ALTERN – EIN LEBEN LANG
ALTERN – EIN LEBEN LANG
Die Ausstellung „ALTER(N) IM WANDEL“ des Netzwerks Alternsforschung wurde am 17. Juni 2026 in Heidelberg eröffnet. Die Eröffnung war sehr gut besucht und stieß auf großes Interesse bei den Besucherinnen und Besuchern.
Die Ausstellung präsentiert vielfältige künstlerische Perspektiven auf das Älterwerden und zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit dem Thema Altern umgehen. Sie lädt dazu ein, über persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Vorstellungen und neue Perspektiven auf das Altern ins Gespräch zu kommen. Die positive Resonanz auf die Eröffnung unterstreicht den Erfolg der Ausstellung, die noch bis zum 24. Juli 2026 in den Räumlichkeiten des Netzwerks Alternsforschung zu sehen ist.
Ausstellungseröffnung am 17. Juni 2026, 12.00 Uhr
Netzwerk AlternsfoRschung, Bergheimer Straße 20, 69115 Heidelberg
Im Juli 2025 lud das Netzwerk AlternsfoRschung alle ein, die persönliche Sicht auf das Thema Altern kreativ zum Ausdruck zu bringen. Ob Fotos, Zeichnungen, Gemälde oder andere Kunstwerke – das Netzwerk suchte inspirierende Bilder, die die Vielfalt des Alterns zeigen: körperlich, geistig, sozial und emotional. Knapp 100 Einsendungen haben einmal mehr gezeigt, wie vielfältig und individuell das Thema Altern sein kann. In beeindruckenden – von humorvoll bis traurig – Bildern haben die Teilnehmenden festgehalten, wie unterschiedlich das Altern erlebt wird. Genauso breit wie die thematische Auseinandersetzung war die Genrevielfalt der eingereichten Beiträge: Fotos, Tusche- und Aquarellzeichnungen, Collagen sowie Patchwork.
Infos zum Foto: Kamera = Nikon F2, Film = Kentmere 400 (+2 push), Karlsruhe am 28.7.2025
In diesem Bild stecken 32 Jahre Altersunterschied nämlich JG. 1933 und JG 1965. Das Bild wurde bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2024 in Göteborg aufgenommen. Die Dame ist Championshiprecord in der Alterklasse W90 über 100 m gelaufen . Hier sieht man wie Altern auch gehen kann, aber man muss selbst etwas dafür tun.
Ölgemälde (77cmx107cm)
„Altern – ein Leben lang“ bedeutet für mich, dass jede Lebensphase ihre eigene Schönheit und Bedeutung hat. Auf dem Foto ist die 94-jährige italienische Nonna Mathilde zu sehen, die genau das verkörpert. Statt Zerbrechlichkeit strahlt sie Wärme, Humor und Lebensfreude aus. Besonders beeindruckend ist ihr Lebensweg: Sie gehörte zu den ersten Frauen Italiens mit abgeschlossenem Jurastudium und hat viele Länder bereist. Ihre Falten erzählen von einem erfüllten Leben voller Erfahrungen, ihr Blick zeugt bis heute von Neugier und Tatkraft.
Bad Säckingen. Auf dem lichtdurchfluteten Marktplatz stand ein älterer Herr und spielte umwerfend Saxophon. Das Licht und Schattenspiel, sowie die Reflexion des Marktes und der Menschen im Schaufensterglas des Kaufhauses haben mich fasziniert. Der Herr erlaubte mir, ihn zu fotografieren. Zu Hause habe ich dann dieses Bild in Acryl 100x70 gemalt.
Das Foto zeigt die Wilhelmsfelderin Irmgard Stoeckicht. Sie hat jeglicher Publikation dieses Fotos ausdrücklich zugestimmt. Das Foto habe ich während eines Besuchs der Nachbarn und des Wilhelmsfelder Bürgermeisters Dr. Tobias Dangel an ihrem 105. Geburtstag gemacht. Kurz danach ist sie verstorben. Das Foto zeigt die wachen Augen und die freundliche Grundhaltung dieser wunderbaren, lebensfrohen Frau.
Das Foto zeigt ein älteres Paar, das sich beim Gehen liebevoll gegenseitig stützt. Es symbolisiert für mich, dass Liebe und Zuneigung auch im Alter nicht nachlassen, sondern im Gegenteil eine noch tiefere Bedeutung bekommen.
