Manchmal werde ich gefragt:
Was ist das MOTIV dafür, dass ich mich so der Fotografie verschrieben habe?
Der Motivation meiner Beschäftigung mit dem Thema Fotografie liegt eine Leidenschaft zu Grunde, die mir innewohnt.
Denn ich würde meine Freude am Fotografieren im Grunde nicht mehr, nur als eine bloßes Hobby bezeichnen.
Im Besonderen habe ich mich der Portraitfotografie verschrieben - auch, weil die Arbeit und Interaktion
mit meinem Gegenüber für mich eine große menschliche Bereicherung darstellt.
Portraitfotografie ist immer auch ein Stück Inszenierung mit einer gehörigen Portion Zufall, vergleichbar mit dem Blick in ein Kaleidoskop. Manchmal genügt es den Winkel eines solchen Kaleidoskops beim Hineinschauen nur ein klein wenig zu verändern und es entsteht ein völlig neues, zufälliges entstandenes, überwältigend schönes, unwiederbringliches einmaliges Gebilde – ein Unikat. Solche überwältigenden Blicke oder Augenblicke möchte ich mit meiner Portraitfotografie erschaffen, einfangen, festhalten, zeigen. Aufnahmen von inszenierten Situationen, die zum Staunen bringen. Aufnahmen, die neugierig machen, zum Hinschauen einladen und die idealerweise einen WOW-Effekt beim Betrachten der Fotografie erzeugen, vielleicht weil sie eine Emotion wecken und dadurch eine Verbindung zum Betrachter ermöglichen, man könnte auch sagen, eine Art Dialog entstehen lassen. Nun ist es mit der Fotografie, wie mit der Musik. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Richtungen und was gefällt, ist letztlich immer auch eine ganz persönliche Angelegenheit - eine Geschmackssache. Nehmen wir beispielsweise die Oper als Musikrichtung. Entweder kannst Du mit ihr etwas anfangen und sie berührt dein Herz oder du wirst einfach nicht von ihr ergriffen. Es gibt Menschen, die haben eine Vorliebe für Blasmusik und andere mögen Jazz. Es gibt Menschen, die lieben Landschaftsaufnahmen und andere Katzenbilder. Meine Leidenschaft gilt im Besonderen der Portraitablichtung. Sie ist für mich die Königsdisziplin der Fotografie, weil es bei ihr sowohl auf das handwerkliche Können des Fotografen, als auch auf die Ausstrahlung des Models und vor allem auf das Zusammenspiel ankommt. Nur wenn beides miteinander harmoniert, kann es dieses besondere Staunen, eine Art Magie, um die es mir geht, hervorrufen. Portraitfotografie ist für mich nicht die Abbildung des Tatsächlichen. Sie ist die Erzeugung einer Illusion, eines fotografischen Schauspiels, ein Spiel vor bzw. mit der Kamera, welches im Idealfall als Ergebnis einen magischen Moment entstehen lässt. Ähnlich einem Zauberkunststück auf einer Bühne, dass das Publikum verblüffen lässt und in ihm eine Begeisterung hervorruft. Ich möchte mit meiner Portraitfotografie solche magischen Momente inszenieren und visualisieren, die begeistern, verzaubern, zum Staunen bringen. Wenn mir das ein ganz klein wenig gelingt und sich „mein Model“ in dem Ergebnis wiederfindet, mit dem was es ausdrücken wollte oder wie es gesehen werden möchte, wenn seine innere Schönheit auch äußerlich sichtbar wird, macht dies mich stolz und glücklich. Darum fotografiere ich... und ich mache es gerne.