Keramikverarbeitung
Im Verlauf des Herstellungsprozesses wird das Objekt, je nach Form, zwischen 15-25% kleiner.
Im Verlauf des Herstellungsprozesses wird das Objekt, je nach Form, zwischen 15-25% kleiner.
Direkt nach dem Drucken, muss das Objekt mit dem Tonschneider von der Metallplatte gelöst werden. Beim Trocknen wird sich der Ton zusammenziehen. Wenn er nicht von der Druckplatte gelöst wird, entstehen beim Trocknen Risse im Boden. Anschliessend müssen die gedruckten Objekte mit 2-3 Tüchern sorgfältig abgedeckt werden, damit sie langsam trocknen können und keine Risse in den Wänden entstehen. Je nach Objekt kann eine runde gelochte Metallplatte aufgelegt werden, damit die Tonschichten beim Trocknen verdichtet werden und sich nicht voneinander ablösen.
Die ersten drei gedruckten Schichten - der Boden - wird vor dem Schrühbrand geschliffen. Dabei ist es praktisch, wenn das Schleifpapier neben das Lavabo auf die Arbeitsfläche geklebt wird. Mit einem feinhaarigen Pinseln werden die Staubpartikel immer wieder sanft abgewischt. Mit einem Cutter kann die Kante vorsichtig bearbeitet werden. Porzellan ist im getrockneten, ungebrannten Zustand sehr brüchig, deshalb die Gefässe mit Feingefühl bearbeiten. Achtet ausserdem darauf, den Staub möglichst nicht aufwirbeln und nicht einzuatmen.
Der trockene Ton hat immer noch Reste von Wasser, die nun beim Brand sukzessive freigesetzt werden. Dieser Vorgang beginnt bei ca. 100°. Bis zum sogenannten „Quarzsprung“ bei ca. 573°C wird dem Objekt das restliche Wasser entzogen. Es ist wichtig, dass bis zu dieser Temperatur (600°) langsam aufgeheizt wird (sonst Rissgefahr). Beim Quarzsprung verändert sich die Anordnung der Kristalle —> sprunghafte Volumenveränderung. Oberhalb des Quarzsprunges kann dann recht zügig bis zur Endtemperatur geheizt werden.
Die auf 950°/1050°C rohgebrannten Objekte werden oft als Scherben bezeichnet. Der Ton ist jetzt hart und in Wasser nicht mehr löslich, ist aber immer noch porös und kann Wasser aufnehmen (z. B. nasser Blumentopf). Das Objekt ist nach dem Brand erneut kleiner geworden.
Im SOL Raum (PHBern Fab8) hat es einen gelben Ordner, welcher alle Programme gut beschreibt. Der Ofen kann sehr platzsparend beladen werden, die Stücke können nahe aneinander und sogar ineinander gestellt werden.
Glasuren dienen der Oberflächenveredelung von rohgebrannten Objekten, bilden also eine Glasschicht auf deren Oberfläche. Der Hauptbestandteil der Glasuren ist eine Mischung aus sauren und basischen Metallsalzen. Glasuren können flüssig oder als Pulver zum selber Anrühren gekauft werden. Sie unterscheiden sich in vielen Punkten: Brenntemperatur, Oberflächenbeschaffenheit, Farbe, Transparenz, Giftigkeit. Glasuren werden meistens auf rohgebrannte Objekte aufgetragen (Pinsel, Tauchen, Spritzen, etc.).
Das Gefäss wird mit der Innenglasur maximal bis in die Hälfte gefüllt. Unter einer langsamen Drehbewegung wird die Glasur wieder ausgeschwenkt und so die Gefässwände glasiert. Nach dem Ausschwenken das Gefäss gut und lange abtropfen lassen, damit die Glasur nicht über die Aussenwand läuft - vor allem wenn nicht dieselbe Glasurfarbe verwendet wird.
Unter dem Gewicht der Glasur kann sich der Boden lösen, deshalb immer über einer Auffangschale glasieren! Um die Ablösung des Bodens zu verhindern, kann mit weniger Glasur gearbeitet werden.
Um die besondere Struktur des 3D Drucks zu erhalten, verwenden wir im Seminar halbtransparente Glasuren. Wir tauchen das Gefäss in die Glasur und erhalten dadurch eine sehr regelmässige und glatte Oberfläche. Dazu wird das Gefäss ca. zehn Sekunden lang in die aufgerührte Glasur getaucht. Der Porzellan saugt sich dabei mit der Glasur voll. Wird die Tauchzeit geändert oder die Glasur zu wenig stark gemischt mit dem Rührstab, kann sich die Glasurfarbe stark ändern. Nach zwei Tagen Trocknungszeit sind die Objekte bereit für den zweiten Brand - den Glasurbrand.
Die glasierten Objekte werden nach der Trocknungszeit vorsichtig im Ofen platziert. Dabei ist zu beachten, dass sich die Objekte nicht gegenseitig berühren und „saubere, glasurfreie“ Böden haben.
Beim Glasurbrand wird die Glasur mit der Oberfläche des rohgebrannten Objektes verschmolzen. Da die zu glasierenden Objekte bereits rohgebrannt sind und kein Wasser mehr besitzen, kann nun viel schneller bis zur Endtemperatur von 1250° aufgeheizt werden. Beim Glasurbrand schwindet das Objekt erneut.
Der Büchsenbrand ist eine einfache Technik, um keramische Objekte mit Holzkohle und einer Metallbüchse zu brennen. Im Büchseninneren werden Temperaturen von 600 bis 900 Grad Celsius erreicht - somit lassen sich kleinere Objekte oder Gefässe gut brennen.
Brennen von Ton (Büchsenbrand und Rakubrand)
Austausch und Wissen zu Keramik von A-Z