Tag der Kulturarbeit
2. Mai 2026
2. Mai 2026
Hintergrund - warum gibt es den TDK?
Der Tag der Kulturarbeit ist eine Großdemonstration am 02. Mai 2026. Den ersten großen Umzug durch Innsbruck gab es im Mai 2024, vorbei an neun gescheiterten Kulturprojekten. Initiiert wurde diese Demonstration von einer Vernetzung Kulturtreibender Innsbrucks.
Die Kulturschaffenden Innsbrucks möchten auf den zunehmenden Missstand der städtischen Kulturlandschaft aufmerksam machen und den PolitikerInnen, BeamtInnen sowie UnternehmerInnen dieser Stadt verdeutlichen, dass auch die Subkultur sichere Räume verdient.
Mit der neuen Zusammensetzung des Gemeinderats bietet sich die Chance, Innsbrucks Kulturszene wiederzubeleben – nicht nur als Bereicherung für die Stadt, sondern auch als essentiellen Bestandteil eines lebendigen, alpin - urbanen Wirtschaftsstandorts. Deswegen stellen wir diese drei Forderungen:
Forderungen
Kultur braucht Raum. Jetzt.
Kulturarbeit braucht Orte, an denen sie tatsächlich stattfinden kann. Nicht irgendwann, nicht auf Abruf und nicht nur so lange, bis jemand ein lukrativeres Konzept vorlegt. Wer Kultur will, muss Räume rechtzeitig sichern, statt erst dann zu reagieren, wenn wieder ein funktionierender Ort verloren geht.
Leerstand ist eine Entscheidung.
Wenn Gebäude leer stehen, ist das kein neutraler Zustand und kein bedauerlicher Zufall. Es fehlen dann Proben, Treffen, Auftritte, Werkstätten, Austausch und alltägliche kulturelle Praxis. Leerstand produziert nicht nur Stillstand, sondern ganz konkrete soziale und kulturelle Verluste für eine Stadt.
Öffentlicher Raum braucht öffentliche Kriterien.
Kulturorte dürfen nicht einfach nach dem höchsten Gebot vergeben werden. Wenn am Ende nur zählt, wer mehr zahlen kann, werden kultureller Nutzen, soziale Wirkung und öffentliche Verantwortung systematisch entwertet. Öffentlicher Raum muss nach nachvollziehbaren Kriterien vergeben werden, nicht nach Verwertungslogik allein.
Transparenz ist das Minimum.
Wer über Räume, Förderungen und Zukunft entscheidet, muss offenlegen, nach welchen Maßstäben das geschieht. Unklare Verfahren und widersprüchliche Kommunikation zerstören Vertrauen und laden Willkür geradezu ein. Transparenz ist daher keine noble Zusatzleistung, sondern die absolute Grundlage jeder glaubwürdigen Kulturpolitik.
Kultur ist Infrastruktur.
Kultur ist keine Dekoration für das Stadtimage und kein nettes Beiprogramm, wenn sonst alles erledigt ist. Sie schafft Öffentlichkeit, soziale Bindung, Wissen, Begegnung und konkrete Möglichkeiten zur Teilhabe. Genau deshalb ist Kultur Teil der städtischen Infrastruktur und muss auch so behandelt werden.
Zwischennutzung ersetzt keine Absicherung.
Temporäre Lösungen können sinnvoll sein, wenn sie Räume öffnen und Experimente ermöglichen. Aber sie dürfen nicht zur Dauerausrede werden, um langfristige Verantwortung zu vermeiden. Was sich über Jahre bewährt, Publikum aufbaut und für die Stadt erkennbar relevant ist, braucht irgendwann Absicherung statt ewiger Vorläufigkeit.
Jugendkultur braucht eigene Orte.
Junge Menschen brauchen Räume, in denen sie ausprobieren, lernen, scheitern und wieder weitermachen können. Nicht alles lässt sich in bestehende Institutionen integrieren, schon gar nicht niederschwellig und selbstbestimmt. Ohne eigene Orte fehlt genau jener Raum, in dem neue Szenen, neue Praxen und zukünftige Kulturarbeit überhaupt erst entstehen können.
Selbstverwaltung ist Arbeit.
Viele Kulturorte funktionieren nur, weil Menschen über Jahre hinweg enorme Arbeit leisten, oft schlecht bezahlt oder ganz unbezahlt. Dieses Engagement wird gern gelobt, aber viel zu selten strukturell abgesichert. Wer sich auf Selbstorganisation verlässt, ohne Ressourcen bereitzustellen, nutzt Einsatz aus statt ihn ernst zu nehmen.
Sanierung darf kein Vorwand sein.
