Ruperti Orchester Traunreut e.V.

Kritiken

Traunsteiner Tagblatt vom 29.04.2022

Es hatte ein wenig den Touch von Erfüllung nach einem langen Sehnen und dem Gefühl, dass sich am Ende doch alles zum Guten wenden kann: Als das Ruperti-Orchester im Traunreuter k1-Saal die Ouvertüre von Rossinis »Barbier von Sevilla« spielte, schwebte der Geist der alten Normalität durch den Raum.
Die Gäste lauschten andächtig. Vier festliche Blumengestecke zierten den Bühnenrand, rote Samtvorhänge säumten das eifrig musizierende Orchester, der Orchesterleiter Richard Kalahur, »formte« die Musik mit Akkuratesse und Leidenschaft. In den Reihen sitzend entdeckte man wohlbekannte Gesichter – die meisten davon unmaskiert, lächelnd. So auch an den Instrumenten, vom Kontrabass bis zu den Bläsern, schienen alle in Bestlaune.

Viele Gründe zum Feiern

Das Ruperti-Orchester hat gleich mehrere Gründe zum Feiern: Es wird sechzig Jahre alt, hat die proben- und konzertfreie Corona-Zeit überstanden und darf mit seinen treuen »Fans« Wiedersehen zelebrieren. Das schönste Jubiläumsgeschenk, zugleich Motto gebend, machte es sich selbst: Musik, mit Herzblut kredenzt, »Aus Oper und Operette«, dazu eine aufregende Uraufführung und für die Arien den weit über die Region hinaus bekannten Kammersänger Franz Supper als Gast.

In einer herzlichen Ansprache drückte Stadtoberhaupt Hans-Peter Dangschat großen Dank und Lob für den wertvollen kulturellen Beitrag, den das vorwiegend aus Amateurmusikern bestehende Orchester in all den Jahren für die Stadt geleistet hat, aus. Richard Kalahur, der seit 1991 das Orchester leitet, habe mit seiner versierten Arbeit Spuren hinterlassen, betonte Dangschat.
Im ersten Konzertteil erklangen vornehmlich Werke aus dem Operngenre: Die Arie des Lyonel »Ach so fromm« aus »Martha« von Friedrich Flotow, das »Intermezzo und Barcarole« aus »Hoffmanns Erzählungen« und die Arie des Paris, »Aumont Ida trois déesses« aus »Die schöne Helena« von Jaques Offenbach......

Umjubelte "Chorprobe" zum Jubiläum

Hochklassiges Sängerchor-Konzert im k1 – Wiener Bassbariton Peter Thunhart begeistert als Solist

PNP vom 11.10.2021

Traunreut. Der Sängerchor Traunreut hat sich zum 70-jährigen Jubiläum selbst das schönste Geschenk gemacht. Das musikalische Geburtstagsmenü aus Oper und Operette im k1 war hochklassig und entsprechend umjubelt. Gefestigt in den Einsätzen präsentierten sich die vereinten Chöre, der Kirchenchor Palling, der Sängerchor Traunreut und der Gesangsverein Trostberg sowie das Ruperti-Orchester und Solist Peter Thunhart unter der Leitung von Chordirektor Richard Kalahur und begeisterten das Publikum, das auch nach zwei Stunden noch nicht genug gehört hatte. Erst nach zwei Zugaben wurden die etwa 90 Protagonisten von der Bühne entlassen.

Die Pandemie hatte die Durchführung des Konzertes in Frage gestellt: "Wir konnten erst Mitte Juni mit den Proben beginnen und lange Zeit war nicht klar, ob die Veranstaltung stattfinden kann", sagte Kalahur. Wegen der Erkrankung des Solisten Peter Kellner musste das Konzert auch noch verschoben und ein Ersatz-Solist gefunden werden. Dass dafür Peter Thunhart aus Wien kurzfristig eingesprungen ist, sei ein Glücksfall, erklärte der Direktor.

Nachdem das Programm feststand, musste der Bassbariton auf die Schnelle die bekannte "Chorprobe" aus der komischen Oper Zar und Zimmermann von Albert Lortzing einstudieren. Was ihm bei der Arie vortrefflich gelang. Dem Sänger war aber nicht nur die Solopartie wie auf den Leib geschnitten. Er glänzte stimmlich und darstellerisch auch bei der Arie des Basilio aus Rossinis Barbier von Sevilla, als Zsupán aus dem Zigeunerbaron von Johann Strauß (Sohn) oder mit dem Lied des Tewje aus Anatevka "Wenn ich einmal reich wär."

