Die Entstehung des Volksheimes Schneegattern
1903 wurden in Schneegattern Gewerkschafts-, SPÖ (SDAP)-, Konsumversammlungen und Beratungen im Wald abgehalten, da öffentliche Zusammenkünfte verboten waren.
Schon damals war die Idee eines eigenen Lokales für die Arbeiter eine übermächtige Wunschvorstellung, doch das war in der Zeit der K. u K . Monarchie natürlich nicht zu realisieren. Es war auch nicht daran zu denken diese Aktivitäten in ein Wirtshaus zu verlegen. Dort durften sie nur ihren königlichen Lohn vertrinken, aber nicht darüber reden wie sie ihre missliche, wirtschaftliche Lage verbessern könnten.
Dann unterbrach der 1. Weltkrieg die Vorstellungen von der Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Der Kaiser rief und auch die jungen Schneegatterer mussten auf das Feld der Ehre.
Es kam das Jahr 1918, das Ende des Krieges und der Monarchie. Die heimkehrenden Jungen und die zu Hause gebliebenen Alten hatten ihren Traum vom eigenen Arbeiterheim nicht aufgegeben und mit Hilfe der Glasfabrik (sicherlich ein Voran für die Zeit) ging man daran für die Arbeiterbewegung ein eigenes Zuhause zu schaffen. Das Arbeiterheim Schneegattern wurde ein Bildungszentrum der sozialistischen Arbeiterbewegung die in Österreich nichts Ähnliches hatte. Es gab in diesem Arbeiterheim ein Kino, Bibliothek, Turnhalle, Laientheater, Arbeitergesangsverein, Naturfreunde und soziale Jugend.
Diese Zeit bis zum Jahre 1934 (trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten 1924) war die große Zeit der Schneegatterer sozialdemokratischen Arbeiterbewegung.
Buttinger Johann und Josef, Wimberger Alois, Pipelka lebten in Schneegattern, prägten Schneegattern und Schneegattern prägte sie.
All dies endete 1934, auch das Arbeiterheim ging in andere Hände, viele Genossen wurden eingesperrt, auch politisch ging ein Riss durch die Arbeiterbewegung, aus den radikaleren Genossen wurden Kommunisten die sie auch größtenteils bis zu ihrem Tod blieben.
Von 1920 bis 1934 spielten sich alle Aktivitäten der Vereine im Arbeiterheim ab. Unter der Regierung Dollfuß wurde das Arbeiterheim dann an die Familie Reinhard verkauft und ein Kino daraus gemacht.
Anfang der 50er Jahre wurde der Wunsch der arbeitenden Bevölkerung von Schneegattern nach einer Versammlungsmöglichkeit immer stärker. Ein neues Arbeiterheim musste her.
Bereits am 22. Okt. 1948 hat es die erste Anfrage beim Restituionsfond der freien Gewerkschaft bzgl. eines Grundstückes gegeben.
Am 6.7.1949 wurde dann der sogenannte „Turnplatz“ ( Spielplatz für Kinder usw. ) gekauft.
Für die Fläche von 2393m zahlte man 3589,50. Als Käufer trat Herr Karl Zalto, Schneegattern 39, auf.
In den darauffolgenden Jahren begann man mit der Planung des neuen Arbeiterheimes.
1953 war dann Baubeginn.
Der Bauleiter, Otto Jungwirth, hatte zwar sehr viele freiwillige Helfer zu Verfügung, doch wie immer mangelte es am nötigen Geld.
Durch den unermüdlichen Einsatz der Verantwortlichen gelang es auch die nötige Finanzierung zu sichern.
