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Man feiert sich im Mühlenkreis ja gerne für die eigene Tradition, doch die bittere Realität holte GWD Minden am Sonntagnachmittag wieder einmal gnadenlos ein. Der sechste Abstieg der Vereinsgeschichte ist besiegelt, und das nach nur einem mickrigen Jahr im Oberhaus des deutschen Handballs. Beim SC DHfK Leipzig setzte es eine 25:26-Niederlage, die das ganze Elend dieses Klubs perfekt widerspiegelt. Natürlich wird nun lamentiert, dass am Ende nur ein einziges Tor zum Klassenerhalt fehlte und ein Unentschieden gereicht hätte. In den letzten Sekunden durfte sich Jakub Sterba am Ausgleich versuchen, traf aber aus spitzem Winkel nur den Pfosten. Zuvor versiebte Florian Kranzmann sowohl einen Siebenmeter als auch einen Konter, während Mats Korte das Kunststück fertigbrachte, beide Pfosten zu treffen, ohne dass der Ball die Linie überquerte. Man kann das nun Pech nennen oder einfach das eklatante Unvermögen einer Mannschaft, die in den entscheidenden Momenten die Nerven verliert. Während sich der punktgleiche Konkurrent HSG Wetzlar trotz einer knappen Pleite gegen Magdeburg dank des besseren Torverhältnisses rettete, blieb für Minden um 16:48 Uhr nur der verdiente Gang in die Zweitklassigkeit. Dass ausgerechnet Niclas Heitkamp mit sechs Toren als bester Feldtorschütze voranging, setzt der Ironie die Krone auf, denn der Rückraumspieler verlässt den Verein. Nach dem Abpfiff herrschte die übliche, maximale Leere und Trainer Aaron Ziercke sprach von einem grausamen Moment. Doch die eigentliche Tragik liegt in der vermeintlich positiven Zukunftsmusik. Es wird ernsthaft als Vorteil verkauft, dass der Großteil des Kaders auch für die zweite Liga vertraglich gebunden ist. Man geht also mit genau den Spielern ins Unterhaus, die gerade bewiesen haben, dass sie für die erste Bundesliga schlicht nicht gut genug sind. Die sportliche Führung klammert sich an Zweckoptimismus, der fast schon provinziell anmutet. Geschäftsführer Nils Günter Herbert Torbrügge tönte direkt nach dem Abstieg, man müsse nun die Krone richten und nächstes Jahr wieder hochkommen. Diese Phrasen können kaum darüber hinwegtäuschen, dass die Strukturen und die Kaderqualität meilenweit von einem etablierten Erstligisten entfernt sind. Der direkte Wiederaufstieg wird mit diesem Personal kein Selbstläufer, sondern ein gefährlicher Ritt auf der Rasierklinge, bei dem die Mindener Schwächen in der Crunchtime wohl erneut gnadenlos offengelegt werden.
"Die Spielmacherposition besetzen wir künftig mit zwei jungen deutschen Spielern."
GWD-Geschäftsführer Nils Günter Herbert Torbrügge am 28.12.2023 im "Mindener Tageblatt"
"Das GWR-Roundel- oder „Shirtbutton“-Monogramm wurde im Zeitraum 1934–1942 auf GWR-Lokomotiven und -Rollmaterial verwendet. Bei Lokomotiven war es vergoldet mit schwarzem Umriss und befand sich in der Mitte des Tanks oder an den Tenderseiten. Mit einem Durchmesser von nur 12 Zoll war er leider eher klein und konnte daher an diesen Standorten eher unbedeutend sein und oft ganz verschwinden, wenn die Witterung einsetzte."
Quelle: http://www.gwr.org.uk/liveriesbutton.html - Übersetzung durch Google Translate
Wappenhistorie GWD lt. Wikipedia:
Mittlerweile hat sich der neue Vorsitzende von GWD Minden, Philipp Koch, zwar auf eigenen Wunsch hin per E-Mail über diese Seite informieren lassen. Nachfragen blieben bis zum heutigen Tage allerdings unbeantwortet. Das ist besonders bemerkenswert, ist Koch doch auch gleichzeitig Leiter des Mindener Museums, also Historiker. Das ausgerechnet diese Personal-Union die Historie ignoriert, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Führung des Vereins.
Update: In einer Pressemitteilung vom 03. März 2026 erklärt Philip Koch seinen Rücktritt vom Vereins-Vorsitz, u.a. mit den Worten "In den letzten Wochen hat sich ... für mich gezeigt, dass sich meine vielfältigen Aufgaben für den TSV GWD Minden e.V. und meine berufliche Funktion als Leiter des Mindener Museums nicht länger miteinander vereinbaren lassen."
Kognitive Dissonanz ist offenbar nicht jedermans Sache.