Hervorzuheben sind auch die Leistungen des Chores und des Orchesters. Sie überzeugten mit einem stimmgewaltigen Klangbild und wurden dem anspruchsvollem Programm gerecht. Ob bei der flotten Polka "Leichtes Blut" von Johann Strauß, der mächtigen Ouvertüre und dem "Zigeunerchor" aus dem Zigeunerbaron oder dem getragenen "Intermezzo" aus Tausend und eine Nacht....

Stimmungsvolle doppelte Hommage

plus.pnp.de vom 13.10.2020

Rupert-Orchester erinnert an Befreiung der Konzentrationslager vor 75 Jahren und Beethovens 250. Geburtstag

Trostberg. Einen außergewöhnlichen Abend widmete das Rupert-Orchester Traunreut im Postsaal zwei Jubiläen, die zwei verschiedene Welten aufzuzeigen scheinen: dem 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens (1770 bis 1827) und der Befreiung der Konzentrationslager vor 75 Jahren. Neben der Musik stand die jüdische Dichterin Selma Merbaum, die 1942 im Alter von 18 Jahren in einem SS-Arbeitslager in Michailowka im heutigen Russland ums Leben kam, im Mittelpunkt des Abends. "Hommage à Selma" lautete daher auch das Motto.

Im Postsaal beeindruckte der Dreiklang aus Ruperti-Orchester, "Junger Buehne " und dem Kulturkessel Trostberg. Das Orchester unter der Leitung von Richard Kalahur überzeugte von der ersten bis zur letzten Minute, "Junge Buehne"-Ensemblemitglied Gottfried Putz gab in fünf Lesungs-Abschnitten Einblick in das kurze Leben Merbaums und damit in die Gefühlswelt einer heranwachsenden jungen Frau. Ulrike Brunnlechner vom Verein Kulturkessel las schließlich eine Auswahl der Gedichte, die Merbaum für ihre "Blütenlese" verfasst hatte.

Variationsreich wie das Leben

Traunsteiner Tagblatt vom 23.10.2019

Mit der Ouvertüre zu Glucks Iphigenie in Aulis hat das Ruperti-Orchester sein Konzert im Postsaal Trostberg mitreißend eröffnet und gleich schon mal eine Glücksspritze vorausgeschickt, die im gut besuchten Postsaal entsprechend euphorisierende Wirkung tat.

In dem ambitionierten Orchester, seit gut 25 Jahren von Richard Kalahur geleitet, spielen Amateurmusiker mit einigen Profimusikern Seite an Seite. Die Musiker motivieren sich gegenseitig zu musikalischer Höchstleistung – so auch beim Konzert in Trostberg.

Gut eingestimmt ließen sich die Postsaalgäste auf ein Tänzchen ein – und zwar den »Norwegischen Tanz Nr.2, op. 35« von Edward Grieg, in schwungvoll-heiterem Hopser-Lauf, der langsam eine furiose Steigerung erfuhr.

Mit nach Halle gerichtetem Blick, unlängst Ort einer antisemitischen Gräueltat, war das Werk »Höre Israel, die Stimme des Herrn« als musikalischer Solidaritätsakt den Opfern gewidmet. Die Trostberger Sopranistin Eva Maria Amann legte neben großem Stimmvolumen enorme Ausdruckskraft in die Sopran-Arie aus dem Oratorium Elias, op. 70 Nr. 21 – gerade so, als wollte sie mit ihrer schönen Stimme bis nach Halle durchdringen. Der Charakteristik der böhmischen Tänze entliehen, komponierte Antonín Dvorák im Jahr 1878 seine »Slawischen Tänze«: In spielfreudiger Interpretation brachte das Ruperti-Orchester mit Leichtigkeit und Lebensfreude den Tanz Nr. 4, op. 46/8 zu Gehör.

Neue Ehrenmitglieder im Ruperti Orchester

Konzert-Gottesdienst zum Jahresabschluss – Hans Tröndlin und Erich Hauer wurden geehrt

Traunreut. Am dritten Adventssonntag feierte das Ruperti Orchester unter Leitung von Richard Kalahur den traditionellen Jahresabschluss mit einem Konzert-Gottesdienst in der evangelischen Paulus-Kirche. Im Anschluss daran wurde zwei Männern, die sich über viele Jahre für das Orchester verdient machten, die Ehrenmitgliedschaft übertragen.