- Am 8. Mai 1956 bekam man von der AK ÖS 150.000.-
- Vom ÖGB Wien kamen auch ÖS 150.000.-
Aus dem Arbeiterheim wurde ein Gewerkschaftsheim. Ca. 13000 Arbeitsstunden wurden von den fleißigen Männern und Frauen aus Schneegattern geleistet. Wenn die Männer, bedingt durch Schichtarbeit, ausfielen, war es sogar soweit dass die Frauen zu Schaufel und Mischmaschine griffen. Im Jahre 1956 war es dann soweit, dass das „Haus Schneegattern 120" fertig war.
Am 27. April 1956 wurde das Gebäude in Volksheim umbenannt und der Verein Volksheim gegründet.
Der 1. Vorstand bestand aus:
Im November 1956 wurde dann das Volksheim offiziell eröffnet.
Als Ehrengäste waren dabei:
AK OÖ Präsident Kaindl mit Gattin
Kammeramtsdirektor Dr. Krainer
Leitender Sekretär des ÖGB Anton Benya
ÖGB Landessekretär Knöpflmacher
Die Betreuer bei der AK waren
Karl Mühlbach
NR Helmut Dietachmeier und ganz speziell auch Frau Prammer von der AK Linz.
Das Kulturreferat des ÖGB bedachte das Volksheim immer wieder mit Gastspielen verschiedener Künstlergruppen, wie z.B. einer tschechischen und einer russischen Gruppe. Auch Karl Moik war zweimal im Volksheim.
Auch die Präsidentschaftskandidaten Schärf und Jonas waren im Volksheim, ebenso Dr. Kirchschläger und Dr. Bruno Kreisky, der Kanzlerkandidat.
Am 18.10. 1956 bekam man ein Fernsehgerät vom ÖGB Landesexekutiv- Sekretär Knöpflmacher, dafür dass die Arbeiter so fleißig waren und es geschafft haben das Gebäude fertigzustellen. Das Gerät kostete ös 21.000.-. Das sogenannte Fernsehzimmer (jetzt Sitzungszimmer) wurde eingerichtet.
Geliefert wurde das Gerät von der
Fa. Peter Hangweiser
Pram 86 OÖ.
Fernruf 17
geliefert.
Dabei handelte es sich um einen
Philips-Fernseh-Großempfänger mit 21 Röhren und einer 53 cm Bildröhre. Type 21 TD 140A-00 Apparat Nr. 7375 für Wechselstrom. Dazu 1 deutsche Spez. Breitbandantenne für den Empfang der österreichischen und deutschen Fernsehsender für 7 Kanäle wirksam.
Zuständig für das Fernsehzimmer war Frau Josefa Zalto ( kurz Pepi Tant)
Der Eintritt zum Fernsehen betrug S 1.-
In den darauffolgenden Jahren wurde das Volksheim für Partei-, Pensionistenversammlungen und diverser Empfänge verwendet. Der Lebensstandart der Bewohner von Schneegattern stieg und das Interesse am Volksheim schwand zusehends.
Im Jahre 1974 kam wieder neuer Schwung ins Volksheimleben. So z.B. wurde ein neuer Heizöltank zum Preis von ÖS 9.785.- eingebaut. Weiters wurde die erste größere Renovierung durchgeführt. Finanziert hatten das folgende Gönner des Volksheimes:
BAWAG, AK, Gewerkschaft der Forstarbeiter, Gewerkschaft der Chemiearbeiter, Exekutive der Zentralbetriebsräte, Gemeinde und die Volksbank Schneegattern.
In dieser Zeit waren folgende Funktionäre tätig:
Ein weiterer Meilenstein war dann der erste Ball der Freiwilligen Feuerwehr Schneegattern im Jahr 1978. Ein Jahr später wurden bereits sämtliche Bälle der Vereine im Volksheim abgehalten. Mit Ausnahme des Naturfreundeballes finden noch heute alle Bälle im Volksheim statt.
1980 - 1981 bereicherten Annemarie Vitzkotter (Apfelthaler) und Franz Steinbichler den FF Ball mit diversen gesanglichen und tänzerischen Einlagen.
