit ich zurückschlagen und sie aufziehen kann! ,,He! Luchspfote! Willst du den ganzen vor Sonnenhoch hier stehenbleiben? Es ist kalt, und wir müssen heute nach Sonnenhoch noch eine Patrouille begleiten! Ziellos durch das SmaragdClanterritorium!" Und so machte sich Luchspfote auf den Weg nach hause. Sie musste zugeben, jetzt war ihr doch kalt. Hoffentlich erlaubte Nebelstern, dass sie drinnen saßen und es gab keine Sonnenhochversammlung. Der Frischbeutehaufen sah kläglich aus, was nicht verwunderlich war, im ersten Mond von Blattleere. Suchend blickte sie über die Lichtung, bis sie ein rotes und ein graues Fell zusammen entdeckte. Die beiden teilten sich ein Kaninchen. ,,Darf ich mitessen?" Rubinpfote sah sie freundlich an. ,,Ja! Natürlich!" Also kauerte Luchspfote sich nieder, um mit den beiden zu essen. Dann kam Mohnfrost aus dem Anführerbau und fing an, die Patrouillen einzuteilen. Neugierig traten sie näher:
,,Die Patrouillen!
Jagdrotten: Die eine wird angeführt von Kristallfeder, begleitet von Schwalbenpfote und Frostfell. Die Zweite angeführt von Wolkenfeuer, begleitet von Kastanienpfote und Schattenrauch.
Grenzpatrouillen: der Dämmerclan, angeführt von Farnschatten, begleitet von Eichenpfote, Lilienherz und Brombeerpfote. zum FelsenClan geht Tigerfell, zusammen mit Flechtenpfote, Seepfote und Eibenschweif. FlammenClan, Kiefernsturm mit Flutwind, Zapfenpfote und seiner Mentorin Graunase.
Die Patrouillen: Lilienherz, nimm dir Aschenwirbel und schnapp dir dazu noch einen Schüler, wie wäre es mit...Brombeerpfote!" Luchspfotes Blick huschte zu dem jungem Kater, der auf den Ruf mit dem Schwanz schnippte und sich zu der Patrouille gesellte. ,,die Zweite, wer will..." Luchspfote kannte vieles, doch das war neu. Die Katzen dürfen sich melden! ,,Necktarblüte! Schnell!", zischte sie ihrer Mentorin zu. ,,Das wird unsere Patrouille! Streck den Schwanz hoch!" Necktarblüte bemerkte im Trubel nicht, wer das gesagt hatte, und gehorchte. ,,Necktarblüte! Danke! Nimm deine Schülerin, ihre Schwester und dessen Mentor noch mit. So, und zum Schluss die Patrouille zur Bonesgrenze, angeführt von Meisenfeder, und begleitet von Eispfote, Brennnesselpfote und mir." Die startklaren Patrouillen drängten sich durch den Lagereingang, Luchspfotes Patrouille hinterher. Draußen fielen große Flocken. Ihr gesamtes Territorium sah auf einmal total verändert aus!!!! Glücklich sprang sie den Flocken,,hinterher".
Am Abend saß sie geschafft und müde im Nest. Sie putzte sich gerade den Schnee, der immer noch viel, vom Bauchfell, als Sternenpfote sich zu ihr rüberbeugte. ,,He! Luchspfote! Weißt du, was in einem Viertelmond ist?", flüsterte sie. ,,Nein!", zischte Luchspfote zurück. ,,Was ist es? Nun sag schon!" ,,Die längste Nacht!!!!" Aufregung kroch in Luchspfote hoch. Die längste Nacht. Letztes Jahr war sie noch nicht geboren gewesen, doch ihre Mutter hatte schon viel davon erzählt. Und Dunkelpelz auch... Die Schüler hatten dann frei. Alle gingen in Gruppen los und sammelten schöne Sachen. Mit abgebissenen Tannenzweigen schmückten sie das Lager. Ritual war, das drei Sonnenaufgänge vor der längsten Nacht bis zu ihr gefastet wurde, als nur eine Mahlzeit am Tag. Königinnen, Junge und Älteste mussten nicht mitmachen, für alle anderen war es Pflicht. An Sonnenfall der längsten Nacht wurde dann aus dem gespartem Essen ein Festessen gemacht. Dann hatten alle Zeit, ihre schönen, gesammelten Dinge mit getrocknetem Laub zu umwickeln. Für alle, denen man nahe stand, hab es eines. Anführer und zweiter Anführer kontrollierten, dass jeder mindestens ein Geschenk bekamen. Dann stellten sich alle in Reihe und von links nach rechts stand jeder einzeln auf und verteilte seine Geschenke. Dann packten alle der Reihe nach aus, aber erst, als alle ein Geschenk hatte. Danach feierten sie in die Nacht hinein, als ob es keinen Sonnenaufgang gäbe. Luchspfote war unheimlich aufgeregt.