Patchwork
Mein Foto zeigt Schäfer Vasilij, aufgenommen im kleinen Dorf Drosopigi (Peloponnes, Griechenland). Einst Barkeeper in Athen, kehrte er im fortgeschrittenen Alter in seine Heimat zurück, um als Selbstversorger mit seiner Schafherde, Pferden und Hütehunden zu leben. Seine Geschichte steht für die Idee, dass Altern nicht Stillstand bedeutet, sondern oft die bewusste Rückkehr zu einem erfüllten, naturnahen Leben, wodurch ein gewisses Freiheitsgefühl entstehen kann. (Aufgenommen mit Fujifilm X-T30, 32 mm)
Collage
Das Foto habe ich in Afghanistan (Provinz Herat) aufgenommen. Der Mann war so in Gedanken verloren, dass er nicht mitbekommen hat, dass ich ein Foto aufgenommen habe. Ich habe ihn danach um Erlaubnis gebeten, das Foto behalten und verbreiten zu dürfen.
Das Wertvollste, was wir sammeln, das Kostbarste, was uns bleibt, und das Einzige, was wir überall mit hinnehmen. Und wenn diese Erinnerungen Erinnerungen an eine alte, junge und noch längst nicht erloschene Liebe sind, so gibt es auch kaum Schöneres.
Sandycove, Ireland
Warum ich dieses Bild ausgewählt habe:
Es hat mich sehr berührt, dass diese Hand noch so ruhig malen kann.
So ist es entstanden: Ich hatte die Freude, mit dieser Hundertjährigen zeitweise zusammen zu sein. So entstand das Foto.
Warum das Bild für mich für Altern steht:
Diese Hand zeigt deutlich die Spuren hohen Alters.
Bild wurde nicht ki-generiert und weder veröffentlicht nochprämiert. Für mich ist das ein Symbol für den letzten Lebensabschnitt.
Auch als hochbetagte Seniorin kann frau offen sein für etwas komplett Neues und den Mut haben, es auch umzusetzen :-)
Es handelt sich um eine Aufnahme von einem "Generationengraffiti", Jugendliche und Ältere haben sich unter Anleitung eines Graffiti-Künstlers getroffen, um gemeinsam in den Austausch über Kunst und das Leben zu kommen. Das Bild steht für das "Altern", weil es zeigt, dass Kreativität und Engagement ein Leben lang die Umwelt gestalten.
"Auch im Alter schauen wir noch gemeinsam
in eine Richtung"
Dieses Bild entstand auf Kuba, sinnbildlich steht das Bild für mich „auch im Alter schauen wir noch gemeinsam in eine Richtung "
Auch im Alter noch gemeinsam auf dem Moped zu sitzen hat mich beeindruckt.
Fotografiert in Kuba
Das Foto habe ich in Bogliasco/ Italien aufgenommen. Es zeigt 3 Generationen auf einem imaginären Kreis verbunden, der sich fast zu schließen scheint.
Das Bild stammt aus einer kompletten Fotoreihe, vom Einstieg bis zum Ausstieg. Ich habe mich für die Zusendung dieses Bildes entschieden, da es voller Bewegung ist.
Silhouetten von Leuchtturm, Menschen und Gedenkbänken im Sonnenlicht – eine Bildmeditation über Erinnerung und Altern. Aufnahmeort: Tynemouth, Newcastle (UK)
Aquarellzeichnung
Gefühle sind altersübergreifend, denn auch ein alter Mensch hat Träume und Sehnsüchte. Hat er sie nicht, ist er lebendig tot. Höre auf deine innere Stimme, tue etwas und sei es noch so verrückt für andere. Mut zum Mut - tu's!
