Aktuelles

 9. März 2024, Wort zum Sonntag, Cellesche Zeitung :

 29. Januar 2024, Wort zum Montag, Celleheute, „Puppenbriefe“ :

 30. Dezember 2023, Gedanken zum neuen Jahr, Celler Kurier :

 18. Dezember 2023, Wort zum Montag, Celleheute, „Der weise Hindu am Ganges“ :

 13. November 2023, Wort zum Montag, Celleheute, „Verzicht“:

 9. Oktober 2023, Wort zum Montag, Celleheute, „Luftballons“:

 11. September 2023, Wort zum Montag, Celleheute, „Was wir aus dem Leben der Hunde lernen können“:

 9. September 2023, Wort zum Sonntag, Cellesche Zeitung, „Das Gleichnis vom Schmetterling“:

 7. August 2023, Wort zum Montag, Celleheute, „Heißt glauben auch können?“:

 10. Juli 2023, Wort zum Montag, Celleheute, „Das Leben, ein Spiel mit fünf Bällen“:

 29. Mai 2023, Wort zum Montag, Celleheute:Geboren, um zu verlieren?“:

 24. April 2023, Wort zum Montag, Celleheute: „Der Zeit hinterherlaufen“ :

 13. März 2023, Wort zum Montag, Celleheute: „Der Kruger-Dunning-Effekt“:

 13. Februar 2023, Wort zum Montag, Celleheute: „Kooperation“ :

 16. Januar 2023, Wort zum Montag, Celleheute, „Die letzten Bonbons schmecken besser“ :

 31. Dezember 2022, "Wort zum Sonntag", Cellesche Zeitung :

 24. Dezember 2022, Weihnachtsgottesdienst des Ev.-luth. Kirchenkreises Celle:

 12. Dezember 2022, Wort zum Montag, Celleheute, „Das Staunen“:

 7. November 2022, Wort zum Montag, Celleheute, „Was ist Erfolg?“:

 24. Oktober 2022, Wort zum Montag, Celleheute, den iranischen Frauen gewidmet :

 26. September 2022, Wort zum Montag, Celleheute, Risikobereitschaft II“ :  

 29. Juli 2022, Wort zum Montag, Celleheute, Risikobereitschaft I  :

 4. Juli 2022, Wort zum Montag, Celleheute, Die drei Siebe des Sokrates  :

 18. April 2022, Wort zum Montag, Celleheute, vom Adler und der Krähe : 

 21. März 2022, Wort zum Montag, Celleheute. „Der wahre Wert“:

 14. Februar 2022, Wort zum Montag, Celleheute. „Gedanken zum Valentinstag“ :

 17. Januar 2022, Wort zum Montag, Celleheute, „Tradition und Glauben“ :

 8. Januar 2022, Wort zum Sonntag, Cellesche Zeitung :

 20. Dezember 2021 

Wort zum Montag, Celleheute, Martin der Schuster“ (Weihnachtsgeschichte aus Tolstoi, "Wo Liebe ist, da ist Gott", 1885) :

 12. September 2021 : Wort zum Montag, Celleheute, „Beruf und Familie“

 2. August 2021 : Wort zum Montag, Celleheute, „Muße“

 21. Juin 2021:  Wort zum Montag, Celleheute, „Der schwarze Punkt“

 2. April 2021 

Andacht zum Karfreitag 

Hat Gott den Tod Jesu gewollt? Diese Frage dürfen wir uns an diesem Karfreitag stellen, an dem wir des Leidens und des Sterbens Jesu gedenken. Ich nehme jetzt ein Beispiel, das Sie vielleicht zunächst irritieren wird. 1918 soll Kaiser Wilhelm II., der für die gerade erlittene Katastrophe in Europa verantwortlich gemacht wurde, gesagt haben: "Ich habe das nicht gewollt". Dennoch hat er den Krieg begonnen, auch wenn er nicht der einzige Verantwortliche war. Der Krieg war nicht seine Idee…  sein erstes Hauptziel, dennoch hat er ihm zugestimmt. Man könnte sagen, dass er ihn indirekt wollte. 

