Historisches

Im Juni 1921 wird das Berliner Landgericht zum Schauplatz eines Prozesses, der die Welt aufrüttelt. Der Angeklagte Soghomon Thelirian hat einen Hauptverantwortlichen für den Völkermord an den Armeniern im Jahre 1915, den ehemaligen türkischen Großwesir Talaat Pascha in Berlin-Charlottenburg auf offener Straße erschossen - ein Racheakt der geheimen "Operation Nemesis".
Diese hatte sich zum Ziel gesetzt, all jene Täter des Völkermord aufzuspüren und hinzurichten, die der Strafgerichtshof in Konstantinopel in Abwesenheit zum Tode verurteilt hatte und die mit Hilfe ihrer Verbündeten entkommen und untergetaucht waren. Von dem Leiter der Operation Nemesis, Armen Garo erhält Thelirian 1920 in den USA den Auftrag Talaat zu ermorden.
Nach einiger Zeit der Überwachung wird Talaat Pascha von ihm am 15. März 1921 mit einem präzisen Schuss in der Nähe vom Bahnhof Zoo hingerichtet. Tehlirian versucht zu fliehen, wird aber von einem Passanten gefangen genommen. Tehlirian wird angeklagt, Talaat Pascha vorsätzlich getötet und die Tötung mit Überlegung ausgeführt zu haben. Damit droht ihm die Todesstrafe. Das erste Ziel der Verteidigung ist es, die Geschworenen davon zu überzeugen, dass er wegen seines schlechten Gesundheitszustands „nicht schuldig― sei. Das wird schwer, denn Tehlirian hat bei der Polizei nach der Festnahme bereits gestanden, dass der Grund seines Aufenthaltes in Berlin das Attentat auf den ehemaligen Großwesir Talaat Pascha gewesen sei. Das zweite Ziel der Vertreter Tehlirians ist es, die Geschworenen von der Urheberschaft Talaats am Völkermord an den Armeniern zu überzeugen.