Mein evtl. befremdliches Foto einer verschimmelten Zitrone hat für mich – ähnlich wie alte Menschen – ein hohes Masz an Anmutung: es ruft in mir den Wunsch nach Berührung und genauerem Hinsehen auf. Auch zeigt es durch seine auf dem Blütenansatz stehende senkrechte Haltung das fragiles Gleichgewicht des Alterns, das jederzeit aus dem Lot geraten kann, geringfügig oder komplett per Sturz geraten wir aus der Vertikalen ins Liegen. Die Zitrone steht mit ihrem intensiven Gelb für Sonne und Leben. Da sie zur Hälfte mit weißgrauem Schimmel überzogen ist, kann man an Lebensabschnitte denken: Übergänge von der festen, nach aussen glatten Form in etwas Weiches, Schützenswertes, das sein Inneres nach aussen kehrt. Unverändert gibt es diese immanente Schönheit, wenn man sich von Vorurteilen wie verdorben, nutzlos, schlecht riechend, eklig anzufassen nicht ablenken läßt. Im hohen Alter geht viel an Sprache und Kommunikationsfähigkeiten – und damit vom vertrauten Menschen – verloren. Dafür kommen neue Aspekte zum Vorschein, man muß sich als Betreuer Mühe geben, mit diesen Veränderungen Schritt zu halten. Dafür ist – wie bei der eigentlich verdorbenen Zitrone – vorurteilsfreies Beobachten eine hilfreiche Haltung. Das Foto ist als Anregung gemeint, das Schöne im Alter nicht zu übersehen.
Für Außenstehende sind es nur Spielzeuge, doch für sie sind es Begleiter und Symbole von Zuneigung. Indem sie sie präsentiert, teilt sie einen Teil ihres Lebens und zeigt, dass Spielen auch im Alter eine Form von Freiheit und Widerstand sein kann. Aufgenommen in Brasilien.
Tuschezeichnung 24x33 cm
Musik verbindet und macht Freude in jedem Lebensalter. Jede Generation hat Ihre eigene Musik. Opa hat zu den Rolling Stones getanzt. Das Kleinkind wird es zu einer Musik tun, die es jetzt noch gar nicht gibt. Es ist so wichtig, sich für das Alter etwas zu schaffen und zu bewahren, woran man sich erfreuen kann. Dazu gehören u.a. das Knüpfen und Pflegen von Kontakten, das Sammeln schöner Erinnerungen oder ein Hobby, Außerdem ist es nie zu spät, noch einmal etwas Neues auszuprobieren z. B. einer Theatergruppe für Senioren beizutreten.
Linolschnitt im Format DIN A4
Aus meiner Sicht ist jeder alte Mensch wie ein kostbares Buch – gefüllt mit gelebten Erfahrungen, Erkenntnissen und wertvollen Antworten. Das Altern ist kein Zustand, sondern ein Weg: ein Prozess, der durch Höhen und Tiefen, durch Freude und Schmerz, durch Lernen und Wandlung führt. Erst durch diese vielfältigen Erfahrungen kann der Mensch das Alter erreichen – als eine Form von innerem Reichtum.
Das Wasser kann hier als vorbeiziehende Lebenszeit betrachtet werden, wobei das Altern selbst nicht linear verläuft. Wir sitzen gerade alle mit unserem individuellen Alter im selben „Boot“, im selben Augenblick, leben in derselben (auch digitalen) Welt. Eine Pause vom Alltag kann in jeder Lebensphase inspirierend und erholsam sein. Wenn man sich sonst unsichtbar fühlt und eventuell wenig Serviceleistung erfährt, wird man hier gesehen
Selbstporträt als Kaninchen, Kind, Jugendlicher und Erwachsener
100 x 70 cm, Mischtechnik auf Papier (2024)
Ich habe dieses Kunstwerk geschaffen, nachdem ich erfahren hatte, dass ich nur noch wenig Zeit zu leben habe. Innerhalb weniger Sekunden wurde ich zu einem alten Mann, der seinem Tod ins Auge sieht, und nun musste ich mich mit all meinen Lebensabschnitten auseinandersetzen: meiner Kindheit, meiner Jugend und meinem kurzen Erwachsenenleben. Ich habe ein Selbstporträt meines bisherigen Lebens gemalt.
Wachsen durch die Liebe, Familie ,Freunde, vielen Erfahrungen,wichtiger Begegnungen, Reisen nah und fern,sodass man hoffentlich weise wird ,nicht nur weiß ( grau).
Bildgröße: 40×30 cm
Mixed Media (Aquarell, Collage, Illustration)
Dieses Bild ist aus einem biografischen Einschnitt entstanden: Nach dem plötzlichen Schlaganfall meines Vaters wurden Pflege, Abhängigkeit und Verantwortung Teil unseres Alltags. In einer collageartigen Verbindung aus Aquarell, Illustration und Typografie verdichte ich diesen persönlichen Prozess zwischen Nähe, Überforderung und Neuorientierung. Das Bild steht für Altern als lebenslangen Wandel, der Beziehungen verändert und neu formt. Bild durch ein besser zugeschnittenes ersetzt,
Aufgenommen März 2017 mit einer alten Kamera Canon F-1 plus Kodak Ektar 100 Film
Das Eis schmilzt, der Mensch altert. Doch was man als Kind geliebt hat, vergisst man nicht.
