"Glück Zu" ist die traditionelle Grußformel der Müller.
Das Dorf Lauter besaß schon zeitig eine erbliche Mahlmühle. Mitte des 16. Jahrhunderts kam eine zweite Mahlmühle dazu und über 200 Jahre blieben beide Lauterer Mahlmühlen im Besitz der verzweigten Familie REINWARTH. Weitere Mahlmühlen entstanden erst im 19. Jahrhundert. Die Tradition des Müllerhandwerks konnte bis zur Stilllegung der letzten Lauterer Mahlmühle im Jahre 2003 bewahrt werden. Zeitig erfolgte der Niedergang der einst 7 Brettmühlen in Lauter. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts existierten noch 2 Brettmühlen.
Besitzer von Brettmühlen in Lauter waren 1534: Alt Nicol WEIDAUER, Hans MÜLLER, Simon FRIEDRICH, Hensel WEIGEL, Thomas ZIMMERMANN. [1]
In der Holzordnung aus dem Jahre 1560 werden auch die Brettmühlen im Amt Schwarzenberg aufgelistet. „Weil nachbeschriebene Brethmohlen vor dieser Zeit Inn Unserm Ampte Schwartzbergk erbauet, So sollenn sie nochmals umb den darauf gesetzten Zins als vonn Jeder 18 grx oder ein Schock-Brets geduldet, aber ferner nicht verstadtet werdenn, einige neue Brethmohlenn Zue bauen.“ Für Lauter werden 6 Brettmühlen an der Griese genannt, welche sich alle im Besitz Lauterer Einwohner befunden haben. Es werden genannt drei Mühlen am Förstel (Mertten WEIGEL, Philipp WEIGEL, Barttel EPPERLEIN), eine unterm Förstel (Valten FRIEDRICH) und zwei im Dorf (Peter und Hans REINWARTH).[2] Ob zu einer dieser Brettmühlen eine Mahlmühle gehörte geht aus den Angaben nicht hervor.
Später gab es noch folgened Brettmühlen:
Schneidmühle der unteren Mahlmühle (FREITAG Gut)
Schneidmühle der NEUBERT Mühle
Schneidmühle von Gustav KUX
Schneidmühle von August KÖNIG
Man kann sicher davon ausgehen das es in Lauter von alters her eine Mahlmühle gegeben hat. Die Einwohner der die Stadt Schwarzenberg umgebenden Dörfer hatten ihr Brot bei den Bäckern der Stadt Schwarzenberg und nirgendt anders wo, außer in zwo Mühlen, zue Lautern und Dorfstädtel, welche des Weißbackens berechtigt, zu kaufen. [3] Nur diese beiden Mühlen hatten, neben den Bäckern der Stadt, die alt hergebrachte Freiheit Semmeln und Pfennigbrote zu backen und zu verkaufen. Die Bewohner durften zwar auch für den eigenen Verbrauch backen, jedoch nicht für den Verkauf.
Dr. Walter FRÖBE geht in seiner Schrift „Herrschaft und Stadt Schwarzenberg bis zum 16. Jahrhundert“ davon aus, dass im Türkensteuerregister der Herrschaft Schwarzenberg von 1531 die Müller, im Gegensatz zu den anderen genannten Personen, nicht mit ihrem Familienname sondern durchgängig als MÜLLER genannt werden. [4] Für Lauter wird ein Hans MÜLLER (MÜLNER) genannt. Man findet ihn als Hans MULNER im Amtserbbuch [5] von 1536, wo auch als einziger REINWARTH ein Hans RYNBART genannt ist.
ImWeiteren bestanden zwei Mahlmüllen in Lauter. Beide Lauterer Mahlmühlen blieben bis um 1780 im Besitz der verzweigten Familie REINWARTH. Danach wechselten beide Mühlen an die Familie OTT. Ab 1800 befanden sich dann beide Mühlen im Besitz von Johann Gottfried OTT, welcher aber 1824 beide Mühlen verkaufte. Die obere an seinen Sohn und die untere an einen FISCHER, welcher sie aber 1831 weiter an Johann Friedrich FREITAG verkaufte.
