Die jüngste Diskussion über die Wünsche unserer Jugend – vom Dirtpark bis hin zu besseren Radwegen – hat eines deutlich gezeigt: Wir haben engagierte junge Menschen in allen Teilen unserer Gemeinde. Aber reicht es aus, sie einmal im Jahr in einer Versammlung anzuhören?
Ich sage: Nein. Wir müssen der Jugend einen festen Platz am Tisch der Entscheidungsträger geben. Mein Ziel als Bürgermeisterkandidat ist es, eine Struktur zu schaffen, in der Jugendliche das demokratische Handwerk von Grund auf lernen und unsere Gemeinde aktiv mitgestalten.
Ein Jugendgemeinderat soll kein bloßer „Kaffeeklatsch“ sein. Es geht um echte politische Arbeit, angepasst an die Lebenswelt junger Menschen.
Anstatt nur über Freizeit-Themen zu sprechen, soll der Jugendgemeinderat ausgewählte, geeignete Tagesordnungspunkte des „echten“ Gemeinderats vorab diskutieren. Dabei geht es nicht um hochkomplexe Baurechtsfragen oder juristische Formalien, sondern um Themen, die den Ort und das Zusammenleben prägen. Die Gemeindeverwaltung bereitet diese Punkte verständlich vor und berät die Jugendlichen fachlich. Und natürlich kommen alle Jugendthemen ebenso auf die Tagesordnung.
Wie kommen wir zu den Mitgliedern? Ich schlage ein Modell vor, das auf Repräsentation setzt:
Delegierte: Mitglieder können aus den Vereinen, kirchlichen Gruppen und Schulen entsandt werden, um die gesamte Breite unserer Jugend abzubilden.
Wahlverfahren: Denkbar ist auch eine direkte Wahl durch die Jugendlichen im Alter von ca. 12 bis 18 Jahren, um den demokratischen Prozess erlebbar zu machen.
Begleitung: Der Bürgermeister und erfahrene Verwaltungsmitarbeiter nehmen als Gäste teil, um Sachfragen zu klären und den formalen Rahmen zu sichern – die Diskussion führen die Jugendlichen jedoch selbst.
Die bayerische Gemeindeordnung lässt viel Spielraum für solche Beteiligungsmodelle. In vielen bayerischen Kommunen gibt es bereits hervorragende Beispiele für Jugendparlamente, die zeigen: Wenn man Jugendlichen Verantwortung überträgt, wächst ihr Verständnis für politische Kompromisse und finanzielle Realitäten.
Dass so ein Gremium sinnvoll ist, zeigt die aktuelle Debatte um den Dirtpark. Hier könnten die Jugendlichen im Jugendgemeinderat selbst prüfen:
Welche Standorte sind realistisch?
Wie können wir durch intelligente Planung (z. B. Kombination mit dem nötigen Starkregenschutz / Rückhaltebecken) Kosten sparen?
Wie können wir als Jugendliche beim Bau selbst mit anpacken (Eigenleistung)?
5. Warum mir das wichtig ist
Demokratie ist nicht einfach da – man muss sie lernen. Durch einen Jugendgemeinderat fördern wir die nächste Generation von Ehrenamtlichen und Gemeinderäten. Wir zeigen den jungen Menschen, dass ihre Meinung zählt und dass man durch Argumente und Sacharbeit wirklich etwas verändern kann.
Ich möchte, dass Neuburg eine Gemeinde wird, in der wir nicht über die Jugend reden, sondern mit ihr entscheiden. Bevor ich mit diesem Projekt beginne, werde ich mit den Jugendlichen sprechen, um zu erfahren, ob sie meinem Vorschlag zustimmen können.