Und hier könnt Ihr das Märchen lesen:
Das Weihnachtswunder vom Ludgeriplatz
Es war kurz vor Weihnachten am Ludgeriplatz in Duisburg. Die alten Häuser und die Straßen um die eindrucksvolle Kirche des heiligen Ludger waren von frisch gefallenem Schnee bedeckt. Der Platz selbst strahlte im sanften Schein der Straßenlaternen und lud die Bewohner der Umgebung zu einem winterlichen Spaziergang ein.
Inmitten dieses zauberhaften Ortes lebte ein kleiner Wichtel namens Ludgi. Er war der gute Geist des Ludgeriplatzes und kümmerte sich liebevoll um diesen magischen Ort. Ludgi war ein freundlicher Wichtel mit einem langen, weißen Bart und einer roten Mütze, die ihm bis zu den Augenbrauen reichte.
Ludgi war aber nicht der einzige ungewöhnliche Bewohner am Platz. Hoch oben an der Kirche auf einem der Seitenbalkone lebte schon seit vielen Jahren eine Bienenkönigin mit ihrem fleißigen Volk. Die Bienen der Königin waren emsige kleine Geschöpfe, die im Sommer von früh bis spät durch die Hinterhöfe rund um den Platz tanzten und Nektar und Pollen von den duftenden Blumen in den Gärten und Balkonen einsammelten. Jetzt jedoch, kurz vor Weihnachten, waren sie glücklich darüber, in ihrer warmen Behausung auf der Kirche gemütlich überwintern zu können.
Am Ludgeriplatz gab es viele Besucher. Einer der bemerkenswertesten unter ihnen war ein kluger und neugieriger Stadtfuchs mit Namen Kuno. In der Dämmerung streifte er oft durch die Straßen um den Platz und nun, kurz vor Weihnachten,entdeckte er den kleinen Wichtel Ludgi bei seiner täglichen Arbeit.
Nachdem er Ludgi eine Weile beobachtet hatte, wagte der Fuchs sich näher heran und begann ein Gespräch: „Guten Tag, kleiner Wichtel! Ich bin Kuno, der Stadtfuchs. Ich beobachte, dass du grübelnd und bedrückt hier am Platz auf und ab läufst. Kann ich dir irgendwie behilflich sein?“
Ludgi, der den Platz und seine Bewohner liebte, freute sich sehr über die Frage des Fuchses und erklärte Kuno, dass er sich so sehr einen festlichen Tannenbaum wünschte, um die Herzen der Anwohner und besonders der vielen Kinder an Weihnachten zu erfreuen. Seufzend fügte er jedoch hinzu: „Aber ich bin zu klein, um so einen Baum zu beschaffen."
Kuno, der Fuchs, war berührt von Ludgis Wunsch. "Vielleicht kann ich dir helfen, lieber Wichtel. Ich kenne mich in unserem Stadtwald sehr gut aus und weiß, wo es die besten Tannenbäume gibt. Lass uns gemeinsam losziehen und den schönsten Tannenbaum für den Ludgeriplatz finden!"
Die beiden ungleichen Freunde machten sich auf den Weg in den nahegelegenen Stadtwald. Wer sehr aufmerksam hinschaute, konnte beobachten, wie sie dort im dichten Unterholz verschwanden….
Und am nächsten Morgen stand ein großgewachsener, wunderschöner Tannenbaum am Ludgeriplatz. Die Marktleute und Anwohner des Ludgeriplatzes staunten nicht schlecht über die prächtige Tanne und riefen: „Was ist denn hier passiert?!“
In der darauffolgenden Nacht schmückte Ludgi den neuen Tannenbaum mit funkelnden Lichtern, glänzenden Kugeln und handgefertigtem Weihnachtsschmuck.
An Heiligabend leuchtete der Tannenbaum auf dem Ludgeriplatz so hell wie nie zuvor. Die Anwohner versammelten sich um ihn und strahlten vor Freude. Die Kinder sangen Weihnachtslieder, und die Bienen summten fröhlich im Hintergrund. Stadtfuchs Kuno beobachtete all dies zufrieden aus seinem Versteck.
Am Ludgeriplatz lebte auch ein sehr belesener Igel, der die Geschichte der Freundschaft zwischen Ludgi und Kuno im Bücherschrank der Nachbarschaft niederschrieb. So wurde sie für kommende Generationen bewahrt, um daran zu erinnern, dass wahre Freundschaft und gute Nachbarschaft das größte Geschenk und Weihnachtswunder von allen sind.
Von nun an feierten die Bewohner des Ludgeriplatzes Jahr für Jahr Weihnachten in Eintracht und Freude. Ihre Geschichte inspirierte auch andere Menschen dazu, einander mit Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft zu begegnen, ganz gleich, wie unterschiedlich sie sein mögen.
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