Ein erhöhter PSA-Wert kann ein Hinweis auf ein Prostatakarzinom (Prostatakrebs) sein, muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass ein Krebs vorliegt. Um genauere Informationen zu erhalten, wird oft eine Prostatabiopsie durchgeführt. Dies bedeutet, dass kleine Gewebeproben aus der Prostata entnommen werden, um sie auf Krebszellen zu untersuchen. Eine Möglichkeit, dies gezielter und genauer zu machen, ist die sogenannte Multiparameter-MRT-Untersuchung der Prostata.
Das Multiparameter-MRT (mpMRT) der Prostata ist eine spezielle Bildgebungstechnik, die verschiedene Arten von Aufnahmen der Prostata erstellt. Diese Methode hilft dabei, karzinomverdächtige Bereiche in der Prostata besser zu erkennen. Wenn später eine Prostatastanzbiopsie gemacht wird, können dank des MRT verdächtige Stellen gezielt biopsiert werden. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Krebszellen gefunden werden, falls welche vorhanden sind.
Wichtig zu wissen ist, dass das MRT in den meisten Fällen die Prostatastanzbiopsie nicht ersetzt. Es hilft vielmehr dabei, die Biopsie gezielter durchzuführen und mehr Krebse zu entdecken. In seltenen Ausnahmefällen, bei einem komplett unauffälligen MRT-Befund, kann eventuell auf die Biopsie verzichtet werden.
Wenn das MRT aus Kostengründen nicht durchgeführt werden kann (Kosten liegen zwischen 600 und 800 Euro, und die Krankenkassen übernehmen diese leider meist nicht), muss trotzdem eine Prostatastanzbiopsie durchgeführt werden, um Klarheit zu bekommen. Ein Antrag zur Kostenübernahme kann bei der Krankenkasse gestellt werden. Die gesetzlichen Krankenversicherungen legen diesen dann zur Begutachtung dem medizinischen Dienst vor. In den letzten Jahren wurden die Anträge jedoch nach meiner Erfahrung (Dr. Hopp) stets abgelehnt und die Bearbeitung dauert meistens viele Wochen.
Bei einer Prostatastanzbiopsie werden mit einer dünnen Nadel kleine Gewebeproben aus der Prostata entnommen. Dies geschieht in der Regel unter örtlicher Betäubung und mit Hilfe eines Ultraschalls, um die Nadel zu steuern. Diese Gewebeproben werden dann im Labor auf Krebszellen untersucht.
Die Fusionsbiopsie kombiniert die Bildgebung des MRTs mit einem Ultraschall, um die Biopsie noch genauer zu machen. Das bedeutet, dass die verdächtigen Bereiche, die im MRT erkannt wurden, während der Biopsie mit dem Ultraschallbild „fusioniert“ werden. Dadurch können verdächtige Stellen noch gezielter biopsiert werden.
Zusammengefasst: Das Multiparameter-MRT der Prostata verbessert die Genauigkeit der Prostatabiopsie, ersetzt sie aber in der Regel nicht. Wenn Sie das MRT nicht machen lassen möchten, wird eine Prostatastanzbiopsie ohne diese zusätzliche Bildgebung durchgeführt.