11.01.2021 13:26 Uhr
Martin Reche
(Bild: Martin Reche)
Schallplatten und Kassetten lassen sich mit geringem technischem Aufwand sowie der freien Software Ocenaudio digitalisieren und klanglich entstauben.
Analoge Tonträger sind wieder en vogue: Limitierte Sonderpressungen von Schallplatten erzielen in Sammlerkreisen astronomische Preise und Bands in ihren Zwanzigern bannen ihre Musik gerne mal wieder auf die gute alte Kassette. Das sieht nicht nur im Regal schick aus, sondern klingt für manche Ohren am analogen Abspielgerät durchaus wärmer und satter als ein totkomprimiertes MP3. Ein paar Nachteile bringen Vinyls und Tapes aber mit: Erstere lassen sich nicht in Bus und Bahn hören und letztere altern bei unsachgemäßer Lagerung schlecht. Als Backup und für den Musikgenuss unterwegs bietet sich eine Digitalisierung in Eigenregie für Privatzwecke an. Diese deckt das Urheberrecht auch größtenteils, solange man keinen Kopierschutz umgeht oder die Kopien in der Öffentlichkeit nutzen will, etwa für einen DJ-Gig [1].
Der technische Aufwand für die Digitalisierung bleibt überschaubar: Außer einem Abspielgerät mit Audio-Ausgängen benötigen Sie nur noch ein Audio-Interface, das die analogen in digitale Signale umwandelt und an den PC weitergibt. Dazu kommen noch die passenden Anschlusskabel und der Computer. Gebrauchte Interfaces kosten ab 60 Euro, neue Modelle gibt es ab circa 110 Euro. Wichtig: Für Stereo-Klang benötigen Sie ein Interface mit mindestens zwei Eingängen. Der Handel bietet auch Modelle mit nur einem Eingang an, hier lohnt ein genauerer Blick. Für diesen Artikel haben wir mit einem betagten Focusrite Saffire 6 USB-Interface gearbeitet. Als Abspielgeräte kamen ein Sansui-Plattenspieler und ein JVC-Tapedeck zum Einsatz, die beide über Cinch-Audioausgänge verfügen.
Das Interface (unten) wandelt die analogen Signale vom Abspielgerät in digitale Signale um. Auf dem Interface steht der Vorverstärker für den Schallplattenspieler.
(Bild: Martin Reche)
Theoretisch kann man mit einem passenden Cinch-Klinke-Kabel wenigstens das Tapedeck auch direkt mit dem Klinkeneingang der Soundkarte verheiraten und die Aufnahme starten. Davon raten wir aber ab: Ein Interface bietet nicht nur dank besserer Wandler und Vorverstärker den besseren Klang, sondern erlaubt zudem das optimale Aussteuern des Signals mittels Potenziometer und direktes Monitoring über Kopfhörer. So können Sie während der Aufnahme bereits hören, ob der Pegel übersteuert oder ob Sie den Pegel korrigieren müssen.
Um bestmögliche Ergebnisse vom Plattenteller zu erzielen, benötigen Sie auf der Hardware-Seite zusätzlich einen Vorverstärker, den Sie mit einem zweiten Cinch-Kabel zwischen Plattenspieler und Interface schalten. Dieses Gerät verstärkt die Signale, die der Plattenspieler ausgibt – das ist auch nötig, denn die niedrige Ausgangsspannung des Plattenspieler-Tonabnehmers allein reicht nicht aus, ein brauchbares Signal zu senden. Zusätzlich entzerrt der Vorverstärker die analogen Signale.
(Bild: Durch eindeutige Beschriftungen lässt sich dieser Vorverstärker kinderleicht zwischen Plattenspieler und Interface klemmen.)
Falls Sie über reichlich Tapes und Platten, aber über kein Abspielgerät verfügen sollten, könnte der Kauf eines Plattenspielers oder eines Kassettendecks mit integrierter USB-Schnittstelle praktisch sein. Ein solches Gerät würde beim Digitalisieren reichlich Kabelsalat sparen, da Sie es direkt mit dem PC verbinden können – ganz ohne zusätzliches Interface oder Vorverstärker.
Wie gut und reibungslos das Digitalisieren analoger Medien klappt, hängt zum großen Teil auch von der Wahl der richtigen Software ab. Prinzipiell eignen sich für dieses Projekt die meisten Aufnahme-Programme und Digital Audio Workstations (DAWs) wie Cubase und Logic Pro. Der Nachteil: DAWs wurden von den Entwicklern vor allem für große Audioprojekte mit dutzenden Spuren konzipiert. Dafür bringen sie unzählige Werkzeuge und teilweise überfrachtete Bedienoberflächen mit.