Am nächsten Morgen wurde sie durch Necktarblüte geweckt, sie sollte den ganzen Tag Moossammeln gehen. Das mussten wohl alle Schüler.
Eines Tagen wachte sie auf, und es war soweit!!! Zusammen mit Sternenpfote, Lianenpfote, Lichtpfote, die Heilerschülerin war und Rubinpfote los. An der Grenze zum FlammenClan floss ironischer Weise ein kleiner Bach. Eigentlich hatte Luchspfote gehofft, dort Muscheln zu finden, doch sie hatte nicht daran gedacht, dass er zufrieren könnte. Mit einem begeistertem Aufjaulen schlitterte Lichtpfote zu ihr. ,,Es trägt! Es trägt! Es-" ,,Scht!!!!" Rubinpfote tappte zu Sternenpfote und zeigte hinter hervorgehaltener Pfote Etwas. Neugierig und glücklich über ihre Tarnfarben, mit denen das ganz sicher unmöglich gewesen wären, kletterte Luchspfote auf den nächsten Baum. Es war eine Muschel, auf die Rubinpfote so stolz war. Sie beobachetet, wo er hin ging und merkte sich die Stelle. Geschickt ließ sie sich vom Baum fallen und schlenderte hin. Tatsächlich waren überall Muscheln! Schnell nahm sie sich ein Paar: Zwei Rosane, eine mit Perlmut und eine in der ein Muster zu erkennen war, es sah aus wie ein versteinertes Tierchen. Dann zogen sie weiter. Sie fand einen glitzernden Stein und schnitzte bei einem Stock die Rinde ab. Er war rot. Lichtpfote erklärte, das käme durch die Baumrasse. Sie fand am Ende dann doch noch ein paar andere schöne Sachen. Unter anderem ein vertrockneter Marienkäfer. Ihr Magen grummte. Vier andere Mägen antworteten ihr. Zum Schluss gingen sie noch in das kleine Wäldchen für die Tannenzweige. Im Lager herrschte bereits reges Treiben. Über jedem Bau und auch auf dem Wall wurden Tannenzweige abgelegt. Luchspfotes Gruppe fand Platz auf dem Ältestenbau. Jetzt hieß es warten, denn es war erst Sonnenhoch. Luchspfotes Freunde und sie beschlossen, sich noch auszuruhen, denn sie wollten unter keinen Umständen müde sein.
Es kam ihr wie eine halbe Ewigkeit vor, doch dann war endlich Sonnenfall!!!!!!!!!!!
Sie eilten alle zu ihrer kleinen Ecke und wickelten die Geschenke ein. Dann gingen Mohnfrost und Nebelstern zum Vorratsloch und verteilten das Essen!!! Gierig schlang sie das erste runter. Es gab für jeden Zwei! So etwas gab es nur ganz selten in der Blattgrüne!!!! Oder eben in der längsten Nacht!!!! Das Zweite kaute sie langsam und genüsslich. Vielleicht zu langsam? Alle standen schon in der Reihe, so musste sie sich ganz hinten anstellen. Nebelstern hielt ihre Rede:
,,Meine Clanmitglieder, es ist soweit. Es ist längste Nacht. In dieser Nacht herrscht Waffenruhe. In dieser Nacht werden wir dem SternenClan für alles Danken! Singt mit uns! Sing mit uns! Ganz hinauf zu den Sternen! Ganz hinauf zu den Sternen!!!!!!
Es ist da:
Die längste Nacht!
Die der SternenClan,
hat vollbracht!
Wir danken dir,
oh SternenClan,
Was du alles hast,
für uns getan!
Jetzt ist sie da:
Die längste Nacht!
Wo dieser Clan
ist entstanden.
Die heilige Nacht!
Seit dem du bist
Vorhanden.
Oh SternenClan!
Oh Längste Nacht!
Oh Heilige Naaaaaaaaacht!"
Luchspfote hob ihr Maul dabei hoch zu den Sternen und sang hell und klar in den frostigen Nachthimmel. Schließlich trat eine Katze nach der anderen vor und verteilte ihre Geschenke:
Von Wasserstrudel bekam sie einen weißen Flaum. ,,Das, meine Süße, ist für dich. Es ist dein ausgefallener Jungtierflaum, den ich für dich gesammelt habe."