Im Vordergrund das vorgeschrittene Leben und im Hintergrund das neue Leben, die sommerliche Leichtigkeit und eine tiefe Verbundenheit
körperlich, geistig, sozial und emotional...
Feine Linien, Lachfältchen, Sorgenfalten: Das Gesicht verrät viel über uns. Doch die Kosmetik will alles glätten – jugendlich straff sollen wir bleiben. Altern dagegen steht für tiefgründige Erfahrung.
Was dieser Baum wohl alles erlebt hat?“
Sinnbild für ein arbeitsreiches Leben und den wohlverdienten Ruhestand.
Entstanden auf Kreta.
Wir in Gießen haben nicht nur das berühmte Elefantenklo, sondern sind besonders in diesem Jahr in der ganzen Stadt bei vielen Veranstaltungen elefantös unterwegs. Wir sind demnächst am 11.10.2025 auch bei der SeniorInnenmesse zu sehen und darüber hinaus gibt es in Gießen beim Verein Ehrenamt Gießen ca. 400 bürgerschaftliche Engagierte, von jung bis alt, die zeigen wie Altern in Gießen geht. Ehrenamtliches Engagement macht Spaß und hält fit. Der Gießener Altenhilfeplan 2025 wird dahingehend auch in diesem Jahr weiterentwickelt.
Ich stehe an der Türschwelle und beobachte meine Großmutter, Maria-Luise wie sie auf dem Stuhl sitzt, ein Lächeln auf den Lippen, und spüre zugleich die stille Melancholie der Demenz, die ihr die Worte raubt, aber nicht die Fähigkeit zu fühlen Meine Mutter kämmt nun ihrer Mutter liebevoll die Haare, Strähne um Strähne, formt einen Zopf, der wie ein Band zwischen Vergangenheit und Gegenwart wirkt. Jede Berührung, jede kleine Geste erzählt von Nähe, Fürsorge und unvergänglicher Liebe. Hier zeigt sich, dass Altern nicht nur Verlust bedeutet, sondern auch Zärtlichkeit, Nähe und die Kraft der Erinnerung. Ich fühle in diesem Moment, dass Altern ein Leben lang ist – mit Höhen und Tiefen, mit Vergessen und Erinnern, mit Liebe, die selbst in der Demenz unaufhörlich weiterwirkt. Dieses Bild ist für mich ein Blick in die Seele des Alters, ein stiller, leuchtender Augenblick, der drei Generationen verbindet: meine Großmutter, meine Mutter, mich. Und ich weiß, dass in diesen kleinen Momenten das Leben, das Altern und die Liebe ineinanderfließen.
© Inken Bader
Taxi KA- / O-15, 2024, Stempeldruck, ca. 225cm x 157cm
Die volle Dimension des Bildes entfaltet sich erst, wenn man direkt vor der großen Papierrolle (ca. 225cm x 157cm; ausgerollt 283 x 157cm) steht und die einzelnen Strukturen erkennbar werden.
Das Alter als Kunst der Natur. Wie die Natur zeigen sie uns, dass das Altern kein Ende, sondern eine Metamorphose ist – eine Verwandlung, bei der jede Phase ihre ganz eigene, tiefe Schönheit entfaltet (One just needs to look at nature to understand that aging is not an end, but a metamorphosis – a transformation in which each phase unfolds its own unique, profound beauty.)
Die durch Falten erzeugten Kontraste erinnern mich (als Biologen) an die kontrastreichen Muster von Blumen.
Das Erwachsenwerden ist eine erstaunliche Reise voller Glück und Freude: die Freude über jeden neuen Geburtstag, jedes neue bedeutende Ereignis. All das macht das Leben erstaunlich und einzigartig. Das unikale menschliche Leben weckt jedoch gleichzeitig die Angst vor dem Unbekannten – vor dem, was morgen hinter dem Schleier des Erwachsenwerdens verborgen liegt.
Das Bild strahlt eine gewisse erschöpfte, aber dennoch unermüdliche Ruhe aus.