Für die Digitalisierung und Verbesserung von Platten und Kassetten eignen sich DAWs daher nicht optimal. Ein schlankes Programm, dass sich auf die Aufnahme und Bearbeitung von Stereospuren spezialisiert und mit möglichst wenigen Bedienelementen auskommt, stellt aus unserer Sicht die bessere Wahl dar. Genau das bietet die Freeware Ocenaudio der Federal University of Santa Catarina in Brasilien (Download) [2], die es für macOS, Windows und Linux gibt. Damit gelingen nicht nur Aufnahme, Bearbeitung und Export von Stereospuren in viele beliebte Audioformate. Das Programm bietet darüber hinaus einfach bedienbare Effekt-Werkzeuge, mit denen sich Aufnahmen klanglich verbessern lassen. Für diesen Artikel haben wir mit der 64-Bit-Version 3.10.2 von Ocenaudio für Windows gearbeitet.
Die Bedienoberfläche von Ocenaudio ist klar strukturiert: Am oberen Bildrand finden Sie die wichtigsten Bedienelemente für Aufnahme, Abspielen et cetera. In der Mitte finden Sie den Wellenform-Editor, in dem später die Aufnahme landet. Am linken Bildrand blendet Ocenaudio standardmäßig eine Seitenleiste ein, welche die parallele Arbeit mit mehreren Audiofiles erlaubt. Diese brauchen wir für unser Vorhaben zunächst nicht: Blenden Sie die Seitenleiste per "Ansicht/Seitenleiste verbergen" aus und schaffen Sie so mehr Platz für den Wellenform-Editor und die große Pegelanzeige, die Sie per "Ansicht/Pegelanzeige groß" dauerhaft einblenden. Mit letzterer überwachen Sie während der Aufnahme, ob der Pegel im "grünen Bereich" bleibt.
Die Bedienoberfläche von Ocenaudio ist klar strukturiert: Oben befinden sich die wichtigsten Bedienelemente, die Seitenleiste dient der Dateiverwaltung. Ganz rechts finden Sie die Pegelanzeige. Den meisten Platz nimmt der Wellenformeditor in der Mitte ein, in dem später die Aufnahmen landen.
(Bild: Screenshot / Martin Reche)
Verbinden Sie das Plattenspieler-Vorverstärker-Team oder das Tapedeck über das Interface mit dem Computer und öffnen Sie Ocenaudio. Das Programm wählt nicht immer das Interface als primäre Soundkarte. Hier hilft ein Blick in Bearbeiten/Einstellungen: Wählen Sie jeweils unter Wiedergabegerät/Einstellungen und Aufnahmegerät/Einstellungen Ihr Interface aus dem Drop-Down-Menüs aus. Wir mussten zusätzlich das Mixer Backend auf WASAPI (Windows Audio Session API) umstellen.
Falls Ocenaudio das Interface nicht selbstständig aktivieren sollte, erledigen Sie das manuell unter Bearbeiten/Einstellungen/Sound.
(Bild: Screenshot / Martin Reche)
Bevor Sie nun die erste Probeaufnahme anfertigen, sollten Sie eine Reinigungskassette durch das Tapedeck jagen und die Platte beispielsweise mit einer antistatischen Reinigungsbürste entstauben. Je sauberer Abspielgeräte und Medien sind, desto besser gerät die Aufnahme. Nach einem Klick auf den roten Knopf am Bildschirmrand oben links fragt Ocenaudio jetzt die gewünschte Samplerate und Bittiefe ab: Wir haben mit 44100 Hz und 16 Bit in Stereo-Auflösung gearbeitet, was in etwa CD-Qualität entspricht. Wichtig: Das bedeutet nicht, dass es ihre alten Tapes nach der Aufnahme auf einmal wie eine CD klingen. Aber: Je besser die Qualität der Aufnahme, desto mehr Spielraum bleibt Ihnen für spätere Optimierungen. Bestätigen Sie die Einstellungen und Ocenaudio beginnt mit der Aufnahme im unkomprimierten WAV-Format.
Starten Sie nun die Platte oder die Kassette und justieren Sie den Eingangspegel so, dass er sich im Mittel bei circa -6 Dezibel (dB) einpendelt. So bleibt nach oben hin genug Raum, um Pegelspitzen abfangen zu können und hässlichen Verzerrungen durch Übersteuerung vorzubeugen. Generell gilt: Nehmen Sie lieber ein wenig leiser als zu laut auf. Nachträglich lässt sich der Pegel gut verstärken, Verzerrungen durch zu hohe Pegelspitzen lassen sich – wenn überhaupt – später nur mit großem Aufwand entschärfen. Hören Sie zusätzlich per Kopfhörer in die Probeaufnahme rein: Kommt die Musik über beide Kanäle und klingt es so, wie es soll?
