Auch als Audio vom Sprecher Aaron Klump (Sepplbert Rappelrübe):
Inmitten des Mittelreichs, eingerahmt von den schroffen Koschbergen und den Auen des Großen Flusses, erstreckt sich das Fürstentum Kosch. Die Bewohner dieser Region gelten als bodenständig, traditionell und genügsam; für sie stehen Familie und Gemeinschaft an oberster Stelle. Bekannt sind die Koscher vor allem für ihre sprichwörtliche Gemütlichkeit und ein handwerkliches Geschick, das in ganz Aventurien seinesgleichen sucht.
Den Stand eines Flussländers verrät bereits der erste Blick auf seine Gewandung. Während die Landbevölkerung zweckmäßige und robuste Stoffe bevorzugt, die beim Tagewerk nicht hinderlich sind, dominieren bei den Handwerkern Leder, Loden und Filz – Materialien, deren Verwendung oft strengen Zunftordnungen unterliegt. Der Adel hingegen hebt sich deutlich ab: Edles Pelzwerk, Goldschmuck, Samt und der begehrte erzzwergische Brokat veredeln die Erscheinung. Zudem pflegen die Männer – inspiriert durch das Vorbild der Hügelzwerge – eine ausgeprägte Bartkultur.
Die Koscher sind ein sehr frommes Volk, wobei Vater Ingerimm – den viele beim zwergischen Namen Angrosch rufen – als Schutzherr des Landes an erster Stelle steht. Ebenfalls hochverehrt wird Mutter Travia, die im Kosch oft als Gemahlin Ingerimms angesehen wird und die tiefe Heimatverbundenheit der Menschen verkörpert.
Je ländlicher der Koscher lebt, desto abergläubischer ist er. Man fürchtetund verehrt den Berggeist Rabbatzmann, der Wanderern in den Koschbergen üble Streiche spielt oder sie manchmal davor bewahrt, sich zu verirren. Gleichermaßen gilt es, die launischen „Bolde“, wie etwa den Bier-, Frost- oder Ackerbold, zu besänftigen. Überhaupt ist der Koscher Magie gegenüber äußerst misstrauisch.
Prägend für das Land ist das über tausend Jahre währende Zusammenleben von Menschen und Zwergen, die in sämtlichen Gesellschaftsschichten – bis hin zu hohen Beamtenrängen und dem Lehnswesen – vertreten sind. Fast ein Viertel der Bevölkerung stellen die Angroschim, wobei vor allem die geselligen Hügelzwerge und die wehrhaften Ambosszwerge das Bild der Region bestimmen. Die Verbundenheit ist so tief, dass die Zwerge von den Menschen selbstverständlich als ‚Koscher‘ betrachtet werden – eine Wertschätzung, die auf Gegenseitigkeit beruht.
Ihre Nachbarn, die Nordmärker – im Kosch oft spöttisch-liebevoll 'Hinterkoscher' genannt – sind zwar meist gern gesehen, erinnern jedoch bisweilen an jene anstrengenden Verwandten, die lautstark behaupten, ihr Land sei das größere und schönere. Elfen hingegen gelten dem gemeinen Koscher als hinterhältige Zauberwesen, die ruhelos durch die Wälder streifen, statt sich ein ordentliches Heim zu schaffen. Während Gildenmagier seit den Magierkriegen einen schweren Stand haben, begegnet man den unheimlichen Geoden mit tiefem Respekt; Hexen wiederum werden schlicht als kundige Kräuterfrauen, Hebammen oder Heilerinnen akzeptiert.