Fragen zur Psychotherapie

1. Wer kann zur Behandlung kommen?

Zunächst kann jeder, der den Wunsch nach Psychotherapie hat, einen Sprechstundentermin mit mir vereinbaren. In dieser Sprechstunde geht es darum, herauszufinden, welche Behandlung für Sie die angemessene ist und ob ich diese Behandlung anbieten kann. Wir erörtern eventuell auch die Frage, ob eine stationäre Behandlung passender ist.


2. Wenn Sie meinen, Sie könnten mir helfen, wie geht es dann weiter?

Wir vereinbaren dann die sogenannten probatorischen Sitzungen. Diese dienen dazu, dass beide sich näher kennen lernen. Die passende Chemie ist für Psychotherapie sehr wesentlich. Sie haben deshalb die Möglichkeit, mich näher kennen zu lernen und auch ich kann schauen, wie sich ein gemeinsames Arbeiten gestalten kann. Wenn beide Seiten zu der Entscheidung kommen, miteinander zu arbeiten, kann ein Antrag bei der Kasse zur Übernahme der Kosten gestellt werden.


3. Muss ich die Kindheit nochmal durchleben?

Therapie findet immer im Hier und Jetzt statt. Auch Kindheitserfahrungen können nur im Hier und Jetzt auftauchen. Die Kindheit ist eine Blaupause, eine Art Bezugssystem, für die im therapeutischen Prozess bedeutsamen Erfahrungen.

Viele unserer heute gelebten Verhaltensweisen, Fühlweisen, viele körperliche Verfestigungen sind durch die Kindheit geprägt. Diese Prägungen mit ihren darin enthaltenen Erfahrungen bestimmen oft noch die heutige Wahrnehmungswelt. Prägungen wirken wie Filter, wie Trübungen, die sich unsichtbar vor die Wahrnehmung unserer Alltagswelt legen. Sie existieren als Verarbeitungsmuster, die in der Therapie bewusst werden können.

Mit der Bewusstwerdung weitet sich der innere Raum. Das Potenzial "Bewusstheit" kann genutzt werden, um sich aus den Prägungen zu lösen. Mit Unterstützung des Therapeuten kann Gewahrsein als eine Art Container wirken, für das, was an Gefühlen, Gedanken, Bildern auftaucht. Dies schafft zugleich auch heilende Distanz zum Erleben. Es entsteht eine Art achtsame Beobachtung, die Loslösung von alten Mustern möglich werden lässt – hier wirkt Achtsamkeit als phänomenologisch orientierte Methode der Erkenntnis.

Psychotherapie will letztendlich Prägungen/Muster erkennen, um Trübungen von der Wahrnehmungslinse zu entfernen, so dass das innere Licht mehr und mehr durchscheinen kann.