Emilija Kortus ist eine in Kanada geborene Violinistin serbischer Herkunft mit Wohnsitz in Berlin. Sie konzertiert regelmäßig in ganz Europa als Kammermusikerin, Solistin und Konzertmeisterin.
Emilija begann im Alter von fünf Jahren mit dem Violinstudium und etablierte sich schon früh als eine der markantesten jungen Musikerinnen ihrer Generation in Serbien. Sie gewann erste Preise bei allen großen nationalen Wettbewerben sowie den Laureaten-Titel im Jahr 2010. Frühe Auftritte als Solistin und Kammermusikerin umfassten einen Rezital-Zyklus in der Galerie der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste, wo sie mit dem Stanojlo-Rajičić-Preis für das beste Konzert der Saison ausgezeichnet wurde.
Ihre ausgeprägte Affinität zum zeitgenössischen Repertoire und zur Musik des 20. Jahrhunderts führte zu engen Kooperationen mit Komponisten und mehreren Uraufführungen – darunter die serbische Erstaufführung von John Cages Cheap Imitation. Zudem nahm sie Martin Sturms Dialog für Violine solo auf, das 2024 im Rahmen einer Hommage an Hans Joachim Hespos in Delmenhorst uraufgeführt wurde.
Emilija pflegt eine tiefe Liebe zur Barockvioline und erforscht deren Ausdrucksmöglichkeiten auf historischen Instrumenten und in historischer Aufführungspraxis. Sie arbeitete intensiv mit Spezialisten wie Sergio Azzolini und Dorothee Oberlinger zusammen und trat mit renommierten Ensembles wie Il Pomo d’Oro und Armonia Atenea auf.
Sie studierte in Belgrad, Leipzig und Zürich und prägte ihre musikalische Stimme unter Maria Spengler, Carolin Widmann und Ilya Gringolts. Weitere Inspiration erhielt sie in Meisterkursen und Akademien, wo sie mit Künstlerinnen und Künstlern wie Antje Weithaas, David Takeno und Nemanja Radulović zusammenarbeitete.
Seit 2016 ist Emilija Mitglied des Mendelssohn Kammerorchesters Leipzig unter der Leitung von Peter Bruns, mit dem sie regelmäßig in Deutschland, Italien, der Schweiz und darüber hinaus auftritt. Als Konzertmeisterin und Stimmführerin musizierte sie mit Künstlern wie Reinhold Friedrich, Dorothee Oberlinger und Ragna Schirmer und wirkte an vielfach gelobten CD-Produktionen mit. In der Kammermusik arbeitete sie außerdem mit Antje Weithaas, Pauline Sachse und Tobias Feldmann zusammen.
Ihre Orchestererfahrung umfasst Engagements bei der Kammerakademie Potsdam, dem Münchener Kammerorchester, der Kammerphilharmonie Bremen und dem hr-Sinfonieorchester, in dessen ersten Geigen sie für die Saison 2025/26 einen Zeitvertrag innehat. Sie war Stipendiatin der zweijährigen Akademie der Kammerakademie Potsdam, spielte im Estonian Festival Orchestra unter Paavo Järvi und tritt regelmäßig in Sälen wie der Kleinen Tonhalle Zürich auf.
Im Jahr 2025 veröffentlichte Emilija ihr Solodebüt Dialogues beim Label Prospero Classical, gefördert durch Neustart Kultur Deutschland – ein wichtiger Meilenstein ihrer Diskographie.
Von 2020 bis 2024 spielte sie auf einer Violine von Francesco Ruggieri (1680), die ihr von der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig zur Verfügung gestellt wurde – eine Erfahrung, die ihr Klangideal und ihren Sinn für Farbgestaltung nachhaltig geprägt hat. Sie widmet sich weiterhin sowohl historischen als auch modernen Instrumenten, stets auf der Suche nach einer Ausdruckspalette, die der klassischen Literatur wie auch der Neuen Musik gleichermaßen Tiefe verleiht.