Langbogen
Der Langbogen ist der Klassiker: lang, schlank und meist aus einem einzigen Stück Holz gefertigt. Er hat einen sanften Auszug (=> beim Aufspannen nimmt der Wiederstand gleichmässig und nicht ruckartig zu) und eine traditionelle Form ohne starke Krümmungen. Berühmt wurde er im Mittelalter, besonders in England.
Recurvebogen
Den Recurvebogen erkennt man an den nach vorne gebogenen Wurfarmenden. Diese Form speichert mehr Energie und macht den Bogen kräftiger und effizienter. Moderne Sportbögen sind fast immer Recurvebögen.
Reiterbogen
Er ist klein, handlich und stark. Der Reiterbogen stammt aus Kulturen wie den Mongolen oder Ungarn. Er ist meist ein Recurvebogen ohne Schussfenster und wurde für das Schießen vom Pferd aus entwickelt.
Flachbogen
Der Flachbogen hat breite, flache Wurfarme statt eines runden Querschnitts. Dadurch verteilt sich die Belastung besser, und der Bogen ist langlebiger und stabiler. Eine sehr einfache, aber sehr effektive Form.
Kompositbogen
Ein Kompositbogen wird aus mehreren Materialien (Holz, Horn, Sehne) gefertigt. Dadurch ist er besonders leistungsstark bei gleichzeitig kompakter Größe. Viele historische Reitervölker nutzten diese Technik.
Compoundbogen
Der Compoundbogen ist modern und technisch. Mit Rollen und Kabeln ausgestattet, erlaubt er hohe Zuggewichte, bleibt aber im Vollauszug leichter zu halten. Perfekt für Sport und Jagd mit Präzision.
Bogen aus Brett und konventioneller Bogen
Bögen aus Brettern
Konventionelle Bögen werden den wachstumsringen folgend gebaut und getillert. Etwas später kam die Idee mit Brettern oder zumindest mit Teilen aus Brettern Bögen zu bauen. Bretter werden zwar auch tangential ausgeschnitten aber folgen nicht im ursprünglichem Sinne (wie bei den konventionellen Bögen) den Wachstumsringen. Lange wurden die Bögen die aus kammergetrockneten Brettern angefertigt wurden verachtet: Sie hätten weniger Leistung und brechen ständig. Aber jetzt da man weiss wie man die Feuchtigkeit beim Trocknen reguliert und wie man den Bogen genau tillern muss, sind Bögen aus Brettern genau so gut wie konventionelle Bögen wenn nicht sogar besser. Ein wenig Wahrheit verbirgt sich jedoch dahinter: Bretter die in Kammern getrocknet wurden sind meist schwächer und weniger elastisch. Dies konnte man aber ausgleichen in dem man die Wurfarme grösser gemacht hat um die verlorene Leistung zurückzugewinnen.
Die Stabilität von verschiedenen Hölzern
Die Daten unseres Experimentes als Diagramm
Kriterien
Geringes Gewicht
Einfach bearbeitbar
Hohe Druckfestigkeit (Innenseite)
Hohe Zugfestigkeit (Aussenseite)
Federkonstante / Energiespeicherung
Wachstumsgeschwindigkeit (Je näher die Wachstumsringe, desto stabiler das Holz)
Quelle: Das Bogenbauer-Buch
Die Daten unseres Experiments
Persönliches Experiment zur Stabilität der Bruchrichtungen
Um die Stabilität der Bruchrichtungen zu messen, schnitten wir mehrere Holzstücke mit den Massen 10 x 2 x 0.5 cm zu. Einmal längs zu den Wachstumsstreifen (-> rechtwinklige Bruchrichtung) und einmal quer zu den Wachstumsstreifen (-> parallel zu den Wachstumsstreifen). Diese Holzstücke platzierten wir über einem ca. 8 cm breiten Spalten. Danach hängten wir eine Messwaage über das Holz und zogen daran, bis das Holz zerbrach.
Bruchstellen (links: quer zu den Wachstumsringen / schwach)
Richtung der Wachstumsringe --> die zwei verschiedenen Test Hölzer