Tarifergebnis TdL-Runde 25/26 liegt vor!
Was ist mit dem Begriff Gute Arbeit gemeint? Es geht um die Arbeitsbedingungen und vielfach vorhandenen Belastungen, denen die Beschäftigten ausgesetzt sind. Vom DGB wird das Thema Gute Arbeit seit Jahren mit dem INDEX GUTE ARBEIT verfolgt und statistisch ausgewertet.
https://index-gute-arbeit.dgb.de/
Eines kann man sagen: Viele Beschäftigte müssen unter Bedingungen arbeiten, die alles andere als "gut" sind. Ein ganzes Erwerbsleben unter belastenden Bedingungen zu verbringen, kann die Gesundheit ganz real schädigen.
Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet die Arbeitgeber, Maßnahmen zur Unfallverhütung und zum Schutz der Gesundheit der Beschäftigten zu treffen (Stichwort Gefährdungsbeurteilung). Wir alle wissen, dass das oft nicht oder nur unzureichend geschieht.
Als einen ersten Aufschlag haben wir uns in der Arbeitsgruppe "Gute Arbeit" das Thema "psychische Fehlbelastung" vorgenommen und eine anonyme Umfrage erstellt, die auf den von den Unfallversicherern (Unfallkassen und Berufsgenossenschaften) bereitgestellten Fragenkatalogen basiert. Die Umfrage dient dazu, die eigene Situation zu erfassen und einen Vergleich zum Gesamtergebnis ziehen zu können. Es sind alle Beschäftigten dazu eingeladen sich zu beteiligen!
Bisherige Umfrageergebnisse an der Uni Bremen (Diagramm Stand April 25). Wichtigste Erkenntnisse bis jetzt: Zu 2/3 wird von den Beschäftigten die Arbeitsaufgabe als negativ belastend eingeschätzt. Hierbei stehen die hohen Anforderungen bezüglich Arbeitsmenge, Komplexität, Zeitdruck und Aufmerksamkeit bei gleichzeitig geringen Entwicklungsmöglichkeiten und wenig Abwechslung im Forderung. Im Durchschnitt wird die Hälfte aller Einflussfaktoren am Arbeitsplatz von den Betroffenen negativ bewertet.
Hier geht's zum Selbst-Check (linke Spalte):
Natürlich gibt es bei den verschiedenen Arbeitssituationen große individuelle Unterschiede, aber in der Grundtendenz wird deutlich, dass die Beschäftigten zu oft psychischen Fehlbelastungen ausgesetzt sind.
Die Rollen im Arbeitsschutz sind durch das Gesetz klar zugewiesen: Die Verantwortlichen müssen die Arbeitsbedingungen durch geeignete Maßnahmen so gestalten, dass gesundheitsgefährdende Einflüsse möglichst weitgehend reduziert werden. Die Beschäftigten haben dabei eine Mitwirkungspflicht.
Um die Gefahr psychischer Fehlbelastung der Beschäftigten zu reduzieren, können Arbeitgeber in den vier Handlungsfeldern eine Reihe von Maßnahmen ergreifen:
Klare Aufgabenverteilung: Sicherstellen, dass die Aufgaben klar definiert, verständlich und erreichbar sind, um Überforderung zu vermeiden.
Autonomie: Beschäftigten sollte ein gewisser Grad an Entscheidungsfreiheit bei der Aufgabenerfüllung eingeräumt werden.
Anpassung der Arbeitslast: Aufgaben und Verantwortlichkeiten entsprechend den Fähigkeiten und Kapazitäten der Beschäftigten verteilen.
Weiterbildungsmöglichkeiten: Schulungen und Fortbildungen anbieten, um die Kompetenzen der Beschäftigten zu stärken und ihnen das Gefühl von Sicherheit und Kontrolle zu geben.
Feedback: Regelmäßiges und konstruktives Feedback hilft, die eigene Leistung einzuschätzen und sich weiterzuentwickeln.
Ergonomische Gestaltung: Arbeitsplätze ergonomisch gestalten, um körperliche Belastungen zu minimieren.
Technische Ausstattung: Die technische Ausstattung sollte auf dem neuesten Stand sein und die Arbeit erleichtern.
Angenehme Arbeitsatmosphäre: Für eine angenehme Beleuchtung, Temperatur und Lärmminderung sorgen.
Pausenräume: Rückzugsorte und Pausenräume bereitstellen, in denen sich Mitarbeiter erholen können.
Flexible Arbeitszeiten: Flexible Arbeitszeitmodelle einführen, um eine bessere Work-Life-Balance zu ermöglichen.
Klare Strukturen und Prozesse: Transparente und effiziente Arbeitsprozesse etablieren, um Unsicherheiten und Stress zu reduzieren.
Zeitliche Vorgaben: Die Anforderungen an die pro Zeiteinheit zu bewältigende Arbeitsmenge müssen kontrolliert sein, um einer Überbelastung vorzubeugen.
Beteiligung: Beschäftigten in Entscheidungsprozesse einbeziehen, um ihre Autonomie und Motivation zu fördern.
Führungsstil: Ein wertschätzender und unterstützender Führungsstil fördert das Wohlbefinden der Beschäftigten.
Kooperation fördern: Teamarbeit und kollegiale Unterstützung stärken, um ein positives Arbeitsklima zu schaffen.
Kommunikation verbessern: Offene und regelmäßige Kommunikation zwischen Führungskräften und Beschäftigten fördern.
Konfliktmanagement: Mechanismen zur Konfliktlösung und Mediation nutzen, um Spannungen und Mobbing vorzubeugen.
Betriebliches Gesundheitsmanagement: Ein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement bietet vielfältige Angebote zur Förderung der psychischen Gesundheit.