Die Polizei bescheinigt das Fritz Willi und Karl Kofke zwecks Vermessung Privatgrundstücke betreten dürfen. Im Dokument geht es um die Abtrennung für von den sowjetischen Luftstreitkräften benötigte Landflächen zum Ausbau der ehemaligen Jagdfliegerschule der Wehrmacht in Werneuchen.
Obengenannter stand am 23.01.1947 vor unserer Kommission zur Verhandlung. Aufgrund einem eingegangenen Schreiben unterzeichnet von Siebert und Wenzel haben wir die Betreffenden als Zeugen zum Termin geladen. Leider ist keiner der Zeugen erschienen. Die im Testat erhobenen Beschuldigungen weist der Antragsteller auf das entschiedenste zurück und erklärt sich bereit einen Eid darauf zu schwören, das er sich nie an irgendwelchen Aktionen beteiligt hat. Die Kommission hielt es für ihre Pflicht die Urteilsverkündung auszusetzen, um erneut die in dem genannten Testat erhobenen Beschuldigungen zu klären.
Herr Johannes Kramer hat nach einer Mitteilung, dass er langjähriges Mitglied der früheren SPD und als solches aus dem Dienst entlassen sei, im Mai-Juni 1945 die Leitung unseres Wohnungsamtes übernommen. Man darf sagen dass seine Arbeit, obwohl ihm auf seinem Wunsch ein verhältnismäßig großer Stab von Angestellten zur Verfügung stand, nicht ganz einwandfrei war.
Herr Petrick besitzt in Eberswalde ein Restaurant, das er verpachtet hat. Er war hier nach dem ersten Weltkrieg Bauunternehmer, konnte sich aber nicht halten, weil er einen ziemlich flotten Lebenswandel führte, der über seine Verhältnisse ging. Er hat sich später als baukontrolleur und durch ähnliche Geschäfte ernährt. Im ersten Weltkrieg wurde er als Leutnant entlassen. Während der Hitlerzeit, vor dem Kriege, machte er eine Ausbildung zum Hauptmann durch und war im Kriege als Hauptmann bei der Truppe. Das er antifaschistisch gewesen wäre, ist damals von der Bevölkerung nicht bemerkt worden. Im Gegenteil, er galt als ziemlich reaktionär. Herr Petrick ist jetzt zweiter Vorsitzender der CDU-Ortsgruppe Werneuchen und seit der Gemeindewahl Gemeindevertreter der CDU.
Als der Krieg mit Russland begann, äußerte ich mich im Beisein des Zimmerpoliers Karl Krüger! Krüger sagte, die Russen hätten laut Heeresbericht eins auf den Deckel bekommen. Darauf sagte ich: Wenn das nicht mal umgekehrt ist!
Otto Jagode ist ein besonders übler Nazityp. Jagode ist ein altes Mitglied der NSDAP und war Scharführer der SA. Er trat grob und brutal auf und die antifaschistischen Einwohner waren stets in Sorge, von ihm denunziert zu werden. Er erzählte hier, als er auf Urlaub war, dass er in Russland dabvei gewesen sei, wenn Massenerschießungen stattfanden, um mit den Leichen der Frauen und Kinder die Löcher in der Straße auszufüllen. Er rühmte sich damit, dass er selbst an diesen Schandtaten teilgenommen hat. Würde er hier sein, so würden wir ihn der russischen, politischen Polizei übergeben.
Der SA-Mann Behm aus Werneuchen war eigentlich ein Kommunist und hat der Familie Wenzel versucht zu helfen, die aber dann trotzdem vernichtet wurde.
Die SED Werneuchen teilt auf Anfrage der Arbeitsgebietleitung der SED Zörbig mit, dass das ehemalige NSDAP Mitglied und SA Scharführer Otto Jagode aus Werneuchren einer der schlimmsten Nazis war, bei jeder Gelegenheit seine SA-Uniform trug und im übrigen eine brutale, feige und schmarotzende Gesinnung hat.
In dem Lokal von Fritz Büttner, Werneuchen haben vor 1933 die führenden Männer der Stadt Werneuchen ihre Vorbesprechungen abgehalten und es durften deswegen ein Arbeiter, wenn er der KPD angehörte, das Lokal nicht betreten. Ich wurde selbst zweimal hinausgewiesen, dagegen Arbeiter, welche als Zuträger und Spitzel dienten, spielten dort mit dem damaligen Bürgermeister Skat. Die Spitzeltätigkeit der geduldeten Arbeiter wurde mir vom damaligen Bürgermeister bestätigt. Diese Spitzeltätigkeit führte zu meiner Verhaftung und ich endete im KZ-Lager. Von 1933 bis 1942 war dieses Lokal immer nur der Treffpunkt derjenigen Elemente, denen wir unser heutiges Elend zu verdanken haben, demzufolge würde die Erteilung einer Konzession an Büttner einen Treffpunkt für die Feinde des Wiederaufbaues eines neuen demokratischen Deutschlands bilden.
Es sind angezeigt worden, weil Sie rotz mehrmaliger Aufforderung in der Werneuchener Zeitung das Gras von der Gehbahn vor Ihrem Grundstück in der Askanenstraße nicht entfernt zu haben. Es wird deshalb gegen Sie ein Zwangsgeld von 5 RM festgesetzt. Festgestellt am: 18.10.1938. Zeugnis des Polizei-Hptw. Schulz
Der beschlagnahmte Vervielfältigungsapparat wurde nach Apsprache mit Genossen Willi Förster (Redner) und georg Engel den Nazis überlassen.
Aufgrund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 (R.G.Bl.I Sv83) und des gesetzes über die Einziehung kommunistischen Vermögens vom 26. Mai 1933 (R.G.Bl.I S.293) in Verbindung mit der Durchführungsverordnung des Preuß. Ministers des Innern vom 31. Mai 1933 (G.S.Nr.39) werden nachstehende Vermögenswerte, nähmlich: 1 Vervielfältigungsapparat hiermit beschlagnahmt und zugunsten des Landes Preußen eingezogen. im Auftrag Freiherr Schenck zu Schweinsberg