Der Hof Söhrn hat eine lange und bewegte Geschichte, die tief in den Wurzeln unserer Familie verankert ist. Alles begann im Jahr 1855, als der Urgroßvater meines Großvaters den Hof erbte. Zu dieser Zeit war die Landwirtschaft noch stark von Handarbeit geprägt, und die Familienbetriebe standen vor großen Herausforderungen, um die Versorgung sicherzustellen.
Im Jahr 1900 ging der Besitz an Claus Thiessen, den Großonkel meines Großvaters, über. Claus führte den Hof durch harte Zeiten und legte den Grundstein für die Weiterentwicklung, die noch folgen sollte. Im Jahr 1921 übernahm schließlich Heinrich Thiessen, mein Großvater, den Hof. Er führte den Betrieb weiter, immer bestrebt, das Erbe der Familie zu wahren und die Landwirtschaft an die neuen Herausforderungen seiner Zeit anzupassen.
Eine markante Zäsur in der Geschichte des Hofes war die Währungsreform im Jahr 1948, als die Mutter meines Großvaters den Hof erbte. Es war eine schwierige Zeit des Umbruchs, aber der Hof blieb ein fester Bestandteil des Familienbesitzes. Nur wenige Jahre später, im Jahr 1952, wurde ein entscheidender Schritt in die Zukunft getan: Der erste Traktor, ein Deutz mit Luftkühlung, wurde gekauft. Dies erleichterte die Arbeit auf dem Feld erheblich und modernisierte den Betrieb.
Im Jahr 1975 ging der Hof an meinen Großvater, Claus Heinrich, über. Er setzte die Familientradition mit Hingabe und harter Arbeit fort, immer bestrebt, den Hof auf Kurs zu halten und den Generationenwechsel vorzubereiten. 1993 pachtete schließlich mein Vater, Matthias Söhrn, den Hof, bevor er im Jahr 2001 offiziell das Erbe antrat. Seitdem führt er den Hof Söhrn mit großem Engagement und setzt die Tradition unserer Familie fort, immer im Einklang mit den Veränderungen der modernen Landwirtschaft.
Die Stallanlagen auf dem Hof Söhrn haben sich über die Jahre stetig weiterentwickelt, um den wachsenden Anforderungen der Tierhaltung und der modernen Landwirtschaft gerecht zu werden. Seit Jahrzehnten wird der Hof mit Hingabe und Weitblick geführt, stets mit dem Ziel, den Tieren optimale Bedingungen zu bieten und gleichzeitig die Effizienz des Betriebs zu steigern.
Den Anfang machte die strukturierte Jungtierhaltung, die sich über die Jahre stark ausgeweitet hat. Bereits in den frühen Jahren wurden die ersten Kälber in Iglus aufgezogen, und damit der Grundstein für eine moderne und tiergerechte Haltung gelegt.
Im Jahr 1980 folgte der Bau eines Kuhstalls, der die Haltung von Jungvieh verbesserte und gleichzeitig Platz für die wachsende Herde schuf. Zu dieser Zeit wurde auch der Fokus auf eine gezielte Aufzucht von abgesetzten Kälbern gelegt, um die Tiere bestmöglich auf ihr späteres Leben im Stall vorzubereiten.
Im Jahr 2006 erfolgte eine bedeutende Erweiterung, als ein neuer Kuhstall gebaut wurde, der den Anforderungen der modernen Milchviehhaltung entsprach. Neben der Milchviehhaltung wurde auch für Trockensteher Platz geschaffen, um den gesamten Zyklus der Kuhhaltung abzudecken.
2010 folgte eine weitere Ausbaustufe mit einem größeren Stall, der es ermöglichte, eine größere Herde unter optimalen Bedingungen zu halten und die Effizienz der Tierhaltung deutlich zu steigern. Die Erweiterungen des Jahres 2014 ergänzten den Betrieb durch neue Stallbereiche für Frischmelker und Jungvieh sowie spezielle Ställe für Tiere in der Vorbereitungsphase zur Abkalbung.
Im Jahr 2020 wurde der Kälberstall weiter modernisiert und ausgebaut, um den jüngsten Tieren noch bessere Bedingungen bieten zu können. Parallel dazu wurden seit 2016 mehrere Pachtstallungen in Betrieb genommen, die die Aufzucht und Haltung von Jungvieh unterstützten und die Flexibilität des Betriebs erhöhten.
Mit der Modernisierung der Stallungen wurde auch der Einsatz technischer Lösungen zur Entmistung eingeführt. Die Laufställe sind teils mit Spaltenböden und teils mit technischer Entmistung auf planbefestigten Laufgängen ausgestattet, was nicht nur die Hygiene, sondern auch das Wohl der Tiere verbessert.
Diese kontinuierlichen Investitionen und Erweiterungen zeigen den stetigen Wandel und das Bestreben, den Hof Söhrn zu einem modernen und tiergerechten Betrieb zu entwickeln, der auf Effizienz, Tierwohl und Nachhaltigkeit setzt.