Christen haben lange gedacht, dass Gott eine Haltung wie die des Kaisers zum Tod Jesu gehabt hätte. Der Tod Jesu schmerzt Gott, aber ohne diesen Tod hätte Gott seinen Zweck, die Menschheit zu retten, nicht erfüllen können. Er hätte den Tod Jesu gewollt, nicht um seiner selbst willen, sondern für das, was er dadurch erreichen konnte, also das Heil der Menschen. Es sei der zu zahlende Preis gewesen, um uns zu retten. 

Eine Reihe von Konfessionen, sowohl protestantische als auch katholische, waren bis zum 19. Jahrhundert der Meinung, dass Gott seinen Sohn aufgab, um uns das ewige Leben zu geben, und dass es keinen anderen Weg gab, für unsere Sünden zu bezahlen als durch den Tod seines Sohnes. 

Können wir heute dieser Auffassung noch zustimmen? 

Nein, denn: Gott wollte nicht, dass Jesus stirbt, er wollte es auch nicht indirekt. Und es war nicht Teil Seiner Pläne und Absichten. Wie der Herr des Weinbergs im Gleichnis, der nach mehreren Boten seinen eigenen Sohn schickt, um zu den widerspenstigen Winzern zu sprechen und sie zu überzeugen (Lk 20,9-16), so schickt uns Gott seinen Sohn, in der Hoffnung, dass wir auf seine Worte hören. Aber seine Erwartung wurde enttäuscht. Die Kreuzigung Jesu war kein Plan Gottes, sondern ein Rückschlag für ihn. Am Abend des Karfreitags wird Gott scheinbar besiegt. 

Tatsächlich hätte aber auch alles anders kommen können. Wenn Jesus nicht gekreuzigt worden wäre, wäre er immer noch der Christus und Gott hätte in ihm immer noch seine Liebe zu den Menschen gezeigt. Bedeutet dies, dass Gott besiegt werden kann? In gewisser Hinsicht Ja. Und die vielen Niederlagen, die die Menschen Gott zufügen, gipfeln in der Verurteilung und Hinrichtung Jesu. 

Gott ist jedoch nie völlig besiegt. Er ist nicht allmächtig, aber er ist mächtig und er wird nie müde und gibt nie auf. Er verliert Schlachten, aber nicht den Krieg. Seine Misserfolge sind nie endgültig. Er akzeptiert sie nicht, er reagiert und überwindet sie. Nach dem Ungehorsam Adams und Evas, nach dem Mord an Kain, nach dem goldenen Kalb, nach dem Verrat Israels und dem Versagen der Kirchen, gibt er nicht auf. Er fängt erneut an. Er hat die Menschen nicht im Stich gelassen nach dem, was sie seinem Gesandten Jesus angetan haben, nach der Tragödie von Golgatha. 

Gott antwortet vielmehr auf das Kreuz, indem er Jesus von den Toten auferweckt. 

Karfreitag und Ostern sind grundlegend für den christlichen Glauben, indem sie bekräftigen, dass Gottes Liebe niemals vergeht und dass seine Macht, obwohl nicht absolut, immer das letzte Wort hat. Gott will das Leben | und am Ende wird es triumphieren … auch wenn in der Zeit dieser schrecklichen Pandemie, wo vieles ungerecht und unbegreiflich erscheint…  

Es gibt keinen Grund, keine Entschuldigung dafür, jemanden in den Tod zu schicken. Für Gott kann der Tod niemals ein Mittel sein. Das Kreuz von Golgatha wollte er nicht; und auch das, was uns quält und vernichtet, will er nicht. Vielmehr ließ er seinen Sohn auferstehen, und diese Auferstehung wird auch uns zuteil. Was für eine wunderbare Einladung zur Hoffnung!

Möge Gott uns in dieser unerschütterlichen Hoffnung bewahren!

Ihnen allen wünsche ich einen gesegneten Karfreitag. 

 10. Januar 2021 

«Glücklich sein», Wort zum Sonntag, Cellesche Zeitung (CZ), 09.01.2021

 29. Mars 2020Andacht zum Sonntag "Judika": Vertrauen und Zuversicht