Daraus entstand 1982 die Spielgemeinschaft der Feuerwehr Schneegattern ( später Spielgemeinschaft Schneegattern ) welche das zahlreiche Publikum jährlich bis 1991 mit einer Operettenaufführung begeisterte.
Der VH Ausschuß bestand damals aus:
1983 wurde zum ersten Mal die Preise für die Miete des Volksheimes festgelegt.
1984 gab es bereits die erste Erhöhung. Eine weitere Renovierung wurde beschlossen, jedoch nicht durchgeführt.
Im April 1985 hat Obmann Eichler Walter seine Funktion zurückgelegt. Herr Peter Struber, als Obmann der Spielgemeinschaft, trat dem Ausschuss bei. Die Suche nach einem neuen Obmann für das Volksheim begann. Auf Vorschlag von Herrn Struber wurde Herr Ernst Stipkovits gefragt ob er diese Tätigkeit ausführen würde.
Am 6. Mai 1985 wurde er zum neuen Obmann gewählt. Ernst übte seine Tätigkeit mit einer kurzen Unterbrechung bis Herbst 2008 aus.
Der Ausschuss setzte sich wie folgt zusammen:
Mit Ernst Stipkovits als Obmann hat das Volksheim einen wahren Glückstreffer gelandet. Von nun an ging es wieder steil bergauf.
Sehr viele bereits anstehende Arbeiten wurden durchgeführt.
Um einige Großprojekte zu nennen:
Küche und Schank neu, Bestuhlung im Saal neu, Dachbodensanierung, Renovierung des Saales, Toilettanlagen neu, Vorbau vor dem Volksheim , Sitzungszimmer renoviert und vieles mehr.
Am 17.Mai 1986 hat dann Herr Jorg seine Tätigkeit zurückgelegt. Grund waren die neuen Ausschussmitglieder Ernst Stipkovits und Peter Struber, welche sich erlaubten Herrn Jorg zu widersprechen.
Der Verlust war insofern nicht so groß da bei der nächsten Sitzung bereits ein neuer Schriftführer, (Peter Struber) sein Amt antrat.
Für die Sanierung im Jahr 1995 wurden von der AK ( Herrn Dietachmeier) ÖS 600.000.- und von der Gemeinde Lengau ÖS 300.000.- zur Verfügung gestellt.
Am 12.6.1998 übernahm Dietmar Altmüller die Stelle des Obmannes.
Der Ausschuss setzte sich wie folgt zusammen:
Am 8.10.1999 gibt der neue Obmann bereits wieder seinen Rücktritt bekannt. Der Wechsel an der Spitze wurde jedoch auf 9.2.2000 verschoben. Franz Daxer übernimmt die Leitung für 1 Jahr. In der Zwischenzeit hat sich ergeben dass Ernst Stipkovits wieder die Stelle des Obmanns übernimmt.
Am 29.4.2000 war es dann wieder so weit
Am 18.11.2009 hat Herr Stipkovits seine Obmannschaft beendet. Er ist somit der am längsten dienende Obmann des Volksheimes.
In diesen 24 Jahren hat das Volksheim eine ganz neue Richtung erfahren und ist zu dem geworden was es jetzt ist. Ein moderner, innovativer und flexibler Veranstaltungssaal.
Nachfolger von Herrn Stipkovits wurde der langjährige Schriftführer Peter Struber. -> zum aktuellen Vorstand
Seit 2013 hat das Volksheim Schneegattern einen eigenen Internetauftritt.
Seit Dezember 2017 ist Frau Zelmer Schriftführer Stellvertreterin.
1956 2013
Bundespräsident Dr. Adolf Schärf bei der Begrüßung mit Irene Weckermann (Falb), Heinz Eichler und Inge Moosmaier.
Weitere Fotos:
Verdienstvolle Funktionäre: Brandl, Prexl R., Prexl Siverster, Seidl Anton, Landl Gottfried, Stipkovits Ernst