Was ist eine transurethrale Blasentumorresektion (TUR-B)?
Die transurethrale Blasentumorresektion (TUR-B) ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem Tumore oder verdächtige Gewebeveränderungen in der Harnblase entfernt werden. Der Eingriff wird durch die Harnröhre (transurethral) durchgeführt, sodass keine äußeren Schnitte notwendig sind. Dies ist der Standardbehandlungsweg bei Blasentumoren, insbesondere bei oberflächlichen, nicht-invasiven Tumoren, die noch nicht in die Blasenwand eingewachsen sind.
Wann ist eine TUR-B erforderlich?
Die TUR-B wird vor allem zur Diagnose und Behandlung von Blasenkrebs durchgeführt. Sie ist die häufigste Methode zur Entfernung von Tumoren in der Blase, insbesondere in den folgenden Situationen:
Diagnose von Blasentumoren: Bei Verdacht auf Blasenkrebs nach Auffälligkeiten in der Bildgebung (Ultraschall, CT, MRT) oder bei Blut im Urin (Hämaturie).
Behandlung von Blasentumoren: Besonders bei nicht-muskelinvasiven Tumoren (Tumoren, die auf die innere Schleimhaut der Blase beschränkt sind).
Entfernung von Gewebe zur histologischen Untersuchung: Um die Art, den Typ und das Stadium des Tumors zu bestimmen, was wichtig für die Planung der weiteren Behandlung ist.
Voruntersuchungen: Vor dem Eingriff werden in der Regel verschiedene Untersuchungen durchgeführt, wie z.B. eine Blasenspiegelung (Zystoskopie), Blutuntersuchungen, Urinproben und Bildgebung (z.B. Ultraschall oder CT).
Nüchternheit: Sie sollten am Operationstag nüchtern sein, da die TUR-B meist unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie durchgeführt wird.
Medikamente: Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Medikamente Sie vor der Operation einnehmen dürfen. Blutverdünnende Medikamente müssen möglicherweise vor dem Eingriff abgesetzt werden.
Anästhesie: Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie.
Einführung des Zystoskops: Der Urologe führt ein Zystoskop, ein spezielles Instrument mit einer Kamera und einer elektrischen Schlinge, über die Harnröhre in die Blase ein.
Resektion des Tumors: Mit der elektrischen Schlinge wird der Tumor vorsichtig abgetragen und das Gewebe entfernt. Dabei wird das Gewebe gleichzeitig elektrisch verödet, um Blutungen zu stoppen.
Entnahme von Gewebeproben: Der Arzt nimmt Gewebeproben zur histologischen Untersuchung, um die genaue Art und das Stadium des Tumors festzustellen.
Spülung: Zum Abschluss wird die Blase mit einer sterilen Lösung gespült, um alle Gewebereste zu entfernen.
Die Operation dauert in der Regel etwa 30 bis 60 Minuten, abhängig von der Größe und Anzahl der Tumore.
Katheter: Nach der TUR-B wird oft ein Blasenkatheter gelegt, um die Blase zu entlasten und Blut oder Gerinnsel abfließen zu lassen. Der Katheter bleibt in der Regel ein bis zwei Tage liegen.
Krankenhausaufenthalt: Der Aufenthalt im Krankenhaus dauert meist ein bis drei Tage.
Schmerzen und Blut im Urin: Es kann in den ersten Tagen nach dem Eingriff zu leichten Schmerzen und Blut im Urin kommen. Dies ist normal und sollte nach einigen Tagen abklingen.
Trinken: Es wird empfohlen, nach dem Eingriff viel Flüssigkeit zu trinken, um die Blase gut zu spülen und die Heilung zu unterstützen.
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff kann es auch bei einer TUR-B zu Komplikationen kommen. Zu den möglichen Risiken gehören:
Blutungen: Leichte Blutungen sind nach der TUR-B normal, größere Blutungen sind jedoch selten.
Infektionen: Blasen- oder Harnwegsinfektionen können nach der Operation auftreten. Antibiotika können prophylaktisch verabreicht werden.
Perforation der Blasenwand: In seltenen Fällen kann es zu einer Verletzung der Blasenwand kommen, die weitere chirurgische Maßnahmen erfordert.
Rezidive (Rückfall): Bei Blasentumoren besteht ein Risiko für Rückfälle, weshalb regelmäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich sind.
Nach der TUR-B wird das entnommene Gewebe histologisch untersucht, um die Tumorart und das Stadium genau zu bestimmen. Dies ist entscheidend für die weitere Therapieplanung:
Regelmäßige Nachsorge (Zystoskopien): Da Blasentumore häufig wiederkehren können, sind regelmäßige Blasenspiegelungen (alle 3 bis 6 Monate) notwendig, um ein Rezidiv frühzeitig zu erkennen.
Intravesikale Chemotherapie oder Immuntherapie: Bei bestimmten Tumorarten, insbesondere bei aggressiveren Tumoren, kann es notwendig sein, nach der TUR-B eine Chemotherapie oder Immuntherapie direkt in die Blase einzuleiten. Dies hilft, das Risiko eines Rückfalls zu senken.
Eine TUR-B ist bei Blasentumoren indiziert, wenn:
Ein Verdacht auf Blasenkrebs besteht.
Ein Blasentumor entdeckt wurde, der entfernt werden muss.
Gewebeproben zur Diagnosestellung und Therapieplanung entnommen werden müssen.
Bei aggressiven oder fortgeschrittenen Tumoren kann zusätzlich eine weiterführende Therapie erforderlich sein, wie eine Blasenentfernung (Zystektomie) oder eine Chemotherapie.
Viel Flüssigkeit trinken: Trinken Sie täglich etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee, um die Blase gut zu spülen.
Vermeiden von körperlicher Anstrengung: Für 2–4 Wochen nach der Operation sollten Sie schwere körperliche Arbeit und sportliche Aktivitäten meiden.
Rauchen aufgeben: Rauchen ist ein erheblicher Risikofaktor für Blasenkrebs. Ein Rauchstopp kann das Risiko für ein Wiederauftreten deutlich senken.
Wenn Sie mehr über den Eingriff der transurethralen Blasentumorresektion erfahren möchten, gibt es zahlreiche vertrauenswürdige Websites mit weiterführenden Informationen, Fotos und Videos zur Operation:
Deutsche Krebsgesellschaft: Informationen zu Blasenkrebs und Behandlungen
Uro-Tube (YouTube-Kanal für urologische Videos): Hier können Sie nach Videos zur TUR-B suchen, um einen visuellen Eindruck des Eingriffs zu erhalten.
Cancer Research UK: TURBT procedure explained (englisch) – Sehr gute Erklärung auf Englisch mit Bildern und Videos.
Starke Blutungen oder Blutgerinnsel im Urin: Wenn die Blutungen nach der Operation nicht abklingen oder der Urin stark geronnen ist.
Fieber oder starke Schmerzen: Diese können Anzeichen einer Infektion sein und sollten sofort abgeklärt werden.
Schwierigkeiten beim Wasserlassen: Probleme beim Wasserlassen nach der Entfernung des Katheters sollten ebenfalls ärztlich untersucht werden.