Bharatanatyam

(Klassischer indischer Tanz)

"Die Reichen bauen einen Tempel für Shiva,was soll ich armer Mann tun?

Meine Beine sind Säulen, mein Körper der Schrein,

mein Kopf eine Kuppel aus Gold.

Höre, oh Herr der zusammenfließenden Flüsse,

Alles was steht wird fallen,

aber der Tanz wird ewig bleiben“ – Basavanna

Bharatanatyam stellt tänzerisch nach vieler Jahrhunderte alter Überlieferung die Mythologie und Literatur Indiens dar. Entstanden ist der heutige Bharatanatyam in Südindien aus dem Tempeltanz (Sadir) der Devadasis, einer Gemeinschaft von Tempeltänzerinnen, die Tänze zu Ehren der Götter aufführten. Bharatanatyam zählt zu den klassischen indischen Tänzen, da er auf dem Natya Shastra, einer Lehrschrift über Darstellende Künste aus dem 4. Jhdt. basiert. Heutzutage gibt es viele unterschiedliche Stilrichtungen des Bharatanatyams, der sich weit über sein Ursprungsgebiet im Bundesstaat Tamil Nadu hinaus verbreitet hat.

Die wesentlichen Bestandteile einer Bharatanatyam Aufführung sind abstrakter Tanz (Nritta) und narrativer Tanz (Nrtya/Abhinaya).

Der abstrakte Tanzteil einer Aufführung besteht aus verschiedenen Tanzfiguren, bei denen die rhythmische Fußarbeit, die von den Fußglöckchen betont wird, besonders wichtig ist.

Im narrativen Teil der Aufführung beschreibt die Tänzerin mit Hilfe von Mimik und Gestik die hinduistischen Götter oder erzählt Geschichten aus der Mythologie. Dies geschieht mit Hilfe eines richtigen Alphabets aus Einzel- und Doppelhandgesten, die alle vorgeschriebene Bedeutungen haben.