27.05. - 30.05.2026
Ústí nad Labem
30.5.2026, Treffpunkt um 8:55 Uhr vor der Philosophischen Fakultät UJEP
Das Ziel der Fachexkursion nach Třebívlice und Most ist es, ausländische sowie einheimische Germanistinnen und Germanisten mit dem Leben und der Rezeption von Ulrike von Levetzow vertraut zu machen. Sie war die Muse von Goethes später „Trilogie der Leidenschaft“ (1827), wobei die Beziehung zwischen dem 74-jährigen Dichter und der 19-jährigen Baronesse zahlreiche Mythen und künstlerische Artefakte wie Bücher, Filme oder Skulpturen hervorbrachte, die bis in unsere Gegenwart hineinwirken.
Die Aussiger Germanistik befasst sich mit diesen Themenbereichen sowohl in ihrer Forschung als auch in der Lehre. Ihr Bestreben ist es nun, die Ergebnisse dieser Arbeit einem breiteren Expertenkreis zu präsentieren. Die Exkursion unterstreicht die regionale Forschung der Germanisten in Ústí n. L. und zeigt zugleich, wie ihre Themen mit der Forschung auch über die Grenzen der Region hinaus bis hin zum internationalen Maßstab zusammenhängen. Dadurch eröffnet sie Raum für eine weitere Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen innerhalb der Euroregion Elbe/Labe sowie darüber hinaus.
Sowohl das Ulrike-von-Levetzow-Museum in Třebívlice, als auch die Ausstellung „Ulrike von Levetzow. Ein Engel im schimmernden Dunst“ im Regional- und Kunstmuseum in Most vermitteln anhand von Memorabilien und Begleittexten ein Bild der Adeligen, das sich in vielem von den künstlerischen Reflexionen ihrer Persönlichkeit und ihrer Beziehung zu Goethe in Tschechien, Österreich und Deutschland unterscheidet.
Eben diese Diskrepanz werden wir hinterfragen, wobei wir folgende Werke berücksichtigen: „Sternstunden der Menschheit“ von Stefan Zweig (1927), den tschechischen Film „Der heiße Sommer in Marienbad“ (2006), Martin Walsers Roman „Ein liebender Mann“ (2008) und das tschechische Hörspiel „Ulrika“ (2000). Durch die Analyse dieser Werke in verschiedenen Medien werden wir nachvollziehen können, wie sich ihre Darstellung in Abhängigkeit von den spezifischen Veränderungen des jeweiligen kulturellen Gedächtnisses in Tschechien und im deutschsprachigen Raum unterscheidet.