Vor allem bei der Digitalisierung von Tapes sollten Sie ganz genau hinhören und vorab auch hinschauen: Sollte die Aufnahme beispielsweise zu dumpf oder zu spitz klingen, schauen Sie sich die Bandsorte der Kassette an. Tapedecks wie unseres von JVC verfügen über einen Bandsortenwahlschalter, mit dem sich die Vormagnetisierung optimal auf die jeweilige Bandsorte einstellen lässt.
Achten Sie auf die Beschriftungen der Tapes und – falls vorhanden – den Bandwahlschalter am Tapedeck und bringen Sie beides in Einklang.
(Bild: Martin Reche)
Für diesen Artikel digitalisierten wir Reinhard Meys Album "Mein Apfelbäumchen", das auf einem Chrom-Tape ausgeliefert wurde. Zur Einordnung: Steht der Wahlschalter am Tapedeck auf "Normal", klingt die Musik deutlich höhenlastiger, die Gitarren und der Gesang spitz. Steht der Bandwahlschalter in der korrekten Position für Chrom, resultiert das in einem ausgewogenerem und wärmeren Klang.
Die Pegel stimmen, der Klang passt: Jetzt können Sie die eigentliche Digitalisierung starten. Wir empfehlen, die Aufnahme per Kopfhörer zu verfolgen und die Pegelanzeige parallel über die Aussteuerungsanzeige im Auge zu behalten. Setzen Sie während der Aufnahme mit dem Tastenkürzel Strg+K Marker zwischen den Songs. Diese Markierungen vereinfachen den Export in einzelne Songs erheblich – dazu später mehr. Haben Sie die erste Seite eines Tapes oder eine Platte aufgezeichnet, beenden Sie die Aufnahme über den Stop-Knopf in der Bedienleiste. Alle folgenden Arbeitsschritte gelten auch für die Aufnahme der zweiten Seite und gleichermaßen für Kassetten und Schallplatten. Prüfen Sie die Aufnahmen, indem Sie an verschiedenen Stellen stichprobenartig reinhören.
Sind Sie mit dem Ausgangsmaterial zufrieden, entfernen Sie im ersten Schritt der Nachbearbeitung die Stille am Anfang der Aufnahme: Markieren Sie den flachen Bereich der Aufnahme im Wellenform-Editor mit gehaltener linker Maustaste so weit, bis die Markierung kurz vor den Beginn der Wellenform heranreicht. Die Zeitleiste am unteren Bildrand hilft Ihnen, die Markierung optimal zu setzen. Ein Druck auf die Entfernen-Taste tilgt die Stille.
Pausen können Sie im Wellenform-Editor markieren und per Entfernen-Taste tilgen.
(Bild: Screenshot / Martin Reche)
Unsere Aufnahme der Reinhard-Mey-Kassette ist in Sachen Aussteuerung recht gut gelungen, klingt aber recht muffig und kraftlos. Hier kommen die integrierten Effekt-Werkzeuge von Ocenaudio ins Spiel: Richtig eingesetzt, können Sie damit in der Regel noch ein wenig mehr Brillanz und Druck aus den Aufnahmen herauskitzeln. Bei der Arbeit mit Effekten sollten Sie die Phrase "Weniger ist mehr" beherzigen, um nicht den Charakter der Aufnahme versehentlich zu zerstören.
Als erster Effekt bietet sich das Normalisieren-Werkzeug an. Sie finden es unter Effekte/Verstärken/Normalisieren. Es hebt den Pegel der Aufnahme auf einen vorgegebenen Maximalwert an. Diesen können Sie in Ocenaudio wahlweise in Prozent oder Dezibel eintragen. Wir haben bei unseren Testaufnahmen mit maximalen Werten von 95 Prozent oder -0,5 dB gute Erfahrungen gemacht und als Resultat lautere Aufnahmen ohne störende Verzerrungen in den Spitzen erhalten. Wichtig: Das Normalisieren-Werkzeug orientiert sich an den lautesten Stellen der Aufnahmen und verstärkt auch Störgeräusche wie Rauschen oder Knackser.
Mit dem Normalisieren-Effekt heben Sie den Pegel der Aufnahme auf einen vorgegebenen Wert an.