Foto/Grafik
Das Kunstwerk befasst sich mit der Wahrnehmung des Künstlers, der den Eindruck gewonnen hat, dass Zeit nicht linear verläuft. Er stellt fest, dass ein Zeitpunkt der Vergangenheit sich nicht mit zunehmender Zeitdauer immer weiter von der Gegenwart entfernte, sondern teilweise näher erschien als zuvor. In der Grafik zeigt sich diese Beobachtung durch die Doppelbelichtung zweier Fotografien, die den Künstler selber einmal als junges Kind und einmal als Jugendlichen darstellen. Die Momente erscheinen auf der Bildfläche eng miteinander verwoben und beeinflussen sich gegenseitig in ihrer Aussagekraft. Im Vordergrund steht dabei die Träne, die in das Gesicht des Kindes projiziert wird, durch die Überlagerung mit dem Bild des jungen Erwachsenen. Es ist an dieser Stelle entscheidend, dass die scheinbare Traurigkeit des Jungen nur durch die Existenz des späteren „Ichs“ vorhanden ist und dieses nachträglich die Gefühlslage beeinflusst. Dieser rückwirkende Einfluss illustriert die Angst des Individuums vor dem Altern und der Zukunft.
Das Altern vergeht oft wie im Flug. Ein Gleitschirmflug lädt jedoch dazu ein, den Moment bewusst wahrzunehmen. Aus der Kameraperspektive ist weder das Alter des Piloten noch das der anderen Flieger erkennbar – und spielt in diesem Augenblick voller Freude und Freiheit keine Rolle. Gleitschirmfliegen ist ein Sport, der Menschen vom Jugendalter bis weit über 80 Jahre hinweg begleitet. Das Bild mit der nahezu senkrecht verlaufenden Waldkante regt dazu an, die gewohnte Sicht auf das Leben als Alterungsprozess zu hinterfragen. Der Wald steht zugleich für Erneuerung und Beständigkeit: Während einzelne Bäume altern, wächst ständig Neues nach. So entsteht aus der Vogelperspektive ein Bild von Kontinuität, das Generationen miteinander verbindet. Aufgenommen am Buchenberg (Halblech, Allgäu) am 20.09.2025.
Auf einem frühmorgendlichen Spaziergang durch ein kleines Dorf im Süden Kretas traf ich auf die alte Frau. Während sie, in einem scheinbar sehr vertrauten Rhytmus, die Gasse mit einem alten Besen fegte, nickte sie mir freundlich zu. Es war die Zeit am Tag, in der man in den Gassen noch ganz leise unterwegs ist und die Stimme senkt, um niemanden im Schlaf zu stören. Mich hat ihre Ausstrahlung sehr berührt. Wie sie, noch nicht ganz richtig gekleidet und scheinbar ohne ihre Zähne, in aller Ruhe und Würde die Straße fegte und schon einen freundlichen Blick übrig hatte. Für mich ein schönes Bild vom Altern.
Kleines Dorf an der Südküste Kretas: Georgia, inzwischen 99 Jahre alt, lädt alle ihre Gäste gerne auf den kleinen Freisitz vor ihrem Haus ein. Wir kennen uns seit fast 40 Jahren und die Gespräche mit unserer Familie waren oft fröhlich und ausgelassen.
Foto am Neckarufer in Heidelberg, 2021
Foto/Collage
Diese Aufnahme entstand bei einem harmonischen Familien-Fotoshooting. Als Collage der Großmutter, Mutter und Tochter wollte ich gezielt verschiedene Lebensphasen darstellen, wobei Altern nicht erst im hohen Alter beginnt, sondern mit dem Leben selbst untrennbar verbunden ist da es uns überall begegnet. Das Bild steht für „Altern – ein Leben lang“, weil es verschiedene (individuelle) Lebensphasen nebeneinander zeigt und damit Altern als kontinuierlichen Prozess sichtbar macht durch gleiche Blickrichtung und Haltung. Altern sollte nichts schambehaftetes sein, sondern Teil eines natürlichen, würdevollen Teil des gesamten Lebens.
Ich wollte mit den Zeichnungen das Wesen des Alterns ergründen und kam auf vielfältige Erscheinungen:
Menschen, die heranwachsen
Pflanzen, die sprießen, wachsen und verwelken
Erinnerungen, die aufkommen oder verblassen
Langlebige Tiere – verschiedene Lebensalter
Website & Bannerillustration Anna Tzanetoulakou
Netzwerk AlternsfoRschung der Universität Heidelberg