Wasserburg
Gebhardshagen

Die im 12. Jahrhundert entstandene Burg Gebhardshagen war der Stammsitz des Geschlechtes derer von Hagen. Sie saßen auf der Burg bis zum Erlöschen ihres Geschlechtes 1280. Dann kam die Anlage in den Besitz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Anfang des 14. Jahrhunderts in der Zeit der Herrschaft der Herren von Bortfeld wurde der Burgname Hagen erweitert. Der in der Familie häufige Vorname Gebhard trat hinzu, so dass die Burg Gebhardshagen hieß. Der sich im Umfeld der Burg angesiedelte Ort hieß bis ins 16. Jahrhundert Hagen. Erst dann wurde er in Gebhardshagen umbenannt zur Unterscheidung zum braunschweigischen Dorf Hagen sowie Nienhagen und Steinhagen als anderen Besitztümern derer von Bortfeld.

Am 22. Mai 1406 zerstörten Truppen des Hildesheimer Bischofs Johann III. von Hoya, Heinrich von Bortfeld und Burghard von Cramm, die Mauern der Burg Gebhardshagen und nahmen sie ein. Danach wurde sie wieder aufgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Gebhardshagen zuerst von den Kaiserlichen, dann von den Truppen des Herzogs Georg, darauf wieder von den Kaiserlichen und zuletzt von den Schweden berannt und zerstört. Bei der letzten Einnahme im Jahre 1637 wurde auch die Burg zerstört und niedergebrannt. Der Wiederaufbau erfolgte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Seit dieser Zeit wird die Burg als Domäne geführt. Heute befinden sich die Gebäude im Besitz der Stadt Salzgitter.

zu finden ist die Burg ebenfalls unter folgenden Koordinaten:
Nord: 52°06'15.1" =
52.104212
Ost: 10°21'31.0" =
10.358604

Burgleben im Mittelalter

Bis in unsere Zeit haben sich viele Burgen und auch mittelalterliche Stadtkerne erhalten. Aber die meisten Menschen heutzutage wissen kaum, wie das Leben der damaligen Zeit wirklich war. Es gab zwar weder Hektik noch Stress nach unserem Verständnis, aber so rosig war das Leben für die Masse der Menschen damals absolut nicht. Für sie war der Alltag ein Kampf ums Überleben und sie waren praktisch ohne große Rechte ihren Herren ausgeliefert.

Arbeit auf der Burg

Auf einer Burg waren alle Arbeiten gut organisiert. So gab es den Hofstaat, der die Herrschaften, ob König oder Edelmann bediente, aufräumte und Essen kochte. Es gab neben den Rittern auch Jäger, die Wild für die Tafel besorgen mussten. Fast alle Bauern hatten Frondienste zu leisten, das heißt ein guter Teil der Ernte und der gezüchteten Tiere waren für die Burgherren bestimmt und musste abgeliefert werden. Wurde das Soll nicht erfüllt, gab es auch Strafen. Dazu kamen die Handwerker wie Tischler, Schuhmacher, Schneider, Bäcker und Metzger. Die Waffen wurden von Schmieden hergestellt, meistens unter der Führung der Ritter. Dann gab es noch die Geistlichen, die zum Beten und für die Seelsorge da waren.

Hygiene auf der Burg

Die hygienischen Einrichtungen auf einer mittelalterlichen Burg waren mehr als dürftig. Natürlich gab es für die unteren Schichten kein warmes Wasser zum Waschen. Baden oder Duschen waren noch Fremdwörter. Ein Krug Wasser und eine Schüssel waren neben einem Stück Seife alles für die Hygiene. Toiletten gab es keine, nur sogenannte Aborte. Plumpsklos wurden an die Außenseite der Burgen gebaut. Statt großer Badetage wurde mehr der Geruch wegparfümiert. Schließlich gab es auch in späteren Schlössern keine Toiletten, sondern nur Vorhangwände, hinter denen das kleine Geschäft verrichtet wurde.

Freizeit auf der Burg

Freizeit gab es für die unteren Bevölkerungsschichten praktisch keine. Es war ein alltäglicher Kampf ums Überleben. Arbeit war angesagt, um das notwendige Brot zu verdienen oder erwirtschaften zu können. Die Burgherren und Edelmänner hatten es da schon besser. Reiten und Jagen war eine Freizeitmöglichkeit. Dazu kamen Turniere, bei denen die Geschicklichkeit getestet werden konnte. Und Falkner, die mit Raubvögeln auf die Jagd gehen konnten. Die Frauen der Ritter waren meistens damit beschäftigt, die Burgherrin zu unterhalten, zu sticken oder die Kinder zu erziehen.

Schutz durch die Burg

Da die Zeit damals recht kriegerisch war, stand die Bevölkerung, die zu einer Burg gehörte auch unter ihrem Schutz. Auf den Türmen der Burg spähten Wachen stets nach Feinden. Nicht selten wurden Burgen von Feinden angegriffen und belagert. Jede Burg besaß deshalb einen oder mehrere Brunnen. Damit war eine Wasserversorgung stets gewährleistet. Da Belagerungen bekannt waren, wurden auf den Burgen Vorräte angelegt. Aber oft reichten diese nicht sehr lange und Hunger brach aus.



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