Freiheit im Mittelalter
Freiheit für / von
Ich persönlich finde, daß diese Phase der Befreiung und des sich befreit Fühlens nur von kurzer Dauer ist. Denn was folgt, wenn sich das Individuum durch die Isolation heraus geschält hat und sich für frei empfindet, das ist der eigene Dienst an der Welt.
Freiheit als Wurzel des Übels
„Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert.“ Nelson Mandela
Die Freiheit selbst und absolut ist nicht zwingend moralisch oder ethisch – im Gegenteil, schließlich ist sie frei. Die Freiheit ist es, die uns erlaubt das Richtige oder Falsche zu tun – uns gegen uns selbst und das Natürliche sowie Menschliche zu stellen – oder eben unserem Innersten zu entsprechen – angenommen, dies sei zutiefst menschlich, natürlich und eben aufgrund dieser Erfahrung moralisch, ethisch und gut.
Die Freiheit stellt uns permanent und imanent vor die Wahl: fasse ich auf die heiße Herdplatte obwohl ich weiß, daß ich mir dabei die Finger verbrenne oder habe ich dies jetzt gelernt und ändere mich wie von selbst.
Die freie Wahl und Freiheit selbst sagt auch nichts darüber aus, wie ich diese ausübe. Im Gegenteil tendiert die eigene Freiheit und Wahl geradezu dahin, diese über andere zu stellen und auszuüben – sich als das Individuum zu empfinden – und in der eigenen Freiheit die Unfreiheit der Anderen zu begründen. Immerhin sind diese ja auch frei zu folgen, sich unterzuordnen oder nicht.
Es ist mehr als vorstellbar, daß es auch eine Erfahrung von Freiheit gibt, die eine Freiheit von und für alle impliziert. Eine Freiheit, die auf einer empathischen und allumfassenden Geschwisterlichkeit fußt. Aber womöglich ist dies nicht die Erfahrung der Freiheit, die zuvor den Weg des Individuums gegangen ist und sich isolieren musste, um sich selbst zu finden. Viel wahrscheinlicher ist dies eine Erfahrung von Freiheit, die sich für eine größere Sache, womöglich eine Gruppe, Land oder Kultur hingibt.
Die Erhebungen zeigen auch eine wachsende Kluft bei der Auffassung von individueller Freiheit: Nur 22 Prozent der Menschen in den befragten Ländern gaben an, dass sie sich derzeit „frei“ fühlten; 64 Prozent gaben hingegen an, dass sie sich vor zwei Jahren sehr wohl noch „frei“ gefühlt haben. [...] Polen glauben nur 38 Prozent daran, dass die Strategie ausschließlich dazu diene, das Virus einzudämmen. Fast ebenso viele (34 Prozent) misstrauten der polnischen Regierung in dieser Frage, und weitere 27 Prozent waren der Ansicht, dass es die größte Motivation der Regierung war, mit dem Anschein des Handelns von Ohnmacht oder Inkompetenz abzulenken. In Österreich sagten zwei Drittel der Befragten, sie trauten den Beweggründen hinter der politischen Covid-Strategie, wohingegen immerhin 18 Prozent Kontrollwunsch hinter den Einschränkungen orteten. https://orf.at/stories/3225988