Wissenswertes zum neuen Turniersystem "Top3nament"
Motivation zur Entwicklung:
Meine Kinder sind sehr sportbegeistert und in vielen Sportarten unterwegs (Tennis, Eishockey, Judo, Basketball, Handball, Fußball, Tischtennis usw.). Sie nehmen auch gern an Wettkämpfen teil. So habe ich gemeinsam mit den Kindern viel Zeit auf Turnieren verbracht und mir sind dabei immer wieder einige Unzulänglichkeiten negativ aufgefallen. Diese habe ich versucht, mit dem neuen Turniersystem "Top3nament" abzustellen und bin der Meinung, einer Optimallösung (für den angedachten Einsatzzweck) sehr nahe zu kommen.
Hier findet ihr ein kurzes Demo-Video: Top3nament Tutorial
Die gezeigte Vorlage gibt es hier: Top3nament Excel-Vorlagen
Was ist so besonders am Top3nament?
Es handelt sich hierbei vermutlich um das erste perfekt funktionierende 3-fach-KO-System der Welt. Das Turniersystem "Top3nament" ist ein 3 Chancen-KO-System mit anschließendem Jeder gegen Jeden-Finale. Bei diesem neuartigen Format ist somit die Gruppen- und KO-Phase gegenüber den derzeit gängigen Kombinationen vertauscht.
Zuerst wird mittels des KO-Systems das Starterfeld effizient aussortiert (in jedem KO-Baum halbieren sich die verbliebenen Teilnehmer mit jeder Runde).
Es handelt sich um ein simultan ausgetragenes Dreifach-KO-System, da jeder aufgrund des 3 Chancen-Prinzips zweimal verlieren darf ohne auszuscheiden. Das soll dafür sorgen, dass man nicht direkt gegen den späteren Turniersieger oder Zweitplatzierten vorzeitig aus dem Turnier fliegt. Am Ende treffen die 3 Verbliebenen im Finale "Jeder gegen Jeden" aufeinander.
Einsatzzweck: mit diesem Turniersystem kann unabhängig von der Auslosung der Setzliste aus den Turnierteilnehmern ein vollständiges Siegerpodest (Gold, Silber, Bronze) mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig ermittelt werden. So lassen sich kommerziell erfolgreiche Turniere mit maximal spannenden Begegnungen regelrecht designen, ohne das dem Veranstalter unfaires Verhalten vorzuwerfen wäre - solange er sich dabei an die wenigen Grundregeln hält.
Dieses Turnierformat ist universell für die meisten Sportarten einsetzbar und könnte als das neue Standard-Turnierformat für diesen Einsatzzweck avancieren.
Es ist geeignet für eine beliebige Anzahl an Teilnehmern. Die Lücken in den Setzlisten werden jeweils mit Freilosen aufgefüllt. Das Prinzip der Baumvererbung in Kombination mit den Play-in-Setzlisten sorgt dabei dafür, die Anzahl der doppelten Begegnungen auf ein unvermeidbares Maß zu reduzieren.
Begriffserklärungen:
Der Begriff "Teilnehmer" soll im Folgenden sowohl einzelne Spieler, als auch ganze Mannschaften umfassen, welche jeweils in einer Partie zu zweit gegeneinander um den Sieg kämpfen.
Der Begriff „Spiel“ ist hier in einem abstrakten Sinn zu verstehen und kann auch aus mehreren Partien bestehen. Es kommt dabei nicht auf die genaue Ausgestaltung des „Spiels“ im Sinne der jeweiligen Sportart an, sondern nur auf den für den weiteren Turnierverlauf bedeutsamen Ausgang.
In "Chance 1" treten alle Teilnehmer gegeneinander an, die noch nie verloren haben, in "Chance 2" diejenigen die einmal verloren haben und in "Chance 3" diejenigen die zweimal verloren haben.
Top3nament Grundprinzipien:
Jeder Teilnehmer hat 3 Chancen, das Finale zu erreichen. Erst wenn er 3 mal verloren hat, scheidet er aus dem Turnier aus. Gleichzeitig hat jeder Teilnehmer dadurch mindestens 3 bedeutsame Spiele. Die bei Nachwuchsturnieren üblichen "Trostrunden" werden durch vollwertige Spiele mit Finalchance ersetzt. So lohnt sich auch für schwächere Teilnehmer die Anreise und es kann reichlich Turniererfahrung gesammelt werden.
In der Folge ergeben sich beim Top3nament für geringe Teilnehmerzahlen mehr Spiele als bei anderen reinen Turnierformen. Das ist so gewollt. Dieses Vorgehen entspricht in etwa der gängigen Kombination der Turnierformen (erst Gruppenspiele, dann KO-Spiele), bei denen ja ebenfalls in den ersten Turnierrunden niemand ausscheidet.
Es wird ähnlich wie beim Schweizer System möglichst jedes Spiel gegen einen anderen Teilnehmer gespielt. Dafür werden die Werkzeuge "Baumvererbung" und "Play-in Setzlisten" eingesetzt.
Die Erholungspausen von einem Spiel zum nächsten soll bei den Duellen möglichst ausgeglichen sein. Folgt man der Spielnummerierung ist dafür bei in etwa gleich langer Spieldauer gesorgt. Die Spiele jedes einzelnen Teilnehmers können somit kurz nacheinander erfolgen (mit Ausnahme der Finalspiele).
Die 3 Finalisten müssen sich im Turnierverlauf nicht zwangsläufig schon einmal begegnet sein - gut für die Spannung. Sie gehen dabei "unbelastet" vom vorherigen Turnierverlauf in die Finalspiele. Erst bei Gleichstand im Finale gilt das Ergebnis der Vorrunde.
Vergleich der Spieleanzahlen der gängigen Turnierformen mit dem Top3nament:
Bei 6 Teilnehmern hat das Top3nament die gleiche Spieleanzahl wie ein Jeder gegen Jeden-Turnier.