Schnapsen – Das Spiel
Schnapsen, genauer gesagt Zweierschnapsen, ist ein Kartenspiel mit lediglich 20 Karten, bei dem man durch das „Stechen“ gegnerischer Karten versucht, 66 Stichpunkte zu erreichen.
In den späten 50er und frühen 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts ging es freitags abends nach Erhalt des mehr oder weniger prallgefüllten „Lohnsackerls“ häufig ins nächste Wirtshaus, um dort das eine oder andere Glas Wein oder Bier zu konsumieren. Dabei wurde gerne ausgeschnapst, wer von zwei Kontrahenten die Konsumation zu bezahlen hätte.
„Wia spümas?...Uma griagl fo siwene owa“ war die Standardeinleitung dazu. Dann wurde dem herbeigerufenen Gastwirt „mia brauchadn a bagl schnopskoadn, antsedl unan blaistifd“ kundgetan.
Traf man sich in geselliger Runde, dann war Schnapsen mit Mitschreiben angesagt. Auch dabei spielen stets nur zwei Spieler gegeneinander, während alle anderen Teilnehmer die jeweils erzielten Gewinnpunkte von ihrem Konto abziehen. Wer bei Null anlangt, nimmt an dem Spiel nichtmehr teil. Am Ende ist der Verlierer dazu verpflichtet, eine Runde für alle zu spendieren.
In unserer modernen Gesellschaft ist dafür kein Platz mehr, ist die traditionelle Wirtshauskultur massiv vom Aussterben bedroht. Damit gerät auch dieses Kartenspiel bei der jungen Generation zusehends in Vergessenheit. Dabei hat Schnapsen bei genauerer Betrachtung durchaus das Potential als intellektuelle Herausforderungen ernstgenommen werden zu können.
Die Regeln dieses Kartenspiels sind recht einfach und können einem Neuling rasch vermittelt werden. Der Ablauf eines Spieles wird allerdings von der allen Kartenspielen eigenen Tatsache geprägt, dass der Zufall dabei eine entscheidende Rolle spielen kann. Dennoch zählt Schnapsen nach österreichischem Recht nicht zu den Glücksspielen, sondern wird vielmehr als Geschicklichkeitsspiel betrachtet.
Der Anfänger wird sich wohl zunächst häufig an die einfache Regel „niedrig ausspielen, niedrig zugeben, hoch stechen“ halten. In diesem Fall wird der Spielverlauf tatsächlich primär von Zufall geprägt sein. Der nächste Schritt ist das Memorieren der in einem Spiel bereits gefallenen Karten. Das entwickelt sich üblicherweise mit zunehmender Spielpraxis schrittweise. Es gilt zunächst diese Hürde zu meistern, um sich im Wettstreit mit erfahrenen Spielern erfolgreich durchsetzen zu können. Ist das einmal geschafft, kann man sich den Feinheiten der taktischen – ein Spiel betreffend - und strategischen – eine Partie betreffend - Spielführung zuwenden.