(Bild: Screenshot / Martin Reche)
Sollten sich auf Ihren Aufnahmen ungewollte Pegelspitzen befinden, müssen Sie diese vor dem Normalisieren aufspüren und leiser machen: Markieren Sie dafür den entsprechenden Bereich mit gehaltener linker Maustaste und bewegen Sie den aufklappenden Schieberegler nach links. Orientieren Sie sich dabei am Rest der Wellenform im Editor und gleichen Sie den markierten Bereich an. Wenn die Wellenform keine extremen Pegel-Ausreißer mehr nach oben beinhaltet, wenden Sie den Normalisieren-Effekt an.
Einzelne Bereiche einer Aufnahme lassen sich markieren und mit dem aufklappenden Pegelwerkzeug leiser oder lauter machen.
(Bild: Screenshot / Martin Reche)
Mit weiteren Werkzeugen zur Klangformung können Sie nun ans Feintuning der Aufnahmen gehen. Nutzen Sie für diesen Arbeitsschritt möglichst neutral klingende Kopfhörer oder Studiomonitore. Ocenaudio bringt dafür unter anderem einen 11-Band und einen 31-Band-Equalizer (EQ) mit. Mit diesen können Sie bestimmte Frequenzen einer Aufnahme wahlweise verstärken oder absenken. Wie Sie per EQ-Tuning Aufnahmen optimieren, hängt von der jeweiligen Aufnahme ab. Unser digitalisiertes Reinhard-Mey-Tape klang direkt nach der Aufnahme wie bereits erwähnt etwas dumpf, was sicher auch am Alter des Tapes liegen dürfte. Um der Aufnahme wieder mehr Leben einzuhauchen, haben wir den 31-Band-EQ genutzt. Diesen finden Sie unter "Effekte/Equalizer/31-Band grafischer Equalizer".
Mit dem 31-Band-Equalizer optimieren Sie den Sound vor dem Export. Clever: Sie können Voreinstellungen speichern.
(Bild: Screenshot / Martin Reche)
Am einfachsten gelingt das EQ-Tuning, während Sie einen für das Album repräsentativen Ausschnitt der Aufnahme hören und parallel dazu den EQ justieren. Wir haben dafür einen circa 45 Sekunden langen Part mit Gesang und Gitarrenspiel markiert und dann den 31-Band-EQ aufgerufen. Über die Play-Taste des EQ-Fensters lässt sich die Aufnahme starten und auf Wunsch über das Wellenformsymbol eine praktische Miniaturansicht der Aufnahme einblenden. Klicken Sie nun noch auf das Symbol mit den zwei ineinandergreifenden Pfeilen, sodass Ocenaudio den Schnipsel in eine Endloswidergabe verfrachtet. Beginnen Sie nun, den Klang mit den Fadern nach Ihrem Geschmack anzupassen. Änderungen machen sich direkt in der Wiedergabe bemerkbar. In unserem Beispiel haben wir der Stimme von Reinhard Mey mit leichten Anhebungen einiger Bänder im Mittenbereich mehr Ausdruck verliehen und mit einer leichten Anhebung der tieferen Frequenzen der Gitarre etwas mehr Wärme verschafft.
Damit sich frisch gewählten EQ-Einstellungen später auch auf die gesamte Aufnahme und nicht nur den markierten Schnipsel auswirken, speichern Sie die EQ-Kurve als neue Voreinstellung. Klicken Sie dafür auf das Zahnradsymbol im EQ-Fenster und dann auf "Voreinstellung speichern". Vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen. Schließen Sie das EQ-Fenster und heben Sie die Markierung des Aufnahmeschnipsels im Wellenform-Editor auf. Wenn Sie jetzt die Voreinstellung über das EQ-Fenster anwenden, wirkt sich diese auf die gesamte Aufnahme aus. Hören Sie nun noch an weiteren Stellen in die Aufnahme rein. Sollte es noch nicht perfekt passen, können Sie die EQ-Einstellungen nachträglich editieren und die Voreinstellung überschreiben.
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In der Regel lassen sich angestaubte Aufnahmen mit dem Normalisieren-Werkzeug und ein wenig EQ-Tuning klanglich bereits gut aufwerten. Wem das noch nicht reicht, dem bietet Ocenaudio unter Effekte/Dynamikbearbeitung unter anderem mit Kompressor, Limiter und Expander weitere Möglichkeiten, am optimalen Sound zu feilen.
