Igelmonder-Hof
Überblick zu seiner Geschichte
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Überblick zu seiner Geschichte
Alte Siedlungsstätte mit Gutshofcharakter:
Wahrscheinlich entstand der Hof auf den Trümmern einer vorfränkischen Niederlassung.
Im Bereich des Hofes wurden Axt- und Speerbeile (neolithisch?), sowie Münzen unbekannter Herkunft gefunden.
Die Funde wurden im Vorkriegsmuseum in St.Vith ausgestellt, sind aber mit dessen Zerstörung untergegangen.
Im Keller des Wohnhauses befindet sich ein bemerkenswertes Sandsteinbecken von 114 cm Durchmesser, 72 cm Höhe und 12 cm Wanddicke.
Das sogenannte „Römerbecken“ ist also so groß, dass es nicht mehr aus dem Kellerraum herausgeschafft werden kann.
Es muss sich also vor dem heutigen Aufbau bereits im Keller befunden haben.
Ein Abfluss aus Rotsandsteinen (50 x 30 cm) neben dem Sandsteinbecken, führt vom Kellerboden nach draußen.
An der Eingangstür zum Keller befindet sich eine Wölbung, die von einem Rundturm herrühren könnte.
Reste eines Rundturms wurden auch in der Scheune des Anwesens entdeckt.
Nach Angaben des Eigentümers belief sich der Durchmesser auf 4 m.
Die Fundamentreste wurden im Zuge der Scheunenrenovierung aus zweckdienlichen Gründen mit einer Betonschicht übergossen.
Die Anlage war nach fränkischer Sitte nicht befestigt.
Dennoch gibt es in der Nähe eine Wallanlage in Form eines Bogens auf dem Gelände mit der eigenartigen Flurbezeichnung „Masstricht“.
Sie umspannt eine Länge von 90 bis 100 m und verliert sich dann im Waldgelände nach beiden Seiten hin.
Diese Anlage stellte sicherlich eine Verschanzung dar, die vor einem Angriff schützen sollte.
Igelmond als Preußisches Mustergut
Mitte des 19. Jh. stellte der rheinpreußische landwirtschaftliche Verein fest, dass es im Rheinland an Vorbildwirtschaften mangelt.
Daher sollten gut geführte bäuerliche Gutshöfe mit Staatsunterstützung soweit gefördert werden, dass sie als Mustergüter gelten konnten.
Man hoffte, dass es diesen einheimischen Besitzern gelingen werde, das Vertrauen ihrer oft misstrauischen Berufsgenossen zu gewinnen und anregend auf sie einzuwirken.
Seit 1870 wurde der Igelmonderhof als Mustergut vom Staat unterstützt.
Doch schon 1896-97 war dies nicht mehr ausreichend und der preußische Staat kaufte Ländereien um schließlich im Jahr 1900 größere Musterbetriebe zu errichten:
die Staatsdomänen Berterath, Bütgenbach und Rurhof.
Der Besitzer des Igelmonderhofs, Christian Schreiber, gehörte 1870 zu den vierzehn ländlichen sogenannten notablen Grundbesitzern,
die im Kreistag durch gewählte Abgeordnete vertreten waren.
Schreiber stand mit 42,45 Talern Grund- und 4,80 Talern Gebäudesteuer an siebter Stelle.
Schreiber betrieb Vieh- und Pferdezucht und galt als beispielhaft für die sogenannte „Wechselwirtschaft mittels Schafzucht“ (d.h. Wechsel von Körnerfrucht und wilder Schaf-Heide).
Somit galt der Igelmonderhof zur Preußenzeit als Mustergut, u.a. auch, weil Christian Schreiber seine Böden durch das Verlegen von Dränagen wesentlich verbesserte.
Nachdem schon in Bütgenbach erfolgreich Dränagenlehrgänge angeboten wurden, wurden solche Kurse auch auf dem Igelmonderhof abgehalten.
So zählte man im Jahre 1870 beispielsweise 21 Teilnehmer.
Auch die neuzeitlichen Ackergeräte des Mustergutes fanden den Beifall und die Nachahmung der Bauern aus der Umgebung.
Erste urkundliche Erwähnung: 1538
Der „Hofmann“ von Igelmond bekleidete die Stelle eines Schöffen, er gehörte also zu den „Notablen“ des Ortes.
Möglicherweise war Igelmond eine fränkische Hofsiedlung, die dem „Dorfvorsteher“ als Lehnsgut übertragen wurde.
Mehrere spätere schriftliche Erwähnungen Igelmonds zeigen, dass der Hof offenbar eine besondere Stelle im Manderfelder Land einnahm.
Im Jahr 1612 verfasst Schönberger Amtskellner Nollet eine Urkunde: Claß, der Hofmann von Igelmond und seine Schwester Katharina treten in den Ruhestand.
Da sie unverheiratet waren und keine direkten Nachkommen hatten, legen sie in der Urkunde die Erb-Bedingungen an den Vetter Johann und der Base Trein fest.
1618-48: Einkerbungen auf dem Scheunentor – die noch heute zu sehen sind – sollen von umherschlagenden Söldnern des Dreißigjährigen Krieges verursacht worden sein.
1757: Erbauung oder Restaurierung der Fachwerk-Scheune (die Jahreszahl ist heute noch sichtbar)
Unter Napoleon wurde das Gut konfisziert und ging an einen Offizier über; möglicherweise als Geschenk für seine Verdienste (?).
1841 kauften Christian Schreiber aus Brandscheid und seine Frau Katharina Stolz aus Pronsfeld den Hof bei einer Zwangsversteigerung
im Gasthaus Girten in Manderfeld von einem gewissen Scholzen.
1870: Christian Schreiber hatte den Hof vorbildlich geführt und daher wurde der Igelmonderhof zu einer Musterwirtschaft mit Staatsunterstützung erhoben.
Ende der 1870ger Jahre übernahm Schreiber’s Schwiegersohn Nikolaus Leuther aus Losheim den Hof.
1895 bestand der Hof aus ca. 87 ha Äcker, Wiesen, Weiden und Holzung.
1901-1923: Flächenanstieg auf ca. 158 ha.
1918: Hermann Heinzius (Schwiegersohn von Nikolaus Leuther) übernahm den Hof.
1973 starb Hermann Heinzius. Der Hof geht in den Besitz der unverheirateten Geschwister Matthias und Maria Heinzius über.
Beide hatten ihre Freude an Ziergeflügel und Kleintieren in einer großen Artenvielfalt.
2001 wurde der gesamte Viehbestand verkauft und die Aktivitäten auf dem Bauernhof stillgelegt, da kein Nachfolger vorhanden war.
2009 Nach dem Ableben von Maria Heinzius 2004 und Mathi Heinzius 2009 geht das Eigentum in die Hände ihrer Schwester Gertrud Simons-Heinzius
2015 verstarb Gertrud Simons-Heinzius und 2018 verstarb ihr Ehemann Nicolas Simons
seit 2018 bis zum heutigen Tag befindet sich der Bauernhof im Besitz des Sohnes Hubert Simons.
Die Gebäulichkeiten stehen nicht leer, denn der letzte seiner Zunft, der Knecht Oswald Pfeiffer, verbringt dort seine Pensionsjahre und hält alles in Stand.