Hintergrund

Aufklärung und Aufarbeitung
In der Schauspiel-Lesung werden durch den stenografischen Bericht dieses Prozesses Informationen über die Geschichte und Kultur des armenischen Volkes vermittelt, die in der deutschen Gesellschaft aus verschiedenen Gründen kaum bekannt sind, ebenso Deutschlands Verantwortung und Mitschuld an dem Völkermord. 

Verhütung von Völkermord
Die Auseinandersetzung mit dem Genozid, die Analyse, das Verstehen und Begreifen der Prozesse, die dazu geführt haben, ist für unsere Gesellschaft wichtig. Wir benötigen dieses Wissen, um weitere Völkermorde in der Welt zu verhindern.

Dialoge mit Türken nach der Veranstaltung
Im Juni 2010 waren zum ersten Mal neben armenischem und deutschem Publikum auch türkische Bürger bei einer Lesung in Hannover anwesend. Nach der Vorstellung gingen sie ohne Teilnahme an der Publikumsdiskussion auf den Bürgersteig vor der Spielstätte und verteilten Informationsmaterial, das ihre Sichtweise des Talat-Pascha-Prozesses darstellen sollte. Andere Besucher der Lesung nutzten diese Situation um mit ihnen in kleinen Gruppen zu diskutieren.

Solidarität
Drei Viertel der in Deutschland lebenden Armenier stammen aus der Türkei. Für sie ist das fehlende Wissen über ihre Geschichte verletzend. Deutsche und armenische Zuschauer können ihre Erlebnisse und ihre Ansichten mit anderen Zuschauern bzw. den Darstellern in der Diskussion nach der Vorstellung austauschen.

Auswirkung bis heute - Der Mord an Hrant Dink
"Hrant Dink wurde ermordet, um den Mord an Talat Pascha, zu rächen" schrieb der türkische Historiker und Soziologe, Prof. Taner Akcam in einem Artikel in der Zeitung Taraf.