Das Blasorchester Kelkheim-Hornau wurde im Februar 1954 unter dem Namen „Fanfarenzug der katholischen Jugend Hornau“ von Pater Egbert Konrad ins Leben gerufen. Zu Beginn bestand der Zug aus 14 Fanfarenbläsern und drei Landsknechttrommlern. Nachdem das neue Orchester ein Vierteljahr geübt hatte, trat es am 9. Mai 1954 anlässlich der Glockenweihe in Hornau zum ersten Mal auf. Schon am Ende des Jahres 1954 zählte dann der Fanfarenzug 21 aktive Mitglieder, deren erster Ausbilder der ehemalige Kelkheimer Bürgermeister Winfried Stephan wurde.
Seine Selbständigkeit, mit eigener Vereinssatzung und Vorstand, erlangte der damalig 30 Mann starke Fanfarenzug unter Stabführer Karlheinz Grimm am 8. Januar 1959. Gemeinsam mit dem Spielmannszug der Kolpingfamilie Kelkheim erfolgten über mehrere Jahre gemeinsame Auftritte. Einer der größten Auftritte war sicherlich die Begrüßung des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer in der Festhalle Frankfurt.
Nach der Erfolgsserie bei verschiedenen musikalischen Wettbewerben kam es leider bis 1968 zu einem Niedergang des Vereinsgeschehens. Schließlich war unser Fanfarenzug 1968 aufgrund des starken Mitgliederschwundes sogar gezwungen, seine Selbständigkeit aufzugeben und eine Abteilung der TUS Hornau zu werden.
Im Jahr 1980 wurde schließlich der Fanfarenzug zum Blasorchester umgestellt und dessen Name entsprechend geändert: FZH Blasorchester Kelkheim-Hornau e.V.. Die Ausbildung unserer Musiker, die seit 1993 von dem Dirigenten Uwe Deparade betreut werden, wird in der wöchentlich stattfindenden Orchesterprobe und auf regelmäßig vom Verein veranstalteten Wochenendseminaren weiter verbessert.
Das Blasorchester wächst und entwickelt sich stetig weiter
Seit dem großen Fest zum 50-jährigen Bestehen im Jahr 2004 wuchs das Orchester stetig weiter.
Musikalisch wurden unter Uwe Deparade immer wieder neue Herausforderungen gesucht. Die Qualität unserer Frühjahrskonzerte nahm Jahr für Jahr zu.
Musik verbindet - Zuwachs von außerhalb
Aufgrund seiner Nähe zu Frankfurt hat der Main-Taunus-Kreis in den vergangenen zehn Jahren einen großen Bevölkerungszuwachs erlebt. Die Region ist nicht nur aufgrund wirtschaftlicher Aspekte beliebt - es lebt sich einfach gut hier.
Auch im Orchester ist dies spürbar. Immer mehr Musikerinnen und Musiker sind „Zugezogene“, haben in der neuen Heimat nach einer Möglichkeit zum Musik machen gesucht und sind so zum Orchester gestoßen. Denn Musik verbindet!
Beständigkeit im Vereinsleben
In dieser Zeit haben sich bis heute verschiedene Termine fest im Kalender eingestellt. Neben dem jährlichen Konzert veranstalten wir ein Grillfest zum Vatertag und laden im Herbst zum vereinseigenen Schlachtfest. Diese Veranstaltungen erfordern immer viele Stunden Vorbereitung und eine ganze Reihe von Helfern. Wir freuen uns, dass wir den zahlreichen Besuchern dank der unermüdlichen Unterstützung unserer Mitglieder jedes Jahr aufs Neue solche tollen Feste bereiten können.
Was wäre die 5. Jahreszeit ohne den Rosenmontagszug in Kelkheim Fischbach? Bereits seit 2009 sind wir durchgängig dabei, egal ob es schneit oder die Sonne lacht und auch der Rosensonntagszug in Flörsheim gehört zu einem unserer festen Termine.
Darüber hinaus unterstützen wir die Martinszüge und Fronleichnamsprozessionen der Umgebung, spielen Konzerte im Bad Sodener Kurpark oder dem Frankfurter Palmengarten.
In Kelkheim sind wir immer dort dabei, wo es etwas zu feiern gibt, ob beim Stiftungsfest der Feuerwehr oder um Beispiel bei den Pfarrfesten in den Gemeinden. Auch im Nachbarort Liederbach sind wir gerne zu Gast. Hier hat sich ein kleiner aber feiner Fan-Klub etabliert, der uns immer besucht, wenn wir in Liederbach spielen.
Tradition bewahren und dennoch neue Wege gehen: Das Blasorchester heute
Als Stefan Wolkenfeld im Jahr 2014 das JOH als Dirigent übernahm, konnte er auf sehr motivierte junge Musiker zurückgreifen, die offen für Neues waren, sich neugierig auf neue musikalische Wege begeben wollten und Spaß an der Herausforderung hatten.
Als 2015 Uwe Deparade nach langer und verdienstvoller Arbeit mit dem Orchester nicht mehr als Orchesterleiter zur Verfügung stand, wurde der Dirigent des JOH gefragt, ob er das Orchester in wenigen Proben zum Jahreskonzert führen könne. Daraus ist die bis heute bestehende Zusammenarbeit zwischen dem Orchester und seinem neuen Dirigenten entstanden.
Entgegen des traurigen Trends des "Orchestersterbens" wächst das Blasorchester weiter - das liegt sicherlich auch daran, dass wir - wie schon unsere Gründer vor fast 70 Jahren - bis heute offen für Neues sind und dabei die Tradition, die ein Blasorchester nun einmal mit sich bringt, nicht vergessen: Unser Repertoire wird moderner, doch vergessen wir die Klassiker nicht, unsere Konzerte haben jetzt immer ein Motto und fordern sowohl uns, als auch unsere Zuhörer.
Wir glauben aber fest daran, dass es genau diese Mischung aus "guter alter Blasmusik" und dem Anspruch moderner Blasmusik ausmacht, die unser Orchester inzwischen über die Rhein-Main-Region hinaus bekannt gemacht hat und uns auch weiterhin zu einem lebendigen und wichtigen Teil der musikalischen Kultur unserer Stadt und unserer Region macht.