Natürlich müssen Gebäude sicher sein und natürlich braucht es Instandhaltung. Aber wenn Sanierung immer erst dann dringend wird, wenn Kultur verdrängt werden soll, ist Misstrauen berechtigt. Die öffentliche Hand muss bauliche Probleme frühzeitig lösen und darf sie nicht erst im Konfliktfall als Argument gegen kulturelle Nutzung einsetzen.
Projektförderung reicht nicht.
Wer laufende Arbeit, Personal, Programm und Infrastruktur erwartet, kann nicht so tun, als würden einzelne Projektzuschüsse dafür ausreichen. Kulturarbeit besteht nicht nur aus Einzelereignissen, sondern aus kontinuierlicher Organisation, Pflege und Verantwortung. Dafür braucht es verlässliche Finanzierung statt permanenter Unsicherheit und kurzfristiger Improvisation.
Beteiligung muss Folgen haben.
Wenn Menschen Zeit, Wissen und Erfahrung in Prozesse einbringen, dann darf das Ergebnis nicht nachträglich entkernt oder politisch zurechtgestutzt werden. Beteiligung ohne erkennbare Wirkung ist kein demokratischer Fortschritt, sondern Frustrationsproduktion. Wer Mitsprache organisiert, muss auch erklären, was davon übernommen, verändert oder verworfen wird und warum.
Mitsprache muss verbindlich werden.
Kulturpolitik darf nicht nur dann Gespräche führen, wenn öffentlicher Druck entsteht oder ein Konflikt bereits eskaliert ist. Es braucht feste, belastbare und transparente Strukturen für Mitsprache, nicht nur situative Gesprächsangebote. Verbindliche Beteiligung ist eine Frage politischer Ernsthaftigkeit und nicht bloß eine Frage des guten Tons.
Nacht ist Teil der Stadt.
Nachtkultur ist kein Randthema und kein bloßer Rest des Tages. Nachts wird gearbeitet, organisiert, produziert, gefeiert, betreut und soziale Wirklichkeit hergestellt. Wer die Nacht nur als Störung oder Sicherheitsproblem behandelt, versteht weder urbane Realität noch die Bedeutung kultureller Räume für das Zusammenleben.
Sicherheit braucht Ressourcen.
Awareness, Safer Clubbing und Schutz vor Übergriffen funktionieren nicht durch Sticker, Slogans oder symbolische Bekenntnisse. Es braucht Schulungen, Zeit, Personal, Betreuung und dauerhaft finanzierte Strukturen, damit Sicherheit im Alltag tatsächlich umgesetzt werden kann. Wer Schutz ernst meint, muss auch die Mittel dafür bereitstellen.
Stadtentwicklung nicht gegen Kultur.
Kultur, Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung gehören zusammen und dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wenn Kulturorte verschwinden, verliert die Stadt nicht nur einzelne Programme, sondern auch Öffentlichkeit, Vertrauen, Beziehung und langfristige Lebendigkeit. Eine brauchbare Stadtpolitik schützt deshalb nicht nur Gebäude, sondern auch die sozialen und kulturellen Funktionen, die in ihnen entstehen.
... im Februar
Eine Demonstration für das Reich der Insel. Der Cubus vor dem Tiroler Landestheater soll als Kulturstätte erhalten bleiben, und nicht der Gastro weichen müssen
... im März
Die Talstation wird in einer offenen Sitzung des Gemeinderats besprochen. Wir sind aktionsbereit :)
... im April
Ein Monat voller Aktionen. Wir suchen Kulturschaffende aus Innsbruck (und Tirol), die ihre Arbeit vorstellen möchten. Unser Augenmerk liegt auf dem Sichtbarmachen von unbezahlter Kulturarbeit.
... im Mai
am 2. Mai geht es um 12:00 los mit der dritten Edition des Tags der Kulturarbeit. Eine Großdemonstration, die den ganzen Nachmittag durch die Stadt zieht.
Du willst mitmachen?
Wir suchen Beiträge von lokalen Künster: innen und Kulturschaffenden, die ihre Arbeit zeigen möchten und Kulturarbeit sichtbar machen möchten. Wir freuen uns über alle die mitmachen möchten. Anmelden könnt ihr euch unter Wägen, dort findet ihr nach dem Info Block das Anmeldeformular.
Wir möchten allen Kulturschaffenden ein Sprachrohr bieten. Wenn ihr unsicher seid, ob ihr genug Kapazitäten für einen eigenen Wagen habt, könnt ihr euch bei uns melden und wir finden eine Lösung! Erreichen könnt ihr uns unter tagderkulturarbeit@gmail.com oder via Instagram @Tagderkulturarbeit