Wenn die internen Werkzeuge nicht reichen sollten: Über "Effekte/VST Plugins" können Sie das Audioprogramm auch mit externen Werkzeugen nach Steinbergs Virtual-Studio-Standard füttern. Wer also kostenpflichtige VST-Plugins etwa zum automatisierten Aufspüren und Löschen von Vinyl-Knacksern besitzt, kann diese in Ocenaudio einsetzen. Aber es geht auch andersherum: Wem in der Aufnahme mehr Knacksen und Vinyl-Charakter fehlt, kann beides über das kostenlose iZotope Vinyl Plugin [4] komfortabel hinzufügen.
Ocenaudio bindet auch VST-Effekte wie das iZotope Vinyl ein: Damit können Sie den Klang und Charakter Ihrer Aufnahmen nachträglich bequem bearbeiten.
(Bild: Screenshot / Martin Reche)
Sobald der Klang Ihren Vorstellungen entspricht, folgt der Export. Bei den Formaten gibt sich Ocenaudio großzügig: Sie können Aufnahmen unter anderem als WAV-, MP3-, OGG- und FLAC-Datei exportieren. Aber auch exotische Formate, etwa RAW und CAF beherrscht Ocenaudio. Mit WAV-Dateien erhalten Sie bestmögliche unkomprimierte Audioqualität. Der Nachteil: Dateien dieses Formats beanspruchen rund 10 MByte/Minute auf der Festplatte. Die komprimierten Dateiformate MP3 und OGG kommen mit einem Bruchteil dessen aus – abhängig von der gewählten Kompressionsrate. FLAC beansprucht wiederum mehr Platz als MP3 und OGG auf der Festplatte, bietet dafür aber kaum hörbare Unterschiede zu WAV bei etwas weniger Speicherhunger.
Ocenaudio bietet mehrere Varianten, Audio zu speichern oder zu exportieren. Für dieses Projekt steht der möglichst unkomplizierte Export des Albums in einzelnen Songs im Fokus, inklusive der Vergabe von Metadaten. Holen Sie zunächst die Seitenleiste wieder zurück auf die Arbeitsfläche. Nun kommen die während der Aufnahme gesetzten Marker ins Spiel. Prüfen Sie die Positionen der Marker: Sitzen sie passend zwischen zwei Songs oder haben sie vielleicht eine ruhige Stelle vorschnell als Song-Ende interpretiert? Sollten die Marker nicht passen, können Sie diese per Drag and Drop nachträglich verschieben, per Rechtsklick löschen oder auch neue hinzufügen und positionieren. Zusätzlich können Sie über die Lupen-Symbole wahlweise in die Wellenform hinein- oder herauszoomen und so Anfang und Ende eines Songs optimal erfassen. Benennen Sie die Marker zur besseren Orientierung entsprechend mit dem jeweiligen Songtitel. Führen Sie anschließend "Bearbeiten/Audio an Markern teilen" aus. Ocenaudio teilt nun die Aufnahme in die von Ihnen festgelegten Bereiche und öffnet diese in separaten Dateien in der Seitenleiste.
Klicken Sie in der Seitenleiste auf den ersten so entstandenen Song und öffnen Sie anschließend per "i"-Knopf in der Bedienleiste das Metadaten-Dialogfenster. In dieses tragen Sie für jeden Song unter anderem Angaben wie Titel, Künstler und Track-Nummer ein. Letztere sorgt dafür, dass die Songs eines Albums später in der richtigen Reihenfolge abgespielt werden. Optional können Sie in den Metadaten auch das Albumcover hinterlegen. Über die kleinen Pfeile im Metadaten-Dialogfenster wechseln Sie zwischen den Songs und können so bequem mit Kopieren und Einfügen etwa für Künstler und Albumtitel arbeiten.
Jedem Song lassen sich ausführliche Metadaten zuweisen, unter anderem zu Künstler, Erscheinungsjahr und Genre. Optional können Sie über den Reiter "Bild" auch das Albumcover einklinken.
(Bild: Screenshot / Martin Reche)
Wenn Sie alle Metadaten hinterlegt haben, schreiben Sie die Songs nacheinander in Ihrem bevorzugten Dateiformat auf die Festplatte. Das gelingt über Datei/Exportieren. Dabei öffnet Ocenaudio ein Dialogfenster, in dem Sie das gewünschte Format wählen und diverse Parameter festlegen: Etwa die Kompressionsrate für MP3-Dateien und den Audiokompressionstyp bei Ogg-Dateien. Kleiner Tipp zum Schluss: Die hier gezeigte Anleitung funktioniert auch, um Audioinhalte von Minidiscs, Bandgeräten et cetera auf die Festplatte zu bannen. (mre [5])