Viele denken vielleicht strafrechtliche Verfolgung der LGBT-Community passiert nur "weit weg", aber die Realität erweist sich anders: Polen, eines unserer Nachbarländer, hat 2020 LGBT-freie Zonen eingeführt und ist somit das LGBTQ+-feindlichste Land der EU. Am 10. Juni hat der rechtskonservative Präsident Polens Andrzej Duda dafür gesorgt, dass "LGBT-Ideologie" freie Zonen eingeführt werden, aber auch Abtreibung, Scheidung und Sexualkunde werden nun strafrechtlich verfolgt. Er vergleicht Mitglieder der queeren Szene mit sowjetischer Indoktrinierung, denn angeblich bedroht die LGBTQ+ Community mit ihrer "Homo-Propaganda" das traditionelle Familienbild, das in Polen von der katholischen Kirche vorgeschrieben wird.
Staszewski, ein Aktivist der sich gegen diese homphobe Bewegung stellt, hat Schwule, Lesben und Transgender Menschen vor den neu eingerichteten Ortsschildern, die diese Anti-LGBT Zonen kennzeichnen, fotografiert. Die Gemeinde die ihn nun aufgrunde dessen anklagt, meint er würde ihnen ein homophobes Image verleihen. Bei Protesten in Polen werden die Aktivisten brutal von der Polizei misshandelt.
Leider ist Polen keine Außnahme: 69 Länder verfolgen gleichgeschlechtliche Liebe strafrechtlich und in manchen Ländern sogar schwerer bestraft als Mord und teilweise gilt die Todestrafe. Die Kriminalisierung anderer Sexualitäten sind auf dieser Grafik von Rot bis Orange gekennzeichnet.
Aber es gibt auch Hoffnung: die dargestellten Blautöne umfassen Länder, in denen Mitglieder der LGBTQ+ Community vor Diskriminierung geschützt sind. Auch wenn das nicht zwingend bedeutet, dass Homo- und Transphobie in diesen Ländern aus den Köpfen der Menschen ausgerottet ist.