Hans Tröndlin und Erich Hauer kamen Anfang der 1970er Jahre zum Ruperti Orchester und übernahmen 1980 den Vorstand. Über 30 Jahre waren sie erster und zweiter Vorsitzender des Traunreuter Vereins und wurden dafür nun zu Ehrenmitgliedern ernannt. "Ihr beide habt den Weg des Orchesters über Jahrzehnte entscheidend mit begleitet", sagte Dorothea Marien, die jetzige Vorsitzende. Der kleinen Feier zum Jahresabschluss ging ein Meditationsgottesdienst in der Pauluskirche voraus, bei dem das Orchester barocke Musikstücke zum Besten gab. Auszüge aus einer Kirchensonate von Mozart, aus dem Concerto Grosso von Händel und "Der Winter" aus Vivaldis vier Jahreszeiten erfreuten die zahlreichen Gottesdienstbesucher und stimmten auf Weihnachten ein.

Ausführende waren neben dem Orchester vor allem Dorothea Marien und die neue Konzertmeisterin Anne Christina Neuberger (Violine) sowie Waltraud Schlagberger (Violoncello). Pfarrerin Dorothea Marien ging in ihrer Predigt auf das Licht ein, ohne das kein Leben möglich wäre, das manch dunkle Stunden erhellt und Freude verbreitet. Die begleitende Musik dazu nannte die Pfarrerin in ihrer Einführung "die Tür zur Gotteserfahrung" und betonte: "Wir spielen zur Freude und zum Lob Gottes."

Pia Mix

Welturaufführung trifft mitten in die Herzen

Trostberg. Mitreißend war schon die Eröffnung des Herbstkonzerts des Ruperti-Orchesters, die Ouvertüre zu Glucks Iphigenie in Aulis. In dem ambitionierten Orchester, seit gut 25 Jahren von Richard Kalahur geleitet, spielen Amateurmusiker mit einigen Profis Seite an Seite. Man kennt sich, man schätzt sich, und vor allem inspiriert und motiviert man sich gegenseitig zur musikalischen Höchstleistung. So auch am Samstag im gut besuchten Trostberger Postsaal, wo neben klassischen und zeitgenössischen Werken eine Welturaufführung gefeiert wurde. Freudige Anspannung meinte man da auch dem routinierten Richard Kalahur anzumerken – ein Dirigent, der es immer wieder schafft, den richtigen Moment abzuwarten, der die absolute Stille im Saal fordert, damit "Musik werden" kann.

Festlicher geht es kaum

Trostberg. "Dahier wurde am 6. März im Gasthaus Wienerhof ein Männergesangverein gegründet, der sich zur Aufgabe gemacht hat, den lange entbehrten und von allen Seiten gewünschten Gesang zu fördern", schrieb die Heimatzeitung am 10. März 1919. Im Laufe der Zeit ist aus dem Männergesangverein unter dem Titel Gesangverein Trostberg ein gemischter Chor entstanden, der bei Konzerten und Sängerfesten auftritt sowie kirchliche und weltliche Feiern mitgestaltet. Das Repertoire besteht unter anderem aus Opern- und Operettenmusik, weltlicher Chorliteratur der Klassik und Romantik sowie Kirchenmusik.

"Dass sich die Engel freuen"

Traunreut. Das geschmackvoll gestaltete Programmheft zum Frühjahrskonzert des Ruperti-Orchesters ließ erahnen, dass Orchesterleiter Richard Kalahur mit Klangfarbenreichtum dem Lenz auf die Sprünge helfen wollte. Farbenfroh und bunt wie die Primeln, die das Außenblatt zierten, war auch die Musikauswahl, die das mit Verve aufspielende Orchester nach wochenlanger Probenarbeit seinen Gästen zu kredenzen wusste. Ein fröhlicher Frühjahrsgruß an klassischer Musik, dem die Solistin Leonie Trips, die derzeit an der Universität Mozarteum in Salzburg ihren Bachelor absolviert, mit ihrer noch jugendlichen Musizierfreude zu einer Extraportion Frische verhalf.