Was soll man dazu sagen...
Beginn des Buches
Dieses Buch hat etwa so wenig Einleitung wie dieser Satz, mit dem ich diese Rezension beginne, also gar keine. Man wird als Leser sofort ins Geschehen geholt, welches etwa so aussieht: Farid und Staubfinger möchten gerne zurück ihr sein Buch und treffen sich mit einem Leser, der die gleiche Gabe haben soll wie Mo und Meggie. Ob man so einen Einstieg gut findet ist Geschmackssache. Ich persönlich finde es hier ganz passend. Außerdem kann dieser Punkt dann die folgenden wenigstens ein bisschen wieder nach oben ziehen.
Einstieg in die Geschichte
Ist das gleiche wie "Beginn des Buches".
Schreibstil
Ich vermute, dass das einer der Hauptgründe ist, warum dieses Buch so lahm ist. Ich habe bei anderen Rezensionen ja oft so etwas wie "...und der außergewöhnlich gute Schreibstil verstärkt die Atmosphäre des Buches auch nochmal..." geschrieben. Ich würde mal so sagen: Wenn ein guter Schreibstil das Buch wirklich positiv erkennbar hervorhebt, dann müsste das doch auch umgekehrt funktionieren, oder? Und genau so ist es bei Tintenblut. Die ganze Geschichte zieht sich hin wie eine Angelschnur. Es mehr als nur einmal Wiederholungen in den Formulierungen, sodass man das Gefühl hat, im Kreis zu lesen (Sofern ein menschliches Gehirn in der Lage ist, sich vorzustellen, im Kreis zu lesen).
Charaktere
Was die bestehenden Charaktere angeht, hat sich zunähst nicht viel verändert. Zunächst. Doch dann wären da neue Personen wie der Natternkopf, die die ganze Atmosphäre zwischen den bisherigen Personen gründlich zerstören. Man hat den Eindruck, dass keiner der Bewohner non dieser Buchwelt, aus der Staubfinger kommt (Name schon vergessen, kann aber auch sein, dass es keinen Namen hatte) irgendeine Vorgeschichte oder so etwas wie ein Leben. Alle kommen mir wie auf Zwang erschaffen und als ein misslungener Versuch, neue Charaktere mit einzubringen, vor.
Storyline
Eigentlich hatte ich hier vor, etwas mehr zu schreiben, doch wenn ich ans Lesen noch einmal genau zurückerinnere, meine ich mich entsinnen zu können, dass ich mich bis zur Hälfte des Buches gefragt habe, ob es überhaupt so etwas wie eine Storyline hat. Es ist wie ein 1-Kilometerlauf, von dem 750 Meter unendlich lang sind. Denn nicht nur die Formulierungen im Schreibstil wiederholen sich, auch die Ereignisse selbst. Abgesehen von einer Entführung, die den Leser überhaupt nicht stört, weil die Dramaturgie darum im nächsten Kapitel schon wieder vorbei ist und davon, dass Mo gefühlt dreimal stirbt, passiert in diesem Buch bis zu ca. 3/4 so gut wie überhaupt nichts. Teilweise habe ich Geschehnisse auch überhaupt nicht verstanden. Normalerweise habe ich ja nichts gegen eine lange Lücke in der Story, so lange sie gut gefüllt ist. Phantastische Tierwesen 2 macht in der Mitte eine lange Pause von der Hauptstory, erzählt uns aber währenddessen zum Beispiel etwas über die Vergangenheit von Personen. Das ist in Tintenblut nicht so. Das ist wahrscheinlich der Hauptgrund, warum ich das Buch nach 3/4teln abgebrochen habe. Vielleicht werde ich Tintenblut irgendwann noch einmal eine zweite Chance geben und es zu Ende lesen, ich glaube jedoch nicht, dass das Ende den Rest großartig verändern kann. Und jetzt ist mir aufgefallen, dass ich doch etwas mehr geschrieben habe, macht aber nichts.
Abschließende Bewertung
Somit bekommt Tintenblut von mir insgesamt 28 / 100 Punkten. Ich kann nur sagen: Wenn ihr Tintenherz gelesen habt, dann betrachtet es nicht als ersten Teil einer Reihe, sondern als als ein abgeschlossenes Buch. Es besteht die Gefahr, einen großen Teil seines Hypes zu verlieren!