Was ist eine Nierenkolik?
Eine Nierenkolik tritt auf, wenn ein Nierenstein oder andere Verstopfungen in den Harnwegen starke Schmerzen verursachen. Diese Schmerzen können plötzlich und intensiv sein und oft mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen.
Verhalten bei Nierenkolik
Schmerzlindung:
Lage: Versuchen Sie, eine bequeme Position zu finden. Oft kann eine bestimmte Körperhaltung (z.B. auf dem Rücken liegend mit angewinkelten Beinen) Erleichterung verschaffen.
Feucht warme Umschläge: Anstelle von Wärmflaschen können feucht warme Umschläge auf dem betroffenen Bereich helfen, die Schmerzen zu lindern.
Flüssigkeitsaufnahme:
Trinken Sie viel Wasser, um den Urinfluss zu erhöhen und zu versuchen, den Stein auszuspülen. Etwa 2 bis 3 Liter Wasser pro Tag sind hilfreich, es sei denn, Ihr Arzt hat andere Anweisungen gegeben.
Ernährung:
Vermeiden Sie stark gewürzte oder salzige Lebensmittel, da diese die Symptome verschlimmern können. Eine ausgewogene Ernährung kann ebenfalls unterstützend wirken.
Bewegung:
Leichte Bewegung kann helfen, die Passage des Steins zu fördern, aber vermeiden Sie anstrengende körperliche Aktivitäten, wenn die Schmerzen sehr stark sind.
Urinauffang und -siebung:
Fangen Sie Ihren Urin in einem speziellen Behälter auf, um alle ausgeschiedenen Steine zu sammeln. Dies hilft Ihrem Arzt, die Größe und Art des Steins zu bestimmen.
Verwenden Sie ein feines Sieb oder einen Filter, um sicherzustellen, dass keine kleinen Steine übersehen werden.
Welche Medikamente können hilfreich sein?
Schmerzmittel:
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Medikamente wie Ibuprofen oder Naproxen können helfen, die Schmerzen und die Entzündung zu reduzieren. Diese sollten jedoch nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.
Novaminsulfon (Metamizol): Dieses Medikament kann ebenfalls zur Schmerzlinderung beitragen und ist besonders bei starken Schmerzen hilfreich. Es wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend und kann in Kombination mit anderen Schmerzmitteln eingesetzt werden. Es sollte jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden.
Verwenden Sie kein Buscopan, hilft meistens nicht die Koliken zu beseitigen, führt eher zu einer Darmträgheit.
Medikamente zur Unterstützung der Steinpassage:
Alpha-Blocker: Medikamente wie Tamsulosin können helfen, die Muskulatur der Harnwege zu entspannen und die Passage des Steins zu erleichtern.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder nicht nachlassen.
Bei Fieber, Schüttelfrost oder Anzeichen einer Infektion.
Wenn Sie Blut im Urin bemerken.
Wenn Sie Symptome wie Übelkeit und Erbrechen haben, die nicht nachlassen.
Bei anhaltenden oder sich verschlechternden Symptomen.
Hier ist eine einfache Übersicht der Wahrscheinlichkeit für den spontanen Abgang von Harnleitersteinen in Abhängigkeit von ihrer Größe:
1–4 mm: 80–90 % Wahrscheinlichkeit für spontanen Abgang.
5 mm: Etwa 60–70 %.
6 mm: Etwa 50 %.
7 mm: Etwa 20–40 %.
8–9 mm: Etwa 20 % oder weniger.
10 mm oder größer: Sehr geringe Wahrscheinlichkeit, meist <10 %.
Steine, die näher an der Blase (distal) liegen, haben höhere Chancen, spontan abzugehen.
Alpha-Blocker-Therapie (z. B. Tamsulosin) kann die Abgangswahrscheinlichkeit erhöhen.
Zusammenfassend: Je kleiner der Stein, desto höher die Wahrscheinlichkeit für einen spontanen Abgang!