Eine dritte Mahlmühle entstand als Sigmund Friedrich Ludwig HUNGER 1831 die Erlaubnis erteilt bekam in seine Brettmühle, der späteren NEUBERT Mühle, einen Mahlgang einzubauen. Die beiden bisherigen Lauterer Mahlmüller konnten dies nicht verhindern.
Johann Friedrich FREITAG errichtete 1840 die vierte Lauterer Mahlmühle, die spätere LANDMANN Mühle.
1876 erbaute Friedrich Gustav HILDEBRAND die Lohmühle.
Friedrich Oskar FREITAG (*17.3.1840 Lauter †23.1.1910 Lauter) war der Besitzer der unteren Mühle (FREITAG Mühle) in Lauter. Diese Mühlengebäude sind am 27. September 1868 abgebrannt. Die Gebäude wurden zwar wieder aufgebaut, aber vorrausschauend baute Friedrich Oskar FREITAG an einer gut gelegenen Stelle am Lauterer Bahnhof 1870 eine neue große Kunstmühle mit 3 Mahlgängen
Die Lauterer Mahlmühlen:
obere Mühle (SALZER Mühle)
untere Mühle (FREITAG Mühle)
NEUBERT Mühle
LANDMANN Mühle
Lohmühle an der Griese
Kunstmühle F. Oskar FREITAG
[1] FRÖBE, Walter Dr. „Herrschaft und Stadt Schwarzenberg...“, S. 254. Fröbe gibt als Quelle an: WGA (Weimar), Reg. 2162, S. 118. Die komplette Signatur lautet: Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar (ThHStAW), Ernestinisches Gesamtarchiv, Reg. Bb 2162 (... angegebenen Signatur wird eine Rechnung des Amtes Schwarzenberg aus dem Jahr 1534/35 aufbewahrt. Auf Bl. 118 findet sich ein Eintrag über die Einnahmen von der Brettmühle in Lauter. Schreiben des ThHStAW vom 15.08.2007)
[2] FRÖBE, Walter Dr. „Herrschaft und Stadt Schwarzenberg...“, S. 254. Fröbe schreibt dabei fälschlich Martin Friedrich. Im Original findet sich der Passus u.a. in der Holzordnung im StA Chemnitz, 30016 Amt Schwarzenberg, Nr. 1853 „Holzordnung 1560“, fol 190 „Brethmohlen Im Ampt Schwartzbergk“. Hinweis von Karsten Richter, Markersbach. In der Veröffentlichung der „Holzordnung im Amte Schwarzenberg 1560 bis 1695“ als Heft 25 in der Reihe „Quellen zur Orts- und Familiengeschichte des Erzgebirges“ des Adam-Ries-Bund e.V. Annaberg (ISBN 3-930430-42-8), ist diese Textfassung nicht zu finden. Ebenso nicht die Nennung der Laasräume und deren Besitzer.
[3] Kreisarchiv Aue, Altes Ratsarchiv (ARA) II, Nr. 6 „Rechtsstreit Bäckerhandwerk Schwarzenberg kontra Gottfried Wagner Dorffstädtel“ 1667-1683 (Akte geht bis ins 18. Jahrhundert), fol. 69ff
[4] FRÖBE, Walter Dr. „Herrschaft und Stadt Schwarzenberg...“, S. 198. Dies betrifft nach Fröbe ebenso die Bader und Waffenschmiede.
[5] Zu den Amtserbbüchern siehe u.a. THIEME, André „Die kursächsischen Amtserbbücher aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und ihre digitale Erfassung“ in Neue Archiv für sächsische Geschichte 74/75 (2003/2004), S. 413-422. http://www.saechsische-gerichtsbuecher.de/