WiRTH „Der Kinderladen“ verabschiedete sich nach 100 Jahren am 30. Dezember 2025. Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen – zu tief verwurzelt war und ist der Kinderladen mit Mainz und seinen Menschen.
Wir möchten Ihnen offen schildern, warum wir zu diesem Schritt kommen mussten:
Corona-Krise: Von einem Tag auf den anderen mussten wir seiner Zeit schließen – ohne Einnahmen, aber mit laufenden Kosten. Während große Drogerien und Babymärkte weiter Kleinkindartikel, Kleidung und Spielwaren verkaufen konnten, standen unsere Regale still. Diese Ungleichbehandlung hat uns hart getroffen und wirkt finanziell bis heute nach.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Die Folgen von Pandemie und Ukrainekrieg haben die Kaufkraft Vieler geschwächt und aufgrund der Verunsicherung zu anhaltender Kaufzurückhaltung geführt. Erschwerend kam der stetig wachsende Onlinehandel v.a. über die großen „Player“ hinzu, der die Einkaufsgewohnheiten (mit Corona zunächst schlagartig und in der Folge dauerhaft) veränderte sowie die kontinuierlich kleiner werdende Nachfrage aufgrund frühkindlicher Digitalisierung und des anhaltenden Geburtenrückgangs.
Innenstadt im Umbruch: Seit mehr als zehn Jahren sind wir von Großbaustellen umgeben – Bahnhofstraße, Münsterplatz, Schillerstraße, Binger Straße. Sperrungen, weggefallene Parkplätze, erschwerte Zufahrten – all das hat die Erreichbarkeit unseres Hauses zunehmend belastet. Natürlich ist Bauen wichtig und notwendig. Aber wir hätten uns von der Stadt ein stärkeres und vor allem wirksames „Baustellenmarketing“ gewünscht, um Kunden aus Mainz und dem Umland in die Innenstadt zu bringen.
Verändertes Leben in der Stadt: Homeoffice und neue Arbeitswelten haben auch die Zahl der Kundschaft in der City spürbar sinken lassen. Weniger Laufkundschaft bedeutet weniger spontane Käufe und damit weniger Frequenz auch bei uns.
Wir haben viele Jahre lang mit Leidenschaft gegengehalten, erhebliche Summen investiert, Abteilungen umgebaut und neue Konzepte versucht. Auch Gespräche mit möglichen Nachfolgern verliefen ergebnislos – niemand konnte, trotz erheblich subventioniertem Mietangebot unsererseits, ein geeignetes Gesamtkonzept entwickeln, mit dem das wirtschaftliche Risiko zu bewältigen wäre.
Wir mussten daher akzeptieren, dass es trotz aller Bemühungen keine andere Wahl mehr gab, weshalb die Gebäude auch zum Verkauf stehen. So soll zeitnah eine Renovierung erfolgen, damit am Münsterplatz weiter qualitativer Einzelhandel stattfindet wird. Das wünscht sich die Familie Demmler-Wirth für das Quartier und die gesamte Stadt Mainz sehr.
💛 Unser Dank:
Wir danken Ihnen und unseren Mitarbeitenden von Herzen für Ihre jahrzehntelange, oft generationenübergreifende Treue, für unzählige Gespräche, für das Vertrauen in uns als Arbeitgebende für die vielen glücklichen Momente, die wir mit Ihnen teilen durften.
Ihre Familie Demmler-Wirth