Von Sternenpfote bekam sie wunderhübsche, zartblaue Eier. ,,Das, meine Schwester ist für dich. Für Wasserstrudel habe ich Federn geholt, für dich die Eier dazu."
Von Lichtpfote bekam sie einen wunderschönen Stein goldenen Stein. ,,Das, meine liebe Freundin, ist für dich. Es ist Katzengold, ich habe ihn beim Fluss gefunden."
Von Lianenpfote bekam sie Honig. ,,Das, meine liebste Freundin ist für dich. Es ist eine Honigwabe, um dessen Besitz ich hart kämpfen musste."
Luchspfote, bemerkte nervös, dass alle den selben Satz benutzten. Muss ich das auch tun?
Jetzt war Sternenpfote mit ihrem letztem Geschenk daran. Danach war sie. Ihre Schwester ging zu Wasserstrudel.
,,Mama! Für dich! Ich bin alle Bäume am Waldrand durch geklettert, und habe Federn eingesammelt! Und die Eier für Luchspfote gleich mit!", sprudelte es stolz aus ihrer Schwester heraus. Besorgt sah Luchspfote sie an. Hat meine Schwester das falsch gemacht? Nebelstern erhob das Wort:,,Danke, Sternenpfote. Dir ist aber klar, das du nicht die rituellen Wörter benutzt hast?" Erschrocken senkte Sternenpfote den Blick. ,,Ja", meinte sie zerknirscht.
Schließlich hatten alle Katzen ihre Geschenke verteilt. Nur sie noch nicht. Zitternd vor Aufregung stand sie auf und lief mit wackeligen Beinen zu ihren Geschenken. Sie hatte zwei rosane Muscheln. Wie musste sie das dann sagen...? Schnell eilte sie zu ihrer Schwester, die neben Rubinpfote stand. Sie überreichte das Laubpäckchen. Die beiden würden es vielleicht nicht verstehen, wenn sie erst danach die Erklärung abgab...egal. Entschlossen hob sie die Stimme:
,,Das, meine liebe Schwester und Rubinpfote ist für euch. Zwei rosane Muscheln, für jeden von euch eine." Ist das okay so? Habe ich es richtig gemacht? Oder hätte ich noch sagen sollen, wie ich daran gekommen bin? Mein SternenClan, was rede ich da, es ist heilige Nacht! Was für ein Distelflaum!
Lichtpfote wollte sie ebenfalls Muscheln schenken. Hoffentlich ist das in Ordnung für sie, das ich mir nicht die Mühe gemacht habe, mir für sie extra ein Geschenk auszudenken...?
,,Das, meine liebe Lichtpfote ist für dich. Zwei Muscheln, die eine aus Perlmut, die andere mit einem versteinertem Tier."
Jetzt muss ich noch Lianenpfote und Mama etwas schenken.
,,Das, meine liebe Mama ist für dich! Ein wunderschöner, schillernder Libellenflügel. Ich habe wirklich lange gebraucht, um sie zu fangen." Wasserstrudel schnurrte überwältigt und überglücklich. ,,Danke!"
Sie ging auf Lianenpfote zu:,,Das, meine Freundin, ist für dich. Ein getrockneter Marienkäfer, den ich in der Winterstarre aufgespürt habe."
Jetzt waren alle Geschenke verteilt: Fuchspfote hatte von ihrem Bruder Rubinpfote ebenfalls Muscheln bekommen, ihre Schwester von der Heilerschülerin den roten Stock, den sie Lichtpfote bei Geschenknot gegeben hatte. Sternenpfote hatte von Mama auch einen Stein bekommen, und ihre beiden Freundinnnen hatten sich getrocknete Blumen und auch Tierchen geschenkt. Sternenpfote hatte ihren Flaum übrigens Lianenpfote geschenkt, und Rubinpfote seiner Gefährtin ein Vogelnest. Der Grund dafür, das Lianenpfote am Ende hight war, erklärte sich druch ihr Geschenk von Lichtpfote, Kräutervorrat Katzenminze aus deren Bazu ,,ausgeliehen". Rubinpfote hatte von seiner Gefährtin im Gegenzug auch Honig bekommen, und Lianenpfote war mit ihr Libellen jagen gegangen, weshalb sich jetzt ihre Schwester freuen durfte.
Die Nacht war sehr anstrengend, weshalb Luchspfote trotz Mittagsschlaf müde ins Nest fiel.
Glücklich schlief sie ein.
Ende