Ganz gleich ob Miete, Leasing oder Kauf, bei der Entscheidung für neue Baumaschinen spielt der Preis eine entscheidende Rolle. Elektro-Baumaschinen sind in der Anschaffung aktuell noch teurer als vergleichbare Dieselmodelle. So kostet beispielsweise ein konventioneller Minibagger von Wacker Neuson rund 29.000 Euro, während das Elektromodell bei etwa 54.000 Euro liegt.
Der höhere Einstiegspreis relativiert sich jedoch, wenn man die gesamte Nutzungsdauer betrachtet. Die meisten Elektro-Baumaschinen sind auf rund 3.000 Ladezyklen ausgelegt, was etwa zehn Jahren Einsatz entspricht und damit vergleichbar mit der Lebensdauer von Maschinen mit Verbrennungsmotor ist. Ob sich die Investition lohnt, hängt vor allem von den Einsatzstunden und dem Einsatzort ab.
Mit steigenden CO₂-Preisen und einem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien spricht vieles dafür, dass Strom langfristig günstiger bleibt als Diesel. Dadurch lassen sich mit elektrischen Baumaschinen spürbare Betriebskostenvorteile erzielen.
Ein Beispiel: Der Kompakt-Radlader Volvo L20 Electric kann bei 1.000 Betriebsstunden pro Jahr, einem Dieselpreis von 1,70 Euro und einem Strompreis von 25 Cent/kWh innerhalb von sechs Jahren über 28.000 Euro an Energiekosten einsparen. Online-Rechner, wie sie etwa von Volvo angeboten werden, helfen dabei, das individuelle Einsparpotenzial abzuschätzen. [23]
Kein Leerlauf, kein Verbrauch:
Realistische Nutzungsstunden pro Jahr für einen kompakten Radlader sind 400 - 800 Stunden. Die meisten elektrischen Mini-Bagger laufen pro Ladung mindestens vier Stunden, viele sogar bis zu acht Stunden, was einem vollen Arbeitstag entspricht. [26]
Elektromaschinen ziehen nur dann Strom, wenn Leistung gebraucht wird. Im Stillstand entstehen weder Energieverbrauch noch Emissionen, im Gegensatz zu Dieselmaschinen im Leerlauf.
Elektromotoren benötigen weniger Wartung als Verbrennungsmotoren, da viele verschleißanfällige Bauteile wegfallen. Öl- und Filterwechsel entfallen vollständig, wodurch sowohl zusätzliche Kosten als auch ungeplante Ausfallzeiten vermieden werden. Nach Analysen von IDTechEx lassen sich die Wartungskosten mit Elektromaschinen gegenüber Dieselmaschinen um bis zu 50 % senken. Bei kleineren Maschinen, die weniger Energie verbrauchen (z. B. Minibagger und Kompaktlader), ist die Wartung eine wichtige Einsparungsquelle, da diese nicht so viel Kraftstoff sparen. Ein elektrischer 3-Tonnen-Minibagger spart im Vergleich zu einem vergleichbaren Dieselmodell fast so viel an Wartungskosten wie an Kraftstoff. [25]
Sind Anschaffungskosten dennoch eine Hürde ? Eine Alternative ist die Miete von Elektro-Baumaschinen. Die Mietpreise liegen oft auf einem ähnlichen Niveau wie bei Dieselmaschinen. So lassen sich die Vorteile des Elektrobetriebs nutzen, ohne hohe Investitionen tätigen zu müssen. [23]