Was passiert, wenn man das Offensichtliche nicht sehen will?
“Scherz ist die drittbeste Tarnung. Die zweitbeste: Sentimentalität. Aber die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Komischerweise. Die glaubt niemand.”
Brandstifter, Brandstifter! Überall in der Stadt treiben sie ihr Unwesen. Anfangs kann der wohlhabende Gottlieb Biedermann die Gefahr noch ignorieren und in Ruhe seine Zigarren rauchen. Doch dann nisten sich zwei merkwürdige Männer bei ihm ein. Obwohl sie sich zunehmend verdächtig verhalten, weigert sich Biedermann, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Angst, Wunschdenken und die Schmeichelei der Beiden schnüren ihm die Kehle zu. Wird er es schaffen, die ungebetenen Gäste loszuwerden oder zumindest zu besänftigen?
...Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Tüater präsentiert Max Frischs humorvolles und beklemmend aktuelles Drama über die gefährliche Bequemlichkeit des Wegschauens – und stellt die Frage:
Wie viel Biedermann steckt in uns selbst?
Aufführungen: 8.-10. Juli 2026 um 19 Uhr und 11. Juli um 17 Uhr.
Inhaltshinweis: Die Themen Suizid und Schwangerschaftsabbruch werden kurz erwähnt und von den Charakteren im Stücks teils respektlos behandelt.
Wir sind Tüater – eine Freizeit-Theatergruppe, die sich im Brechtbau-Theater der Uni Tübingen zuhause fühlt. 2023 gegründet führten wir zuerst zwei eigen entwickelte Kurzstücke am Theaterfestival „Echt jetzt!“ auf. Danach widmeten wir uns im WiSe 23 & SoSe 24 der Tragödie „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind. Darauf folgte die mordslustige Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ von J. Kesselring. Momentan erarbeiten wir „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch, was im Juli 26 im Brechtbau-Theater zu sehen sein wird!
Aktuell besteht unser Ensemble aus 16 Schauspielenden und noch einigen weiteren kreativen Köpfen hinter den Kulissen.
Du hast Bock auf Schauspiel? Du wolltest schon immer mal ausprobieren, wie es ist bei einem Theaterstück Technik zu machen? Oder du willst dich kreativ beim Bühnenbild, den Kostümen oder der Maske austoben? Dann mach bei uns mit und schreib uns eine DM oder eine Mail an tueater@outlook.de! Du brauchst keine Theatererfahrung zu haben, um bei uns mitzumachen :)
Willkommen im Hause Brewster – wo Gastfreundschaft ewig währt!
Engelsgleich umsorgen die liebenswerten Tanten Martha und Abby Brewster ihre Mitmenschen. In ihrem gemütlichen Haus in Brooklyn der 1940er ist jeder willkommen, ob Pfarrer oder Polizist.
Als ihr Neffe Mortimer zu Besuch kommt und sich endlich mit der Pfarrerstochter verlobt, scheint das Glück perfekt. Doch der entspannte Familienbesuch nimmt eine unerwartete Wendung, als Mortimer das dunkle Geheimnis seiner Tanten entdeckt. Und zu allem Überfluss kehrt auch noch sein sadistischer Bruder Jonathan aus der Versenkung zurück, zusammen mit seinem trinkfreudigen Komplizen Dr. Einstein.
Das sonst so friedliche Brewster-Haus versinkt plötzlich in einem Wirbel aus absurden Situationen. Schafft Mortimer es, den Irrsinn seiner Familie zu bändigen, die Polizei hinters Licht zu führen und seine Verlobung zu retten?
Tüater präsentiert eine wahnwitzge Komödie voller schwarzem Humor, Chaos - und einem Teelöffel Arsen.
Im Zentrum von Frank Wedekinds 1891 geschriebener Kindertragödie stehen die drei Jugendlichen Wendla Bergmann, Moritz Stiefel und Melchior Gabor. Alle drei kommen gerade in die Pubertät und haben viele Fragen zum Thema Erwachsenwerden und Sexualität, über die in der körperfeindlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts nicht offen gesprochen werden kann. Ihre erwachsenen Bezugspersonen respektieren die sexuellen Tabus der Zeit und speisen die jungen Heranwachsenden mit Andeutungen und gefährlichem Halbwissen ab. Und so bleibt den dreien, denen die sexuelle Aufklärung ebenso verweigert wird wie ihren gleichaltrigen Freund:innen und Klassenkamerad:innen, nicht viel anderes übrig, als sich untereinander auszutauschen und sich die Antworten auf ihre Fragen selbst zusammenzureimen. Fehlende Kommunikation von Seiten der Erwachsenen und das krampfhafte Unterdrücken ganz verschiedener Themen, die die jungen Menschen innerlich beschäftigen, führen in Wedekinds berühmten Stück kompromisslos und geradewegs in eine äußerst verhängnisvolle Kette von Katastrophen...
Inhaltshinweis:
Das Stück behandelt einige Aspekte aus den Themenbereichen Sexualität, Gewalt und Tod, die für Einzelpersonen belastend sein können. Eine detailliertere Auflistung findet ihr hier.
Sounds:
Tonquellen Credits